{"id":6324,"date":"2018-11-03T03:50:25","date_gmt":"2018-11-03T03:50:25","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6324"},"modified":"2018-11-03T03:54:05","modified_gmt":"2018-11-03T03:54:05","slug":"lauschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=6324","title":{"rendered":"lauschen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6325\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181102_185137-290x300.jpg\" alt=\"\" width=\"341\" height=\"352\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181102_185137-290x300.jpg 290w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181102_185137-768x794.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181102_185137-991x1024.jpg 991w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181102_185137.jpg 1068w\" sizes=\"auto, (max-width: 341px) 100vw, 341px\" \/><\/p>\n<h5>OmJi, der Vater des Hausbesitzers, fragt mich, ob ich meine Runden am See schon begonnen habe. Nein, habe ich nicht. Ich schiebe es auf die Entstaubung des Hauses, die ich schon hinter mir habe. Im Moment kann ich mir vorstellen, tagelang hier drinnen in der Ger\u00e4umigkeit des Ortes zu bleiben, umgeben von den vielen Ger\u00e4uschen, vor allem die Jauchzer der Pilger im Wasser (heiliges Bad), die Zurechtweisungen der Brahmanen, dann der aufgezwungene Gottesdienst mit ihnen, und die energischen Worte der Foreigners: neiiinn! Keine Blume! Schon in &#8222;Lonely Planet&#8220;, der ehemaligen Foreigner-Reise-Bibel, warnte man vor der Blume, die einen in die Puja (Gottesdienst am Ufer des Sees) zwingt, wo gerne gedroht wird mit Ahnenverfall, wenn nicht gen\u00fcgend Dollars flie\u00dfen. Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen Kultur-Schock gehabt zu haben, aber geschockt sein ist immer wieder mal m\u00f6glich. In der Tat kostet es ungeheure M\u00fche, Illusionen aufrecht zu erhalten. Ohne Worte und ohne greifbaren \u00dcbergang k\u00f6nnen sie zur Realit\u00e4t deklariert werden.Vor sich selbst, versteht sich., denn bei den Anderen ist das immer leichter zu erkennen. Noch ein bis zwei Tage drinnen bleiben, sagte ich mir also, obwohl ich wegen praktischen Erledigungen den Bazaar schon durchkreuzt habe, Handy aufladen, Identit\u00e4t registrieren lassen, Fr\u00fchst\u00fccksmaterial holen, alles so, als w\u00e4re ich nie weg gewesen. Auf &#8222;RamRam&#8220; \u00fcbergehen, den hier \u00fcblichen Gru\u00df, obwohl es eine Unmenge von Gru\u00dfformen gibt, denen man sich bedienen kann, um klar zu machen, welcher pers\u00f6nlichen Gottheit man sich zugeh\u00f6rig f\u00fchlt. Was mich betrifft, so gehen die BewohnerInnen von allem M\u00f6glichen aus und kommen nicht auf die Idee, etwas zu hinterfragen. Das l\u00e4sst mir viel Freiraum f\u00fcr Anwesenheit. Dann kam gestern Abend noch ein furchterregendes Ger\u00e4usch auf, das sich ins Bedrohliche steigerte. Gerade rechtzeitig konnte ich beim Hinaustreten aus der T\u00fcr noch einen Menschen mit Mundschutz erkennen, der dann in einer riesigen, wei\u00dfen Wolke verschwand. Ein Giftverspr\u00fcher. Ich hatte schon geh\u00f6rt, dass die Reiseb\u00fcros eine Warnung herausgegeben haben, dass das Dengue-Fieber umgeht. Das geh\u00f6rt auch f\u00fcr uns Fremdlinge zu der Indien-Erfahrung: die im Subtilen gehaltene Panik wegen diesem oder jenem Ausbrechenden. Die Bereitschaft, mit Tonnen von Gift (DDT?)\u00a0 um sich zu spr\u00fchen, und dann der Mann mit dem papierenen Mundschutz!, und weiter geht&#8217;s. Die Glocken bimmeln, die Pilger singen. Sie sind gl\u00fccklich, dass sie es geschafft haben, heil hier anzukommen am Nabel der Welt, wo Brahma mit seiner Sch\u00f6pfung besch\u00e4ftigt war. (Bzw. i s t).<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OmJi, der Vater des Hausbesitzers, fragt mich, ob ich meine Runden am See schon begonnen habe. Nein, habe ich nicht. 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