{"id":5375,"date":"2018-05-30T08:28:44","date_gmt":"2018-05-30T08:28:44","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5375"},"modified":"2018-05-30T08:28:44","modified_gmt":"2018-05-30T08:28:44","slug":"fragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=5375","title":{"rendered":"fragen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-5376\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180529_190247-275x300.jpg\" alt=\"\" width=\"351\" height=\"383\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180529_190247-275x300.jpg 275w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180529_190247.jpg 518w\" sizes=\"auto, (max-width: 351px) 100vw, 351px\" \/><\/p>\n<h5>Es ist interessant, wie inmitten dieser von vielen Menschen dunkel reflektierten Zeit einer innerlich akzeptierten und kollektiven Ohnmacht, was die pers\u00f6nliche Kontrolle der Vorg\u00e4nge betrifft, nun gleichzeitig die gro\u00dfen Fragen auftauchen, wobei &#8222;gro\u00df&#8220; hier bedeutet, dass es die einfachen Fragen sind, die man gerne, bevor sie Fragen werden, als das Selbstverst\u00e4ndliche betrachtet. Das Selbst scheint vieles zu verstehen zu glauben, bevor es gefragt wird, oder, im besten Falle, sich selbst die einfachen Fragen stellt und gespannt auf die Antworten wartet. Was ist Liebe? Was ist Gl\u00fcck? Was macht der Mensch hier eigentlich auf dem Planeten? Gibt es einen Herrscher \u00fcber uns alle? Bestimmt jemand meinen Weg? Bin ich frei? Was mache ich damit? Undsoweiter. Das, was Einzelne immer wieder in die Berge trieb, um selbst das Selbst zu ergr\u00fcnden und dadurch weltkundig zu werden und um letztendlich, wenn alles gut ging, sich an ruhiger, innerer Quelle aus dem Ganzen zu verabschieden. Es gab den sogenannten Weg, auch bei uns im Westen, vor allem vermittelt durch die Griechen (aber auch vielen anderen Philosophen) und ihre vortreffliche geistige Akrobatik in der M\u00fche und Meisterschaft, den hochkomplexen Darbietungen des Seins selbst die Geheimnisse abzutrotzen (abtrotzen! was f\u00fcr ein kraftvolles Wort!) und sie in eigene Worte und eigenes Sein zu f\u00fchren. Das System, in dem wir uns vorfinden, basiert ja nicht und niemals auf einem vorgeschriebenen Grundgesetz, dem alle folgen m\u00fcssen. Nein, es wird immer gemeinsam gebastelt. Allein das Habenwollen schafft unendlich viele neue Welten und Bedingungen, unter deren Joch die W\u00fcnscher zu leiden lernen, denn niemand wei\u00df vorher, was aus all dem Gew\u00fcnschten alles wird, und dass der Strom der stillen \u00dcbereink\u00fcnfte so stark werden kann, dass kein Damm und keine Bremse mehr sinnvoll erscheint. Auch bremsen kann nur, wer wei\u00df, wo die Bremse ist. Auch Wissen wurde oft genug geheim gehalten, damit es nicht in missbr\u00e4uchliche H\u00e4nde fiel. Wissen ist Macht. Und Macht verf\u00fchrt. Es ist schrecklich und eine Ebene f\u00fcr sich, die Verf\u00fchrungen an sich selbst und anderen zu erleben, bevor man die Formeln der eigenen Befindlichkeiten verstanden und dadurch gelernt hat, dass auch in diesem Garten das Tor ge\u00f6ffnet bleibt. Damit sich, wie im Kepos von Epikur, die Freunde beim philosophischen Gespr\u00e4ch wohlf\u00fchlen k\u00f6nnen. Es gab diese Zeiten, wo viel dar\u00fcber nachgedacht wurde, was der Mensch eigentlich braucht zu seinem Gl\u00fcck. &#8222;Gl\u00fcck&#8220; ist nicht mein Lieblingswort, ich mag lieber &#8222;Wohlbefinden&#8220;. Wie soll ich das Sein wirklich wahrnehmen, wenn mir die Mu\u00dfe fehlt, mich darauf einzulassen? Hier sind wir schon im meditativen Feld, das sich notgedrungenerweise zu Systemen formieren musste, um lebensf\u00e4hig zu bleiben. Aber da wir jetzt kein System mehr vor der Nase haben, das uns die sch\u00e4tzenswerten Dinge des Lebens anpreist, ohne unser Fleisch-und Datenblut dabei auszusaugen, ist es eben gut, sich die Fragen ganz einfach mal selbst zu stellen. Epikur galt bei manchen als Schlemmer, weil er keine Morallatte aufgestellt hatte gegen das Vergn\u00fcgen des Daseins. Er selbst empfand es als Luxus, ab und zu K\u00e4se zu Wasser und Brot zu essen. Wobei Beispiele aus der Geschichte sich uns oft einpr\u00e4gen, weil sie extrem sind, uns aber anregen k\u00f6nnen zum Nachdenken.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist interessant, wie inmitten dieser von vielen Menschen dunkel reflektierten Zeit einer innerlich akzeptierten und kollektiven Ohnmacht, was die pers\u00f6nliche Kontrolle der Vorg\u00e4nge betrifft, nun gleichzeitig die gro\u00dfen Fragen auftauchen, wobei &#8222;gro\u00df&#8220; hier bedeutet, dass es die einfachen Fragen sind, die man gerne, bevor sie Fragen werden, als das Selbstverst\u00e4ndliche betrachtet. 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