{"id":5318,"date":"2018-05-22T08:05:54","date_gmt":"2018-05-22T08:05:54","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5318"},"modified":"2018-05-22T09:36:04","modified_gmt":"2018-05-22T09:36:04","slug":"anschauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=5318","title":{"rendered":"anschauen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5319\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180522_091239.png\" alt=\"\" width=\"114\" height=\"124\" \/><\/p>\n<h5>Ja, das ist ein sehr kleines Bild. Trotzdem schaut einen jemand an, und man kann den Blick deuten, wie man m\u00f6chte. Deswegen bleibt es erst einmal anonym. Man wird ja oft von einer unbekannten Person angeschaut. Sobald man &#8222;drau\u00dfen&#8220; ist, ist man im gegenseitigen Anschau-Bereich. Doch auch wenn man neugierigen Blicken begegnet, ist es nicht dasselbe wie anschauen. Es kommt offensichtlich auf die Anschauung an, ob man selbst Andere sieht oder von Anderen, und wie, wahrgenommen wird. Wenn wir schon bei der (notwendigen) Pr\u00e4zisionierung der Worte sind, und damit der eigenen Sprache,\u00a0 so ist &#8222;wahr genommen&#8220; hier vielleicht auch nicht das passende Wort. Man kann ja bei den Blicken, die in der Welt permanent unterwegs sind, keinen Anspruch auf Wahrheit erheben. Jeder gibt und nimmt seine und ihre eigene Wahrheit, insofern, ja, nimmt jede\/r das seinige und das Ihrige wahr. Ob es nun von diesen separat herumwandernden Blicken auch noch zu einer gemeinsamen Wahrnehmung kommen kann, ist erwiesen. Es passiert in Konzerts\u00e4len und auf Rockerfestivals und bei manchen Beerdigungen, aber auch da eben nicht wirklich. Etwas bindet scheinbar zusammen, aber bindet es wirklich, und ist es \u00fcberhaupt bindend. Was ist bindend. Letztendlich bindend, so scheint mir, ist doch nur die Verantwortung meiner eigenen Wahrnehmung gegen\u00fcber dem, was ich in diesem Moment der Zeit, meiner Zeit, wahr zu nehmen imstande bin. Vielleicht gibt es ja gar nichts Wahres, was ich nehmen kann, und die ultimate Anwesenheit des &#8222;Wahren&#8220; ist das, was jeweilig da ist. F\u00fcr Jede\/n also das, worin er sich aufh\u00e4lt und mit dem, was unser Blick daraus macht. Die Wirkung meiner Sehweise zu ermessen. Auf der ganzen Skala vom Oben bis in das tiefste Unten. Wo und wie pendle ich meine Extreme aus. Warum ist das mittlere Ma\u00df nicht dasselbe wie mittelm\u00e4\u00dfig. Was f\u00fcr ein verschlossenes Buch der Mensch ist, wenn er so in Str\u00f6men hin und hergeht und denkt, das Ganze w\u00e4re irgendwie verst\u00e4ndlich. Der\/die sich die ihm oder ihr entsprechende Wahrnehmung m\u00fchsam erzeugen muss, und sich oft auch an ihr festhalten, damit das Fassungsverm\u00f6grn nicht verloren geht, das man anf\u00e4ngt, das eigene Leben zu nennen, obwohl man es gar nicht fassen kann. Es ist ja unfassbar. Was den befangenen Blick entschleiert ist ja nicht das, was drau\u00dfen ist, sondern nur das, was drin ist. Daher f\u00fchrt kein Weg herum um das Drin. Mit dem Drau\u00dfen muss man lernen, souver\u00e4n umzugehen, denn jede\/r sieht, was er will und kann. Das Erfassen des eigenen Blickes interessiert deshalb, weil er den Ausblick schult auf das Gegen\u00fcber. Da bin ich ja frei und ganz meine unterhaltsame Schulung. Mein Anspruch an mich selbst. Meine Herausforderung. Mein Schachbrett.Mein Ozean. Mein Nullpunkt. Undsoweiter.<\/h5>\n<p>Das Bild zeigt das Gesicht des Puttenengels, den ich in meinem Beitrag &#8222;firmen&#8220;<br \/>\nvor ein paar Tagen schon einmal etwas gr\u00f6\u00dfer gezeigt habe Schon in der Kathedrale,<br \/>\nwo ich ihn entdeckt habe, war er weit weg. Wenn dem ehemaligen K\u00fcnstler so etwas<br \/>\ngelingt, kann man nur danken. Wenn man, v\u00f6llig unerwartet, seinen Blick noch<br \/>\nsp\u00fcren kann.<\/p>\n<h5><\/h5>\n<h5><\/h5>\n<h5><\/h5>\n<h5><\/h5>\n<h5><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja, das ist ein sehr kleines Bild. Trotzdem schaut einen jemand an, und man kann den Blick deuten, wie man m\u00f6chte. Deswegen bleibt es erst einmal anonym. Man wird ja oft von einer unbekannten Person angeschaut. Sobald man &#8222;drau\u00dfen&#8220; ist, ist man im gegenseitigen Anschau-Bereich. 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