{"id":6331,"date":"2018-11-04T03:26:02","date_gmt":"2018-11-04T03:26:02","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6331"},"modified":"2018-11-04T03:26:02","modified_gmt":"2018-11-04T03:26:02","slug":"zingara","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=6331","title":{"rendered":"Zingara"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6333\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181103_151436-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181103_151436-169x300.jpg 169w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181103_151436-768x1365.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181103_151436-576x1024.jpg 576w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181103_151436.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6332\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181103_151251-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181103_151251-169x300.jpg 169w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181103_151251-768x1365.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181103_151251-576x1024.jpg 576w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181103_151251.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/p>\n<h5>Das ist eine Frucht, bzw. ein Gem\u00fcse, das ich nur aus Indien kenne, und das nicht einmal bei Lord Google zu finden ist, und hei\u00dft Zingara. Von au\u00dfen hat es tats\u00e4chlich etwas Zigeunerhaftes, wenn man &#8222;Zigeuner&#8220; mit &#8222;unheimlich&#8220; verbinden will. Dann bricht man die Schale, die sich leicht von der inneren Substanz l\u00f6st, und voil\u00e0, hat man ein wei\u00dfes Herz vor sich, neutral im Geschmack, aber saftig und voller Wasser, so dass man erfrischt wird und immer mehr davon isst. Eine wahre Freude, dieses Heraussch\u00e4len des Inneren, vor allem, wenn es so eine angenehme \u00dcberraschung ist. Es ist gerade das teuerste Gem\u00fcse auf dem Markt: 50 Rupien das Kilo, sogar ich z\u00f6gere einen Moment, auch wenn ich wissen sollte, dass das ungef\u00e4hr 80 Cent sind. Je gr\u00fcndlicher man eine Tradition versteht durch st\u00e4ndige Ber\u00fchrung mit ihr, desto einfacher wird der Umgang, wenn man daf\u00fcr geeignet ist: eine Gratwanderung zwischen freiwilliger Anpassung, wo sie f\u00fcr die eigene Entwicklung f\u00f6rderlich und nachvollziehbar erscheint, und einer soliden Treue zur eigenen Wahrnehmung und ihren Schlussfolgerungen. Ich bin jemand, der authentische und offene Begegnung zutiefst wertsch\u00e4tzt, aber ich sch\u00e4tze auch sehr den einsamen Raum, in dem man nicht allein ist, sondern weit \u00fcber die W\u00fcste hinaus verbunden, und im Genuss des eigenen Reichtums. Wenn ich hier im Haus ankomme, k\u00fcmmere ich mich, sobald es die anderen Erforderlichkeiten erlauben, um den riesigen Tisch aus schwerem, kostbarem Holz. Das ist das Feld meiner Handlung. Nachdem ich die Fl\u00e4che entstaubt und mit (bestem) Oliven\u00f6l eingerieben habe, breite ich die Materialien aus, die mir am Herzen liegen. Menschen liegen dort auch entspannt herum, aber es ist auch Raum f\u00fcr Materialien. Kurz vor meinem Flug habe ich neue Pinselsubstanzen eingekauft mit einer stolzen Rechnung und dem herrlichen Gef\u00fchl, mit exzellenter Ware zur\u00fcckzukommen. Schon auch ein Rauschkauf, diese vielen Porzellangef\u00e4\u00dfe mit den Substanzen, das gebrannte Umbra gar in einer kleinen Porzellanbadewanne mit Pinselablage. Dann die Papierumh\u00fcllungen gel\u00f6st, dann Wasser und den feinen Pinsel die Farben erforschen lassen. Es hat durchaus etwas Ekstatisches, dieses geheimnisvolle Potential, dem man ausgeliefert ist wie eine S\u00fcchtige. Gestern dachte ich zum ersten Mal, dass es mir gar nicht so sehr um das Resultat geht, sondern vor allem um die Erfahrung auf dem Weg dorthin. Allerdings sch\u00e4tze ich auch den Kampf, der mit der Abrundung der Dinge zu tun hat Zweifellos ist es n\u00fctzlich, zu erkennen, was man produziert. Dann gibt es die anderen Erforderlichkeiten, die ausgleichen, das nie gehemmte Staunen \u00fcber die funktionierenden Maschinerien: das Internet, die Waschmaschine, das Moskitovertreiberglas, das man in die Steckdose steckt. K\u00fcnstliches Licht ist auch wichtig. Alles sollte angenehm geflutet sein, bei mir hier, meine ich, in der EinsiedlerInnen-H\u00fctte.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist eine Frucht, bzw. ein Gem\u00fcse, das ich nur aus Indien kenne, und das nicht einmal bei Lord Google zu finden ist, und hei\u00dft Zingara. Von au\u00dfen hat es tats\u00e4chlich etwas Zigeunerhaftes, wenn man &#8222;Zigeuner&#8220; mit &#8222;unheimlich&#8220; verbinden will. 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