{"id":5593,"date":"2018-07-04T07:56:35","date_gmt":"2018-07-04T07:56:35","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5593"},"modified":"2018-07-04T07:58:58","modified_gmt":"2018-07-04T07:58:58","slug":"5593","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=5593","title":{"rendered":"einsch\u00e4tzen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5594\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180703_174918-300x290.jpg\" alt=\"\" width=\"344\" height=\"333\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180703_174918-300x290.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180703_174918-768x742.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180703_174918.jpg 993w\" sizes=\"auto, (max-width: 344px) 100vw, 344px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Als die Me\/too-Debatte auf Hochtouren lief, war ich in Indien und \u00fcberrascht, auch da hellwache Frauen zu treffen, die sich mit ihren Erfahrungen eingeklinkt hatten, und sicherlich wird es auch bald die Frage geben: was ist denn eigentlich aus dem ganzen Prozess geworden? Es ist ja auch das Recht jeder Frau, nichts damit zu tun haben zu wollen, oder zu denken, das geht sie nichts an, weil sie in ihrer pers\u00f6nlichen Welt einigerma\u00dfen zufrieden eingerichtet ist. Immer wieder trifft man auf zwei Sichtweisen, die den eigenen Weg bestimmen und die vermutlich auch die Grundlage zweier Lebensweisen sind, die man in Indien lange Zeit getrennt hat und noch immer trennt. Das eine ist der Familienweg, auf dem man heiratet, Kinder zeugt und die ungeheure und vielfach untersch\u00e4tzte Leistung, die st\u00e4ndig auf das Au\u00dfen antworten muss, bew\u00e4ltigt, w\u00e4hrend Eremiten und Sadhus und PhilosophInnen und K\u00fcnstlerInnen sich aus diesem Konstrukt aus vielerlei Gr\u00fcnden herausbewegen, um dann in anderen Bereichen zu landen, wo Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten ebenfalls vom Anfang der Menschengeschichte an diktiert wurden. Heutzutage verschwimmen zwar die Grenzen zwischen diesen beiden Seiten, die m.E. vor allem auf pers\u00f6nlicher Geschichte und Anlagen beruhen, aber ich frage mich, ob sie wirklich aufzul\u00f6sen sind. So ziemlich jede\/r kann Kinder haben wollen und eine Familie gr\u00fcnden, und auch die Anlagen f\u00fcr meditatives Sitzen und Reflektieren sind vorhanden, auch wenn es z.B. beim Angeln geschieht oder bei anderen T\u00e4tigkeiten, wo hohe Konzentration erforderlich ist. Bei dem jungen, indischen Paar, das gerade bei uns zu Besuch ist, kann ich sehen oder auch von ihnen h\u00f6ren, wie ungeheuer stark verwurzelt sie sind, bei aller ungew\u00f6hnlich &#8222;freien&#8220; Handhabung\u00a0 ihres Lebensstils, mit den g\u00e4ngigen Formen ihrer Tradition. Sie macht gerade ihr Ph.D., kann aber ganz offensichtlich ihren Intelligenzgrad schwer einsch\u00e4tzen. Gut, wer kann das schon, aber man muss Intelligenz nicht unbedingt verweigern. Auch frage ich mich immer mal wieder im Kontakt mit Frauen, ob ihnen eine gewisse Selbsteinsch\u00e4tzung nicht wesentlich erscheint, ich meine jetzt weder die \u00dcbersch\u00e4tzung noch die Untersch\u00e4tzung. Die junge Frau ist ein herrliches Beispiel von vielen &#8222;weiblichen&#8220; Faktoren, eine herzlich und simpel gelebte Sinnlichkeit, die das Kochen genie\u00dft und kein Problem darin sieht, von ihrem Mann permanent kommentiert zu werden. Eigentlich, sagt er, ist sie sehr intelligent, aber sie benutzt die Intelligenz nicht. Ich lerne nebenher, wie nutzlos unser aller Kommentieren ist, wenn die andere, die kommentierte Person, ein v\u00f6llig anderes Selbstverst\u00e4ndnis davon hat. Diese &#8222;sie&#8220; isst und kocht nicht nur super gerne, sondern sie ist mit Lust und Laune kindlich und kindisch, das l\u00f6st ein gewisses Staunen in mir aus und ich sehe, dass auch ihr Mann mit diesem leicht verlegenen Staunen auf sie schaut. Ich kann das drei Tage herzlich gerne sein lassen und auch genie\u00dfen, dann werde ich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter nerv\u00f6s. Mir fehlt das Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass Menschen, aber vor allem Frauen, sich durch weibliche, wenn auch tausend Jahre alte, Maskerade der Verantwortung des lebendigen Seins mit sich selbst entziehen durch Verweigerung der zugegebenerweise ziemlich anstrengenden Bewusstseinsprozesse um die leidige Frage &#8222;wer bin ich eigentlich? herum. Nicht, dass es irgendeine Kraft im Universum gibt, die darauf den vorgezogenen Wert sieht, nein, Jede\/r kann und muss und will doch mit dem eigenen Schicksal umgehen nach Notgedrungenheit und Belieben. Aber immerhin geht es hier um ein gro\u00dfz\u00fcgiges Angebot des universellen Raumes selbst mit seinen herzerfrischenden Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten: Das Sich-selbst-erkennen-k\u00f6nnen ist doch kein Zwangsprojekt. Jede\/r kann und muss selbst entscheiden.<\/h5>\n<p>Meine Bilder \u00fcberraschen mich gerade selbst. Seit ich in meinen Pinseleien wieder Gesichter zulasse, sprechen mich Geschichten an, die in die Urzeit zur\u00fcckf\u00fchren, bevor sie sich wieder mit meiner eigenen Geschichte in Kontakt setzen, was nicht hei\u00dft, dass ich das jeweils gleich verstehe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Als die Me\/too-Debatte auf Hochtouren lief, war ich in Indien und \u00fcberrascht, auch da hellwache Frauen zu treffen, die sich mit ihren Erfahrungen eingeklinkt hatten, und sicherlich wird es auch bald die Frage geben: was ist denn eigentlich aus dem ganzen Prozess geworden? 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