{"id":5603,"date":"2018-07-06T08:49:50","date_gmt":"2018-07-06T08:49:50","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5603"},"modified":"2018-07-06T18:14:10","modified_gmt":"2018-07-06T18:14:10","slug":"duerfen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=5603","title":{"rendered":"d\u00fcrfen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5605\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180706_093036-e1530862438517-231x300.jpg\" alt=\"\" width=\"272\" height=\"353\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180706_093036-e1530862438517-231x300.jpg 231w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180706_093036-e1530862438517-768x996.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180706_093036-e1530862438517-789x1024.jpg 789w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180706_093036-e1530862438517.jpg 1069w\" sizes=\"auto, (max-width: 272px) 100vw, 272px\" \/><\/p>\n<h5>Das Bild ist ein gutes Beispiel daf\u00fcr, was man (gar) nicht (mehr) darf und unter Umst\u00e4nden auch nicht d\u00fcrfen sollte. Ich habe das Photo des Werkes eines K\u00fcnstlers, dessen Namen ich nicht mehr wei\u00df, auf der Art Cologne im Jahre Soundso aufgenommen und es landete auf meinem Desktop bis heute, von wo ich es einschmuggle, obwohl es leider auch noch schlecht belichtet ist, denn ich habe es vom Monitor noch einmal abphotographiert und bin keineswegs begeistert \u00fcber die Wirkung, obwohl ich es f\u00fcr meine Wahrnehmung ganz gut finde, dass die beiden H\u00e4lften, die beide im Original schwarz sind, nun eine hellere Seite haben. Ich habe mich auch gewehrt, als mal jemand aus dem Bekanntenkreis dachte, es sei o.k., eine Zeile aus einem Gedicht von mir zu nehmen und es als Titel f\u00fcr einen Workshop zu benutzen, ungefragt nat\u00fcrlich. Viel h\u00e4ngt von der Kommunikation ab, wenn das eine M\u00f6glichkeit ist. Oder meiner eigenen moralischen Entscheidung. Oder wie heute, wenn ich mich mal\u00a0 damit auseinandersetze, wo D\u00fcrfen und Nichtd\u00fcrfen eigentlich anfangen und aufh\u00f6ren. Das Bild oben habe ich, wie gesagt, heute fr\u00fch auf meinem Desktop wieder entdeckt, weil mir auch klar wurde, dass es vorbei ist mit dem lockeren Rein-und Rausnehmen der vorhandenen Weltobjekte oder Weltgesichter, so, wie ich mich auch meistens gegen Smartphone-Selbstverst\u00e4ndlichkeiten wehre und zumindest gefragt werden m\u00f6chte, ob ich bereit bin, meine momentane Form-Kopie ins Au\u00dfen zu senden. Damit sto\u00dfe ich in Indien auf totales Unverst\u00e4ndnis, da gerade die v\u00f6llig enthemmte Lust am Selfie auf Volksebene tobt. Nat\u00fcrlich str\u00f6mt immer bei rigorosen Einstellungen auch ein Hauch freier Geist mit hinaus, das ist bedauerlich. Aber was ist ein freier Geist? Und wie frei zeigt sich der Geist, wenn er oder sie auf einen weiteren freien Geist trifft? Erkennen sie sich, oder w\u00fcrde vielleicht gerade da erst im Dialog die ernsthafte Arbeit beginnen bis zu einem Punkt, der erst noch erfahren werden muss, dass &#8222;sie sich erkannten&#8220;. Wie und durch was erkennen sie sich? Sagen wir mal, dass sie sich selbst sind, aber dann sind sie ja gerade v\u00f6llig unterschiedlich. Wie kommt es von diesem notwendigen Unterscheiden zu einem Sich-Erkennen? Ich zum Beispiel mute mich nicht nur gerne zu, wenn ich es f\u00fcr angemessen halte, m\u00f6chte aber auch, dass andere mir etwas oder sich selbst zumuten. Auch wenn ich bestimmten Zumutungen gegen\u00fcber keineswegs offen bin und mich selbst im Zumutungsfeld korrigiere, verbindet sich der Begriff f\u00fcr mich mit etwas Positivem. Manchmal steht man allein da und muss sich aushalten. Neulich war ich in guter Begleitung in Wuppertal im Skulpturenpark von Tony Cragg und wir schauten gerade auf die stolzen Eintrittspreise zu der Ausstellung, als ich rechtzeitig sah, dass es Markus L\u00fcpertz war, der dort ausgestellt wurde. Keinerlei Zweifel, dass mich niemand h\u00e4tte \u00fcberreden k\u00f6nnen, diese Ausstellung zu besuchen, und meine entgrenzte Emp\u00f6rung \u00fcber diesen Kerl platzte haltlos aus mir heraus. Wenn ich gezwungen werden w\u00fcrde, einen einzigen Begriff zu nennen, der f\u00fcr mich pers\u00f6nlich alles beinhaltet, was in der Kunst nicht vorkommen darf, dann w\u00fcrde ich gerne &#8222;L\u00fcpertz&#8220; sagen. Aber zum\u00a0 Gl\u00fcck werde ich nicht gezwungen, und die Frau an der Kasse war wirklich super. Sie wollte mir den Saal mit den furchterregenden Gestalten ans Herz legen, weil man ihrer Meinung nach das Gef\u00fchl vermittelt bekam, in einen &#8222;Olymp&#8220; zu treten. Den L\u00fcpertz-Olymp habe ich mir erspart. Die Frau an der Kasse war sehr entspannt. Sie mochte einen anderen K\u00fcnstler \u00fcberhaupt nicht, den ich dort auch gesehen hatte und gut fand. Eigentlich war es sehr befreiend, dass ich einerseits mal hemmungslos meine sehr rigorose Meinung \u00fcber diesen Mann sagen konnte, aber andrerseits war es eine angenehme Erfahrung, weil es &#8222;gut&#8220; ging. Nun hat dieses Erleben in mir selbst zu der Frage gef\u00fchrt, was ich von radikalen Aussagen halte. Und will ich es wirklich wissen, um unter Umst\u00e4nden auch mich selbst mit neuen Einstellungen zu \u00fcberraschen, wenn es sich zeigt, dass die eigenen etwas eingefahren sind,\u00a0 dann muss ich mich erst einmal auf komplexe Gedankeng\u00e4nge einlassen, die zeitaufwendig sind, und es muss etwas in mir ber\u00fchrt haben, und es kann mich unter g\u00fcnstigen Bedingungen von der gnadenlosen Freiheit des D\u00fcrfens in ein Bedenken f\u00fchren dar\u00fcber, was ich wirklich will und vor allem, ob ich etwas von mir Gewolltes dann auch kann.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bild ist ein gutes Beispiel daf\u00fcr, was man (gar) nicht (mehr) darf und unter Umst\u00e4nden auch nicht d\u00fcrfen sollte. 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