{"id":5408,"date":"2018-06-04T08:01:52","date_gmt":"2018-06-04T08:01:52","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5408"},"modified":"2018-06-04T08:10:42","modified_gmt":"2018-06-04T08:10:42","slug":"anregen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=5408","title":{"rendered":"anregen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5409\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/20180603_194424-203x300.jpg\" alt=\"\" width=\"273\" height=\"404\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/20180603_194424-203x300.jpg 203w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/20180603_194424.jpg 686w\" sizes=\"auto, (max-width: 273px) 100vw, 273px\" \/><\/p>\n<h5>Im &#8222;Kepos&#8220; (Garten) des Epikur wurde auch eine Art Lebensmeisterschaft ge\u00fcbt oder gelebt oder wie man das jeweils nennen m\u00f6chte oder kann, wenn zeitgem\u00e4\u00df bewusste Menschen beieinander sitzen und sich miteinander wohlf\u00fchlen, und dadurch ein Empfangs-Raum entsteht f\u00fcr das jeweils M\u00f6gliche, was an Substanz in solch einem Raum erzeugt werden kann. Geistige Zeugung ist kreativ und anregend. Wer geistig zeugen kann, f\u00fchlt sich selten allein.\u00a0 Angenehm in den Anekdoten \u00fcber Epikur fand ich auch immer, dass Frauen erw\u00e4hnt wurden, und dass er wohl da nicht die \u00fcbliche Notwendigkeit sah, die Geschlechter zu trennen. Man versteht ja oft nicht, warum es als so unendlich schwierig r\u00fcberkommt in der Menschheitsgeschichte, Verantwortung f\u00fcr das eigene Tun zu \u00fcbernehmen, so als m\u00fcsste jede Generation neu dar\u00fcber nachgr\u00fcbeln, wie das wohl geht, und ja, muss sie. Was bleibt uns anderes \u00fcbrig, als dar\u00fcber nachzugr\u00fcbeln und zu durchdringen, was uns als das Undurchdringliche erscheint, bis es belichtet ist, Facette f\u00fcr Facette. Bis das Auge entschleiert ist von den Vorstellungen, die wir uns gemacht haben \u00fcber das Ganze. Die Ich-Sicht ist durchaus wesentlich, bis auch hier die Positionierung am Tellerrand auffallend kreisl\u00e4ufig wird. Auch Sufi-T\u00e4nzer haben in ihren endlosen Kreisbewegungen einen Arm unten und einen oben im Tanz, sozusagen eine\u00a0 f\u00f6rmliche Kanalisierung, die sicherlich eine gute Wirkung hat, wenn man das entsprechende Wissen damit verbindet. Aber \u00e0 propos Lebensmeisterschaft, so gibt es tats\u00e4chlich eine Linie des Denkens und Erlebens, die sich durch die Zeiten lebendig erhalten hat, und immer wieder von Einzelnen dankbar aufgenommen wurde und wird. Es geht da viel um die Freiheit des Geistes, und ob es einen Ort gibt, und wie der gestaltet sein w\u00fcrde, wo Menschen das Gef\u00fchl haben k\u00f6nnen, dass der Weg zu sich selbst das wesentliche Abenteuer ist, um das es hier auf dem Planeten zu gehen scheint. Dazu kann ja niemand gezwungen werden, denn die Bedingungen sind nicht jedermanns Sache. Manche finden sie schwer, manche spannend.\u00a0 Mit manchen Gedanken muss man sich vertraut machen. Manche Fragen m\u00fcssen gestellt werden. Was braucht ein Mensch, um sich ein Leben zu erschaffen, in dem er sich wohlf\u00fchlt. Auch Siegfried Lenz (im gestrigen Beitrag) bezieht sich, wie auch Erich Fromm in &#8222;Haben und Sein&#8220;, auf die Antike. Es geht um die Kunst der Mu\u00dfe, die jetzt in unseren Gesellschaften vollst\u00e4ndig zu versinken droht. Wenn man nat\u00fcrlich von heute aus mit dem gendererwachten Blick in die Antike schaut, findet man vor allem Epikur, bei dem sich auch Frauen an der Welterfassung \u00fcben durften. Wo waren sie? Was haben sie gemacht und gedacht? Wie kann ein Geist frei sein, wenn er ungern nach Hause geht, weil es dort durch seine eigene Gesetzgebung so unendlich langweilig ist. Auch Sex kann unendlich langweilig sein, wenn die geistige Unterhaltung nicht mitgeliefert wird. Alles das, was nicht gen\u00fcgt, braucht immer Steigerung. Deswegen wei\u00df man irgendwann, wie schwierig das Einfache und gleichzeitig Gehaltvolle zu erreichen ist. Einzeln kann man(n) sich immer vieles vorstellen, aber die sch\u00f6nen Dinge zusammen gestalten und erleben, den Vogelgesang, das Gespr\u00e4ch, die Paradoxie der Erscheinungen, die Entwirrungen der T\u00e4uschungsman\u00f6ver, die Erfahrungen des begrenzten und des entlassenen Ichs. Das Ersp\u00fcren ungeteilter Einheiten im Raum, die Kunst des Gegen\u00fcber-Seins, das alles braucht Zeit und hat mit Religi\u00f6sem absolut nichts mehr zu tun. Das flie\u00dft seine eigenen Wege und regt niemanden auf.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im &#8222;Kepos&#8220; (Garten) des Epikur wurde auch eine Art Lebensmeisterschaft ge\u00fcbt oder gelebt oder wie man das jeweils nennen m\u00f6chte oder kann, wenn zeitgem\u00e4\u00df bewusste Menschen beieinander sitzen und sich miteinander wohlf\u00fchlen, und dadurch ein Empfangs-Raum entsteht f\u00fcr das jeweils M\u00f6gliche, was an Substanz in solch einem Raum erzeugt werden kann. 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