{"id":5512,"date":"2018-06-18T08:26:26","date_gmt":"2018-06-18T08:26:26","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5512"},"modified":"2018-06-18T08:26:26","modified_gmt":"2018-06-18T08:26:26","slug":"weltmeisterspiele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=5512","title":{"rendered":"Weltmeisterspiele"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-5513\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/20180618_093355-166x300.png\" alt=\"\" width=\"218\" height=\"394\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/20180618_093355-166x300.png 166w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/20180618_093355-768x1385.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/20180618_093355-568x1024.png 568w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/20180618_093355.png 978w\" sizes=\"auto, (max-width: 218px) 100vw, 218px\" \/><\/p>\n<h5>Wenn die deutsche Fu\u00dfballmannschaft antritt, erlebe ich \u00c4hnliches wie in Indien, wenn die Cricketmannschaft antritt. Man kann davon ausgehen, dass sehr viele Gehirne ihre verf\u00fcgbaren Areale in dieselbe Richtung dehnen, auf dieselben Flatscreens oder public viewings, in Indien vielleicht eine kleine Fernsehkiste in einem Mini-Kiosk, vor dem eine lange Schlange viewers hintereinander stehen und sich \u00fcber die Schultern schauen. Ich schaue dort nie ein ganzes Spiel, weil ich noch weniger von den Regeln verstehe als vom Fu\u00dfball, aber ich bin in tune mit der Kollektivpsyche, denn man kann kollelktive Aufschw\u00fcnge gut nutzen, und sich wappnen gegen kollektive Abst\u00fcrze. Die Deutschen, zweimal Verlierer selber angezettelter Kriege, sind keine guten Verlierer. Man wird auch nicht als guter Verlierer geboren, vieles muss man sich aneignen. Wenn also die Deutschen z.B., wie gestern abend, im Rahmen einer auffallenden Glanzlosigkeit verlieren, fegt die gemeinsame Wucht der Entt\u00e4uschung erstmal alles leer. H\u00e4tte man zumindest bravour\u00f6s gespielt, w\u00e4ren Seehofer und Merkel eine Weile in den Hintergrund getreten, und man h\u00e4tte in der inneren Landschaft br\u00f6ckelnder Erde noch einen Lehmbatzen formen und ihm f\u00fcr eine Weile Atem einhauchen k\u00f6nnen. Das kann man nun nicht. All diese massive Vorbereitung, die man als potentielle Au\u00dfenseiterin nur ahnen kann. Das N\u00e4hen der H\u00fcte und der Banner, und Russland so weit, aber dabei muss gewesen sein, man will das Volk, jeder sein eigenes Volk, beim Siegen unterst\u00fctzen, darauf kann auch gespart werden. Und nun hat Mexiko, eins dieser L\u00e4nder mit den flinken K\u00f6rpern, die aus anderen Gr\u00fcnden gut werden wie unsere Jungs,\u00a0 einen f\u00fcr sie historischen Sieg gewonnen \u00fcber die Meister aus Deutschland. Ja, das waren noch Zeiten, als Basti Schweinsteiger mit blutender Wunde im Schlachtfeld stand, und der gute Lahm war da, und&#8230;wie hie\u00df er doch noch. Daraus entstehen sp\u00e4ter Preisfragen: wer scho\u00df Zwanzigachtzehn das eine Tor in der ersten Runde! Wenn man kein Fu\u00dfballfan ist, trotzdem in der WM die Spiele mit den Deutschen und noch so ein bisschen mal hier, mal dort reinschaut, der schaut auch nicht unbedingt gleich das n\u00e4chste Spiel, praktisch um zu vergessen, was man gerade an Erschreckendem erlebt hat! Man lauscht etwa in den Gro\u00dfraum einer aufgeschreckten Leere, soweit man Leere noch aufschrecken kann, und muss oder kann die Wahrnehmung vom Spiel, also vom gemeinsamen Scheitern, wegholen in die bl\u00fchende Gegenwart. Gut, hier moderiert kein B\u00e9la R\u00e9thy die Handlung, obwohl der auch nicht alles wei\u00df oder wissen kann, h\u00f6re ich. Die Angst, die deutsche Mannschaft k\u00f6nnte aus dem Spiel ausscheiden, liegt dem Volk wie gemalt im Nacken. Politisch sieht es (mal wieder) nicht gut aus, aber wenn das Fu\u00dfballspiel auch noch zusammenbricht, und dann diese un\u00fcberschaubaren Massen, die hilfesuchend zu uns hinfl\u00fcchten und uns zu Entscheidungen zwingen (spricht die deutsche Undergroundvolksseele), die wir nicht gewollt haben.. Die Angst vor brauner Farbe, die mit der nat\u00fcrlichen Erdh\u00fctung wenig zu tun hat. Die Angst vor der Schadenfreude. Deswegen kann man die Zwischenr\u00e4ume in einer WM gut nutzen zum Reflektieren, denn wenn die Weltmeisterschaftsspiele vorbei sind, ist alles andere immer noch da.<\/h5>\n<p>Das Bild zeigt eine Aschenurne, die ich mal in einem chinesischen Laden erstanden habe, und davor eine kleine Statue der Katzeng\u00f6ttin Bastet, Tochter des Sonnengottes Re. Das liegt da oben auf meinem Schrank, und ich schaue nicht jeden Tag hin. Heute zum Beispiel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn die deutsche Fu\u00dfballmannschaft antritt, erlebe ich \u00c4hnliches wie in Indien, wenn die Cricketmannschaft antritt. 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