{"id":6260,"date":"2018-10-22T08:35:39","date_gmt":"2018-10-22T08:35:39","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6260"},"modified":"2018-10-22T08:35:39","modified_gmt":"2018-10-22T08:35:39","slug":"tischtuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=6260","title":{"rendered":"Tischtuch"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-6261\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20181022_090621-168x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"379\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20181022_090621-168x300.jpg 168w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20181022_090621-768x1370.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20181022_090621-574x1024.jpg 574w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20181022_090621.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/p>\n<h5>Das Photo habe ich w\u00e4hrend des Fr\u00fchst\u00fccks gemacht. Seit dem letzten aktuellen Geburtstag liegt auf dem Holztisch ein Papierkreis, zum (damaligen) Festtag geschm\u00fcckt. Da niemand ihn entfernte, blieb er mit seinen Kreisen und Bahnen erhalten und fiel vor kurzem ins Auge mit der M\u00f6glichkeit, etwas dazu zu f\u00fcgen. Fortan lag der Stift schon da, falls jemand was Neues sehen konnte oder wollte. Dieses Bild hat nun den Papiertischtuch-Preis gewonnen, dotiert mit einem Moment der Wahrnehmung. Es ist das einzige Bild mit Tieren, die \u00fcberall dabei sind und die man leicht vergessen kann als Wesen, die auch Anspruch haben auf ihr Leben, auch wenn sie nicht menschlich reflektieren k\u00f6nnen. Manche denken, man k\u00f6nnte mit Menschen alles machen, ohne Schaden zu erleiden, und andere denken, man k\u00f6nnte alles mit Tieren machen, weil sie f\u00fcr Menschen da sind und f\u00fcr sie herangez\u00fcchtet werden. Wieder andere stellen das alles in Frage, denn es ist ja nie beantwortet worden von irgendwem, was die Aufgabe des Menschen auf Erden sein soll. Immer wieder in der dokumentierten Menschheitsgeschichte befanden sich offensichtlich Gehirne in der Bredouille, Antworten finden zu m\u00fcssen, entweder aus Wissensdrang oder Neugier, oder weil sie gefragt wurden und nicht zugeben konnten, dass sie nicht wussten, gar nicht wissen konnten und k\u00f6nnen, obwohl auch so vieles gewusst und herausget\u00fcftelt wurde. Das ist ja die Paradoxie, mit der wir zu tun haben, dass wir schon froh sind, und ich das auch in Indien bin, dass es keine Drau\u00dfentoiletten mehr gibt zum Beispiel, wo man oft frieren musste undsoweiter, und wo es in der Familie vielleicht sonntags mal ein St\u00fcck Fleisch gab oder Fisch, und man dem Sch\u00f6pfer der Dinge dankte, dass es \u00fcberhaupt was gab, und doch hat sich vom Dunkel wenig gelichtet. Dem christlichen Sch\u00f6pfer wurde ja zureflektiert, dass er ein Gegen\u00fcber brauchte, einen Resonanzk\u00f6rper sozusagen, der ihm mitteilen konnte, wie er selber war, denn er war ja galaxienseelenallein , bevor die Idee ihm entsprang, aus dem vorhandenen Lehm etwas Kunstvolles zu formen wie er selbst. Als Adam aber, mit Verlaub vor mich hingegr\u00fcbelt, auch noch ein Gegen\u00fcber wollte, das eben nicht so war wie er selbst, da musste der Herr sehr viel reflektiert haben und entschied sich wohl dann f\u00fcr die Lende statt f\u00fcr den Lehm, ein sch\u00f6ner Buchtitel: &#8222;Lende statt Lehm&#8220;. Untertitel: Warum? Gut, in anderen Gedankensch\u00e4chten gibt es keinen Anfang und kein Ende, das kann linear sein oder kreisl\u00e4ufig. Fast \u00fcberall aber wird eine g\u00f6ttliche Instanz angeboten, der man das schwer Tragbare anlasten kann: die Ungewissheit, die Angst, das Unverm\u00f6gen, als Mensch einen Anspruch zu erf\u00fcllen, den er oder sie an sich selbst gerichtet hat, n\u00e4mlich genau d e r Mensch zu sein, den man aus sich herauslocken m\u00f6chte bzw. herauslocken kann. Die Wissenschaftler k\u00f6nnen wieder einmal tief und noch tiefer hineinschauen in das gro\u00dfe Menschenr\u00e4tsel und reflektieren nun schon auf Titelseiten um das goldene Erkenntniskalb herum, hurrah, wir sind erbgutserforschbar und wissen bald genau, wie und wer wir sein werden. Das bezweifle ich stark. An welchem Punkt lassen sich Regeln aufstellen oder Gesetze, sie zu B\u00fcchern und Titeln f\u00fchren,\u00a0 die sich wiederum im nicht existierenden Zeitraum verfl\u00fcchtigen wie alle Winde, die einen Halt versprachen&#8230;Nachdem mir zur Abwechslung immer mal wegen der vielen \u00c4pfel dieses Herbstes die Apfellegenden einfielen und ich sie ganz interessant fand, erinnerte ich mich noch an den Erbgutspruch &#8222;der Apfel f\u00e4llt nicht weit vom Stamm&#8220;&#8230;und kann gerne auch einen meiner Lieblingsfilme an diesem Punkt weiterempfehlen, so schwer es mir auch f\u00e4llt, ihn nicht ganz und gar f\u00fcr mich zu behalten, und da steht er auch noch im Netz herum und ist offensichtlich kein Netflix Blockbuster, nein, man muss schon selbst sehen, was er ist, oder auch nicht. Wesentlich ist, dass er &#8222;Adams \u00c4pfel&#8220; hei\u00dft (mit dem Besten, was SpielerInnen und Spiel zur Verf\u00fcgung haben).<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Photo habe ich w\u00e4hrend des Fr\u00fchst\u00fccks gemacht. Seit dem letzten aktuellen Geburtstag liegt auf dem Holztisch ein Papierkreis, zum (damaligen) Festtag geschm\u00fcckt. Da niemand ihn entfernte, blieb er mit seinen Kreisen und Bahnen erhalten und fiel vor kurzem ins Auge mit der M\u00f6glichkeit, etwas dazu zu f\u00fcgen. 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