{"id":5925,"date":"2018-08-25T08:47:06","date_gmt":"2018-08-25T08:47:06","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5925"},"modified":"2018-08-25T09:09:38","modified_gmt":"2018-08-25T09:09:38","slug":"5925","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=5925","title":{"rendered":"Oh weh"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5926\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/20180824_173126-300x300.png\" alt=\"\" width=\"341\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/20180824_173126-300x300.png 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/20180824_173126-150x150.png 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/20180824_173126-768x769.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/20180824_173126-365x365.png 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/20180824_173126-500x500.png 500w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/20180824_173126.png 1020w\" sizes=\"auto, (max-width: 341px) 100vw, 341px\" \/><\/p>\n<h5>Oh weh o jeh oh jemineh, da geht er dahin, es mehren sich die Zeichen der Einschr\u00e4nkungen, der Sommer, der vielgelobte und gepriesene, schleicht sich auf Ledersandalen davon, noch ohne Str\u00fcmpfe, ein paar Tage, dann fallen noch mehr Bl\u00e4tter. Stimmt ja, es war D\u00fcrre und ist noch immer D\u00fcrre, die Bauern bitten um Unterst\u00fctzung, die Regierung bittet um Nachdenken, was das Bebauen betrifft. Man erinnert sich und wird erinnert an das Umstellen: der Klimawandel, die Sommerzeituhr. Das Volk darf sich melden und mitreden, wir sind eine Demokratie. Selbst der Stau kann einem, wenn man mit ihm umgehen lernt, als in die Ferien fahrender\u00a0 Mensch etwas schenken, erz\u00e4hlte neulich irgendwo jemand: da ist man auf einmal z.B. mit der Familie im Auto, also auf engem Raum allein, und kriegt mal mit, wie sie sind, wenn sie nicht irgendwo herumrennen und ihrem Zeug hinterher hetzen. Zwar alle noch bewaffnet mit Maschinen, aber auch games und chats dauern nicht ewig.\u00a0 Oder zuhause bleiben und nie Ferien machen, was man auch die ferienlose Freizeit des sch\u00f6pferischen Prozesses nennen kann. Wenn die Sonne l\u00e4ngere Zeit scheint, hat man viel mit ihr zu tun. Man will sich in ihr aufhalten, die W\u00e4rme genie\u00dfen, das Au\u00dfen. Das ganze Au\u00dfen wird pr\u00e4chtig, man kommt mit der Wahrnehmung der pomp\u00f6sen Farbausbr\u00fcche kaum hinterher, vers\u00e4umen will man auch nichts. Das trunken machende Gr\u00fcn, die Beeren, dann die \u00c4pfel. Man m\u00f6chte sich gerne fernhalten von der Politik, aber es geht nicht. Die Menschheit wartet auf Antworten auf die brennenden Fragen. Auf ein fr\u00fcher undenkbares Ma\u00df energetisch zusammenger\u00fcckt, erkennen wir immer schneller die Fragen, die von weit her zu kommen scheinen, so als h\u00f6rte man sie zum ersten Mal, nur um dann zu sehen, dass sie immer schon da waren, nur jetzt so dringlich, sodass man sich an die uralten oder neuzeitlichen Thinktanks wenden muss, wenn man keine eigene Quelle im Haus hat. Ist es menschlich, &#8222;die Afrikaner&#8220; in ihr eigenes Land zur\u00fcck zu schicken, und sich dort um ihr Land und die herrschenden Verh\u00e4ltnisse zu k\u00fcmmern, oder geht es darum, menschlich zu handeln, um die\u00a0 ziemlich Gepeinigten zumindest erst einmal ankommen zu lassen, bevor die neuen Entt\u00e4uschungen einsetzen. Als Menschheit sind wir ein Strom, aber unsere Schicksale sind einzeln. Wer wo herkommt und wo hingeht, und wo zum Bleiben kommt, und wo nicht bleiben kann, und wo und wer weiter oder woanders hin m\u00f6chte, und wer\u00a0 das will und\u00a0 es auch kann, und wer Bleibe verhindern und wer sie geben kann. Das h\u00e4ngt von so vielen Dingen ab. Und wer wei\u00df, wo diese vielen Gottheiten sich herumtreiben, zu denen auf vielen Sprachen gebetet wird auf den Fluchtwegen, denn wenn du, oh Herr (meistens ist es ein Herr) nicht helfen kannst, wer dann! Manchmal sieht man auch Berge, die versetzt werden, jeder hat eine andere Methode und schw\u00f6rt auf einen anderen Weg.\u00a0 Und doch hat das Menschliche eine geradezu unheimliche \u00c4hnlichkeit mit sich selbst. Als w\u00e4ren die Maskeraden nur Beiwerk, und es ginge letztendlich immer um dasselbe. Dass man am Ende des Weges jemanden entdecken kann, der einem so \u00e4hnelt, dass man voller Freude ist, sich getroffen zu haben, obwohl man gar nicht wusste, wie es geht. Aber zur\u00fcck zum Sommer. Gerade bl\u00e4ttere ich in Gottfried Benns Gedichten herum und musste erkennen, dass ich eine seiner Zeilen jahrelang missverstanden habe. Ich dachte immer, dass er sagt, es w\u00e4re das Schlimmste f\u00fcr ihn, im Sommer zu sterben, wenn alles hell ist, und die Erde f\u00fcr Spaten leicht. Aber nein, er sagt, dass am schlimmsten ist, nicht im Sommer zu sterben, wenn alles hell ist, und die Erde f\u00fcr Spaten leicht. Jede\/n besch\u00e4ftigt so viel.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(Gottfried Benn: &#8222;Was schlimm ist&#8220;)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oh weh o jeh oh jemineh, da geht er dahin, es mehren sich die Zeichen der Einschr\u00e4nkungen, der Sommer, der vielgelobte und gepriesene, schleicht sich auf Ledersandalen davon, noch ohne Str\u00fcmpfe, ein paar Tage, dann fallen noch mehr Bl\u00e4tter. 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