{"id":6135,"date":"2018-09-29T18:27:45","date_gmt":"2018-09-29T18:27:45","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6135"},"modified":"2018-10-02T09:08:57","modified_gmt":"2018-10-02T09:08:57","slug":"bavaria","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=6135","title":{"rendered":"Bavaria"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6139\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180927_154754-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"414\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180927_154754-300x169.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180927_154754-768x432.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180927_154754-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 414px) 100vw, 414px\" \/><\/p>\n<h5>Den schwarzen Balken rechts von der Bavaria habe ich stehen lassen als mein eigener, schwarzer Schicksalsbalken, der mich mit Bayern verbunden hat. Dort bin ich fr\u00fcher in menschliche Fallen verstrickt worden, f\u00fcr die ich noch nicht den notwendigen Durchblick hatte, oder die Vorsicht, oder die Einsicht in die Realit\u00e4t solcher Fallstricke. Als ich einmal aus meinem damaligen Leben in Kathmandu\u00a0 zu einer Erbshaftskl\u00e4rung gerufen wurde, lief ich kurz vor meiner Abreise in ein Auto und lag neun Monate im Krankenhaus mit gebrochenen Beinen, der linke ein Tr\u00fcmmerbruch. Ich hatte Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck, wie man so passend sagt, und eines Tages konnte ich wieder gehen. Wir haben auch Freunde in M\u00fcnchen , zu denen wir zu zweit morgen unterwegs sind. Wegen aufreibenden Tr\u00e4umen musste ich an all diese Vorkommnisse denken. Als ich, auch in einem Damals, meinen ersten LSD-Trip nahm und bereits informiert dar\u00fcber war von den begleitenden Experten, wie gef\u00e4hrlich ein bestimmter Moment sein konnte, in dem sich eine Kammer \u00f6ffnet, die sonst dem Bewusstsein nicht zug\u00e4nglich ist, da kamen bei mir eine bestimmte Sorte von Bayern aus der Kammer hervor, laute und grobe Menschen mit Lederhosen und Bierkr\u00fcgen, und unter den Lederhosen schwarze SS-Stiefel. Etwas an dem Bayrischen hat die Kraft, meine Ur\u00e4ngste hervorzulocken. Ich f\u00fcrchte den Wams und den Gamsbart am Filzhut. Ich hatte einen schwerreichen Onkel, dem eine halbe Kleinstadt im Allg\u00e4u k\u00e4se-und milchm\u00e4\u00dfig geh\u00f6rte, vor dem ich mich auch gef\u00fcrchtet habe. Er hatte was von Horst Seehofer, und es ist dieses L\u00e4cheln, das mich gruseln und dem ich nicht trauen kann, weil ich hinter dem Gezeigten einen ganz anderen Blick ersp\u00fcre. Ein L\u00e4cheln, das nicht gemeint ist als solches, sondern eine Waffe, mit dem man zu dem\u00fctigen gelernt hat. Allerdings hat das Grauen, das mich manchmal in Bayern ergreift, seine Wurzel in dem Berlin, in dem ich geboren bin. Es ist das Kost\u00fcm, in das ich das Abgr\u00fcndige kleide, eine Form von Faschismus und Menschenverachtung, die im deutschen Wesen sein Trauma gefunden hat. Gut, dass es nochmal aufgetaucht ist, denn ich m\u00f6chte bei diesem Besuch eine Bereitschaft zu frischem Blick haben und werde erst im Dann sehen, ob es mir gelingt oder nicht.<\/h5>\n<h5><\/h5>\n<h5><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den schwarzen Balken rechts von der Bavaria habe ich stehen lassen als mein eigener, schwarzer Schicksalsbalken, der mich mit Bayern verbunden hat. 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