{"id":5623,"date":"2018-07-09T08:40:39","date_gmt":"2018-07-09T08:40:39","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5623"},"modified":"2018-07-09T09:03:28","modified_gmt":"2018-07-09T09:03:28","slug":"stabil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=5623","title":{"rendered":"stabil"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5624\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180709_090045-191x300.png\" alt=\"\" width=\"254\" height=\"399\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180709_090045-191x300.png 191w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180709_090045-768x1209.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180709_090045-650x1024.png 650w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180709_090045.png 1069w\" sizes=\"auto, (max-width: 254px) 100vw, 254px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5625\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180709_090411-261x300.png\" alt=\"\" width=\"348\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180709_090411-261x300.png 261w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180709_090411-768x884.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180709_090411-889x1024.png 889w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180709_090411.png 1057w\" sizes=\"auto, (max-width: 348px) 100vw, 348px\" \/><\/p>\n<h5>Das Bild oben auf der rechten Seite ist ein Kunstobjekt in einer quadratischen Plexiglasumh\u00fcllung. das ich auf einer Kunstbuchmesse entdeckt und (mit eingeholter Erlaubnis) photographiert habe. Da das Zerfledderte reichlich kunstvoll aussah, hat es mich interessiert, welches Buch diesem Energieanfall und- einfall gedient hat. Ich musste mich ziemlich verrenken, um wenigstens e i n Wort auf der minimal sichtbaren Titelseite innerhalb des Buches zu erhaschen. Doch siehe da, es war das Wort &#8218;Abendland&#8216;, woraus sich einigerma\u00dfen m\u00fchelos erschloss, dass es sich um den &#8222;Untergang des Abendlandes&#8220; von Oswald Spengler handelte. Unter den wenigen B\u00fcchern, die aus meiner sehr fr\u00fchen Geschichte durch Zeiten und Wanderungen hindurch \u00fcberlebt haben und auf h\u00f6chst wundersame Weise wieder bei mir gelandet sind, geh\u00f6rt ausgerechnet der &#8222;Untergang des Abendlandes&#8220; in zwei m\u00e4chtigen B\u00e4nden aus der Bibliothek meines Vaters. Seine anderen B\u00fccher, die ich habe, sind alle \u00fcber Indien, er hat sich wohl auch f\u00fcr Indien interessiert. Oder habe ich die B\u00fccher schon damals gelesen und wurde durch sie inspiriert? Auf jeden Fall erinnere ich mich, mich immer wieder mal an die beiden Untergangs-Brocken heranzumachen, um zu begreifen, wie er diesen m\u00e4chtigen Titel zu seiner f\u00fcr ihn offensichtlich vorhandenen Logik f\u00fchrt. Und obwohl ich nicht behaupten kann, dass ich mich oder andere dabei angetroffen habe, sich den Titel in praktische oder nur gedankliche Vorg\u00e4nge umzusetzen, geistert er immer mal wieder hochaktuell durch die Gehirnwindungen der Abendl\u00e4nder. Es bleibt ja nicht aus, dass man dar\u00fcber nachdenken muss, was man mit &#8222;Untergehen&#8220; \u00fcberhaupt meint. Da wir mit unseren ehemaligen Hausbesitzern und Nachbarn eine gemeinsame Bibliothek teilten, und nun nach Verkauf des Hauses die B\u00fccher (w\u00e4hrend meines Aufenthaltes in Indien) an den neuen Besitzer und Nachbarn gingen, bin ich auch vom Untergang des Abendlandes trotz der wenigen Schritte dorthin auf simpelste Weise getrennt worden. Wenn ich mich \u00fcberhaupt an etwas erinnere beim Bl\u00e4ttern der Seiten bzw der Nachvollziehung der Gedanken, so ist es, dass er, \u00e4hnlich wie Hindus mit ihrem\u00a0 kreisl\u00e4ufigen Modell, den Untergang der Kulturen als einen nat\u00fcrlichen Teil des kosmischen Geschehens sah, ihr stetiger Aufstieg und ihr Untergang. Nat\u00fcrlich ist das manchmal verst\u00f6rend im Herbst, wenn all diese braun gewordenen Bl\u00e4tter auf einmal ihre Sch\u00f6nheit nur noch entfalten, wenn das Sonnenlicht diesen Aspekt des Verg\u00e4nglichen noch einmal glanzvoll belichtet, als l\u00e4ge im Zerfall immer noch das Gold seiner M\u00f6glichkeiten. Und dann gar keine Bl\u00e4tter mehr. Ruhe. Auch nach einem Krieg ist\u00a0 immer eine bestimmte Ruhe zu sp\u00fcren. Dem Erschrecken \u00fcber die eigenen Vernichtungsorgien folgt oft nur ein Schweigen.\u00a0 Ginge keiner hin in den Krieg, g\u00e4be es ihn ja nicht, wie wir gerne gesagt haben. Aber alle gehen hin, deswegen findet er statt. Das ist wie mit dem Kaufen. Ist die Ware mal da, wird sie gekauft. Sind Waffen mal da, werden sie benutzt. Schrecklich w\u00e4re ja zum Beispiel ein Erwachen im Sinne, dass wir erkennen m\u00fcssen, dass wir in der Bl\u00fcte sa\u00dfen, ja, dass wir vielleicht die Bl\u00fcte waren. Wie lange dauert so eine Friedenszeit auf Erden, wo es einfach alles gibt, was ein wie auch immer gearteter Mensch haben will und kann. Weil das alles bei uns so geradezu unheimlich stabil wirkt, was wir so alles haben, wollen nat\u00fcrlich so viele wie m\u00f6glich daran teilnehmen, was bei aller vorhandenen Menschlichkeit dann leider gar nicht m\u00f6glich ist. Die Einen denken &#8218;jetzt haben wir mal endlich, und sollen schon wieder davon abgeben&#8216;, und die Anderen denken &#8218;warum sollen nur die alles haben, was wir auch haben wollen&#8216;. Die Bewegungen sind ja nicht immer so kompliziert, kompliziert ist nur das Darin-Gefangensein. Wenn ich mir das Abendland als einen heute lebenden Menschen vorstelle, dann denke ich, es w\u00e4re gut, manchmal den Kopf etwas zu neigen, damit die Einsicht in das Vorhandene nicht zu schmerzhaft wird.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bild oben auf der rechten Seite ist ein Kunstobjekt in einer quadratischen Plexiglasumh\u00fcllung. das ich auf einer Kunstbuchmesse entdeckt und (mit eingeholter Erlaubnis) photographiert habe. Da das Zerfledderte reichlich kunstvoll aussah, hat es mich interessiert, welches Buch diesem Energieanfall und- einfall gedient hat. 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