{"id":5378,"date":"2018-05-31T07:26:23","date_gmt":"2018-05-31T07:26:23","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5378"},"modified":"2018-05-31T07:28:24","modified_gmt":"2018-05-31T07:28:24","slug":"geboren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=5378","title":{"rendered":"geboren"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5379\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180531_073027-177x300.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"373\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180531_073027-177x300.jpg 177w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180531_073027-768x1305.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180531_073027-603x1024.jpg 603w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180531_073027.jpg 1066w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5380\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180531_073221-167x300.jpg\" alt=\"\" width=\"208\" height=\"374\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180531_073221-167x300.jpg 167w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180531_073221-768x1377.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180531_073221-571x1024.jpg 571w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180531_073221.jpg 1070w\" sizes=\"auto, (max-width: 208px) 100vw, 208px\" \/><\/p>\n<h5>Feiertag. Ich feiere innerlich den Tag der Geburt und das \u00dcberleben eines Mannes, dem ich zuerst kurz nach seiner Geburt begegnet bin. Ich war nach New York gekommen mit einem flammend leidvollen Auftrag an einen Mann, den Vater des Kindes. Er und die Mutter befanden sich inmitten des Trennungsprozesses. Nur wollte sie das Kind, das sie gezeugt hatten, auf einmal nicht mehr haben. Sie hatte bereits einen japanischen Ehemann und ihre f\u00fcnf Kinder in Los Angeles gelassen und wollte nun zu ihnen zur\u00fcck. Sie schob mir an der T\u00fcre das vor Kurzem geborene Kind in die Arme und sagte: Ich will es nicht. Das war Raphael, einst geboren am 31. Mai. Auch ich konnte nicht seine Mutter sein, weil ich aufgew\u00fchlt war von einer Trauer um den Verlust eines Menschen, der mir nah gewesen und unter ung\u00fcnstigsten Bedingungen zu Tode gekommen war. Raphaels Vater und ich waren nach gemeinsamer Arbeit und der Ausf\u00fchrung des Auftrages\u00a0 auf dem Weg nach Indien und landeten in Kathmandu, bauten dort ein Leben auf und die junge Babysitterin, die wir vor\u00fcbergehend engagiert hatten f\u00fcr das Kind, wurde seine Mutter. Raphael und ich sind uns einmal begegnet, der potentielle Sohn und ich. Er hat mich besucht hier im Haus und machte mir klar, dass ich ihm seinen Vater weggenommen hatte. Genau bei diesem Besuch zeigte sich, dass wir tief verbunden waren und sind. Es hatte nichts mit k\u00f6rperlichem Blut zu tun, eher mit dem poetischen Blut des Erkennens. Wir waren wie zwei Fremdlinge, die \u00fcberrascht waren, auf einmal auf den archaischen, unwegsamen Stra\u00dfen des Seins miteinander wandern zu k\u00f6nnen ohne Furcht, verbunden mit der Sprache der Sprachlosen. Es war eine Zeit, in der ich noch offen war f\u00fcr den Fl\u00fcgelschlag der Engel, und mochte besonders die mit dem Buch, und die mit dem Schwert, und die dunklen, verhei\u00dfungsvollen. Man konnte die eigenen Fl\u00fcgel schmerzhaft sp\u00fcren. So war es in dieser tiefen Begegnung nicht das Leid, einen Sohn verpasst zu haben, sondern die Umst\u00e4nde erlaubten es mir, ihn tats\u00e4chlich als Sohn begr\u00fc\u00dfen zu d\u00fcrfen. Nach dem Tod seines Vaters fing ich an, nach ihm zu suchen und lie\u00df Freunde in New York nach ihm fahnden. Letztes Jahr meldete sich auf einmal ein Mann bei mir und bat mich um einen Beitrag f\u00fcr ein Buch \u00fcber Raphaels Vater. Er hatte die Adresse von Raphael und schickte sie mir. Es dauerte eine Weile, bis ich den Mut hatte, mich zu melden, bis ich eines Tages dann doch zum H\u00f6rer griff. Es war der 31.Mai, sein Geburtstag. Das Datum war nie zu mir durchgedrungen, lange war seine Geschichte wie ein Nebenstrang meiner Geschichte, und es war dann auch so, dass der Vater zur\u00fcck musste zu seinem Sohn. Sie haben an ihrem Schicksal noch schwer gearbeitet. Jetzt gibt es noch seine Mutter, die ihn geboren hat, und seine Mutter, die ihn aufgezogen hat, und mich. Er hat auch ein paar Lorbeeren h\u00e4ngen im Haar. Heute hat er Geburtstag.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Feiertag. Ich feiere innerlich den Tag der Geburt und das \u00dcberleben eines Mannes, dem ich zuerst kurz nach seiner Geburt begegnet bin. Ich war nach New York gekommen mit einem flammend leidvollen Auftrag an einen Mann, den Vater des Kindes. Er und die Mutter befanden sich inmitten des Trennungsprozesses. 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