{"id":6163,"date":"2018-10-04T08:42:36","date_gmt":"2018-10-04T08:42:36","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6163"},"modified":"2018-10-04T08:44:35","modified_gmt":"2018-10-04T08:44:35","slug":"gruebeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=6163","title":{"rendered":"gr\u00fcbeln"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6164\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20181003_204932-295x300.png\" alt=\"\" width=\"373\" height=\"379\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20181003_204932-295x300.png 295w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20181003_204932-768x780.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20181003_204932.png 928w\" sizes=\"auto, (max-width: 373px) 100vw, 373px\" \/><\/p>\n<h5>Heute ist &#8218;Welttag des Gewohnheitstiers&#8216;, meine Erfindung, weil zwei sogenannte Festtage nach einem dritten rufen, bei dem auf jeden Fall weniger Reden gehalten werden, er kostet den Staat auch nichts, weil keiner davon wei\u00df, verfehlt aber auf gleiche Weise seine durchdringende Wirkung wie die beiden anderen, wo es \u00f6ffentlich um Gewaltlosigkeit und Einheit ging. Es darf und kann aber frei nach Herzenslust herumgegr\u00fcbelt werden, denn was man nicht f\u00fcr alle auffindbar in die Welt hineingr\u00fcbelt, geh\u00f6rt einem ganz und gar. Gr\u00fcbeln kann sein wie ackern, etwas wird locker gemacht, wird durchpfl\u00fcgt, damit Platz entsteht f\u00fcr neues Saatgut. Auch Denken schadet nicht, wenn man es f\u00f6rderlich einsetzt. Allerdings zwingt uns die Zeit zu einer Erkenntnis, die wir ungern haben, n\u00e4mlich, dass die grenzenlosen Zug\u00e4nge zum Weltgeschehen f\u00fcr alle und jeden einerseits einen geradezu suchtm\u00e4\u00dfig gesteuerten Reiz ausl\u00f6sen k\u00f6nnen, andrerseits aber die Flut des bereits Gedachten, mit dem wir auf neue Weise in Ber\u00fchrung sind, die eigenen Einsichten und Durchblicke immer mehr erschweren. Im g\u00fcnstigsten Falle k\u00f6nnte so eine\u00a0 andauernde Entwicklung der permanenten \u00dcberforderung zu einer Art kollektiver und sokratischer Wahrnehmung f\u00fchren im Sinne, dass immer mehr von uns wissen, dass sie bzw wir, nichts wissen. Nat\u00fcrlich muss man, ebenso wie f\u00fcr andere Einsichten der Selbsterkenntnis, dazu gewillt und daf\u00fcr offen sein, vielmehr bewusst dar\u00fcber sein, da sonst die Schrecken, aber auch die Freuden, nicht mehr gen\u00fcgend wahrgenommen werden k\u00f6nnen, um eben dadurch zu aktivierten Verwandlungen zu f\u00fchren. Hier f\u00e4llt mir erstaunlicherweise eine Reklame aus der Kindheit ein, und in der Tat, es ist nie zu fr\u00fch und selten zu sp\u00e4t&#8230;f\u00fcr alles M\u00f6gliche, das man ernsthaft ins Auge fasst. Gestern war mir dann noch eingefallen, dass H\u00f6lderlin im &#8222;Hyperion&#8220;\u00a0 auch \u00fcber die Deutschen rumgegr\u00fcbelt hatte, und dass es ihm vor allem sehr schwer gefallen ist, das Menschliche und das seelisch Sch\u00f6ne in ihnen zu finden, beziehungsweise in uns. Nun ist seit H\u00f6lderlin hier allerhand los gewesen, und von einem wahrlichen H\u00f6llentrip erwartet man zumindest auf den Geisterbahnen immer mal wieder das erleichternde Auftauchen von Lichtquellen. Auch die Lichtquelle muss immer als solche erkannt werden, wie zum Beispiel die Erfahrung des Genughabens und dankbaren Genie\u00dfens dessen, was man nun mal hat, mit einer intelligenten Frau an der gem<em>einsamen<\/em> Spitze, nun ja, jeder muss mal abtreten, aber noch ist kein Besserer als sie in Sicht, oder man m\u00fcsste sie mal zu sehen bekommen. Und Frieden! Eine sehr lange Zeit haben und hatten wir voller verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigem Frieden und verbl\u00fcffendem Wohlstand, so dass es, ja, auch wegen der tiefen Gewissensreue \u00fcber die deutsche Nacht des entgrenzten Menschseins, doch auch f\u00fcr Andere lehrreich war und interessant zu sehen, wie ein\u00a0 Phoenix aussieht, wenn er sich aus der Asche erhebt und loszieht in neue einsame Fl\u00fcge, die ihn zu dem bef\u00e4higen, was er nun mal ist. Auch im Labyrinth gibt es Orte der Ruhe und der Geborgenheit, wenn man nicht immer zwanghaft den Faden verfolgen muss. Ein Garten aber bietet immer die Erfahrung des paradiesischen Zustandes. Apfel und Schlange sind auch noch da. Jetzt wissen wir, wie es war, etwas gewusst zu haben. Wir sind ja die Kinder derer, die in den bitteren Apfel gebissen haben. Alles Weitere ist weiterhin offen.<\/h5>\n<p>Das Bild zeigt Diotima, die von Plato gedanklich in das Gastmahl eingeflogen wurde, an ihrer Quelle lagernd.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute ist &#8218;Welttag des Gewohnheitstiers&#8216;, meine Erfindung, weil zwei sogenannte Festtage nach einem dritten rufen, bei dem auf jeden Fall weniger Reden gehalten werden, er kostet den Staat auch nichts, weil keiner davon wei\u00df, verfehlt aber auf gleiche Weise seine durchdringende Wirkung wie die beiden anderen, wo es \u00f6ffentlich um Gewaltlosigkeit und Einheit ging. 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