{"id":5287,"date":"2018-05-18T09:34:34","date_gmt":"2018-05-18T09:34:34","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5287"},"modified":"2018-05-18T09:34:34","modified_gmt":"2018-05-18T09:34:34","slug":"wandern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=5287","title":{"rendered":"wandern"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-5288\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180517_192304-209x300.png\" alt=\"\" width=\"328\" height=\"471\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180517_192304-209x300.png 209w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180517_192304.png 628w\" sizes=\"auto, (max-width: 328px) 100vw, 328px\" \/><\/p>\n<h5>Neulich habe ich den Begriff &#8222;Weg des Nicht-Wissens&#8220; geh\u00f6rt, das hat mich angesprochen. Wie wenn das Spielbrett sich kurz um die eigene Achse dreht, und man stellt fest, dass man genau an der Stelle gelandet ist, wo man hin wollte. Wo man hin wollte, wird einem eigentlich jetzt erst klar, denn es hat wenig mit dem Ziel zu tun, aber alles mit dem Weg. In diesem Fall wei\u00df man vom (verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig) lange gegangenen Pfad, dass es nie einen Moment geben wird, wo eines Menschen Wissen abgerundet sein kann. Das akkumulierte Wissen kann gute Dienste leisten, kein Zweifel, aber Wissen per se kann es nie sein, da an jeder Ecke Anderes von Anderen gekonnt und gewusst wird, was einem selbst nie zug\u00e4nglich sein wird. Am besten, man l\u00e4sst das wissensvoll Erworbene durch sich hindurchstr\u00f6men, damit es, wenn ben\u00f6tigt, zur Verf\u00fcgung stehen kann. Ansonsten ist es angebrachter, keine zu fixierten Archive damit aufzubauen, damit man nicht zu den Waffen greifen muss, um sie zu verteidigen. Da dachte ich, dass es doch eigentlich viel einleuchtender ist, vom Nicht-Wissen auszugehen, denn dann kann man sich, wenn man mal was wei\u00df, selbst daran erfreuen, muss auch nicht immer darauf bestehen und kann sich vom Fleck r\u00fchren, wenn Beweglichkeit in der Wahrnehmung angesagt ist. Ich denke allerdings auch, dass man im Fahrzeug des beweglichen Geistes einiges Material beieinander haben muss, um eine gewisse Stabilit\u00e4t zu haben w\u00e4hrend der Reise. Als ich aus Indien zur\u00fcck kam und eine Weile bei der Kleiderfirma gearbeitet habe, hatte ich einen Kollegen gegen\u00fcber am Schreibtisch sitzen, dem ich ab und zu aus meinem mir schlicht vorkommenden Leben etwas erz\u00e4hlte. Er schrie auf und fl\u00fcchtete, wenn auch mit Humor, aus dem Raum. F\u00fcr ihn war die Navigation durch meine Erlebnissph\u00e4re schwindelerregend. Damals wusste ich noch nicht, was &#8222;zumuten&#8220; ist. Und selbst wenn man wei\u00df, was es f\u00fcr einen selbst ist, kann man sich daf\u00fcr oder dagegen entscheiden. Nicht-Wissen ist nicht dasselbe wie &#8222;Unwissen&#8220;, so, wie Nicht-Tun nicht dasselbe ist wie Nichtstun. Sehe ich meine Ich-Ebene als wissensvoll an, bewege ich mich eigentlich st\u00e4ndig in pers\u00f6nlichen Irrungen und Verwirrungen, die vorprogrammiert sind, da ich dann dem Wissen der Anderen nicht wirklich ge\u00f6ffnet bin. Gehe ich aber locker von dem eher realen Nicht-Wissen aus, kann immer noch was \u00dcberraschendes dazukommen, und man kann dem Geist eine Liebe f\u00fcr Vielfalt und Unterscheidungen beibringen, oder es wird einem vom Geist beigebracht, who knows. Auch liegt im Nicht-Wissen eine gr\u00f6\u00dfere Beweglichkeit, kreativ mit dem Augenblick umzugehen. Auf dies und jenes muss man dann auch verzichten k\u00f6nnen, aber ist es wirklich Verzicht. Vor Kurzem ist mir auf der Suche nach Emily Dickinson ein wahrhaft kleines B\u00fcchlein entgegen gefallen von Epikur \u00fcber das Gl\u00fcck. Einerseits war er nicht gegen das Schlemmen und Genie\u00dfen, andrerseits bat er hier auf der aufgeschlagenen Seite einen Freund, ihm doch etwas K\u00e4se zu schicken, da ihm das Essen von nur Brot und Wasser vielleicht doch etwas langweilig vorkam. Man muss wissen, was man selbst unter Unterhaltung versteht, und dass es auch erquickend sein kann, sich einzuschr\u00e4nken, oder zum Beispiel von dem Wenigen, was immer als Bestes vorhanden ist, sich auch f\u00fcr das einem als das Beste vorkommende zu entscheiden. Das kann auch das Fasten sein. Stimmt, es ist Ramadan zur Zeit f\u00fcr die Muslime. Was m\u00fcssen sich da f\u00fcr innere K\u00e4mpfe abspielen! Wahrscheinlich ist es auch hier so, dass, wenn ich sorglos hineingehe in den Monat, ohne zu wissen, ob ich es schaffe, es wahrscheinlich leichter f\u00e4llt als sicher zu sein, dass ich es mit meinem Willen hinkriege. Sieht so aus, als st\u00fcnden die Tore des Nicht-Wissen weit offen. Das, was ich wei\u00df und wissen muss, passt in ein B\u00fcndel. Dann noch den Stab und die Wanderschuhe. So, wie der Lama mal in Kathmandu zu mir sagte: Ihr (er meinte die klugen Foreigners) k\u00f6nnt mit dem Helikopter an den Gipfel fliegen, soviel ihr wollt, aber irgendwann m\u00fcsst ihr doch den Fu\u00dfweg zum Gipfel nehmen. Wie wahr!<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neulich habe ich den Begriff &#8222;Weg des Nicht-Wissens&#8220; geh\u00f6rt, das hat mich angesprochen. Wie wenn das Spielbrett sich kurz um die eigene Achse dreht, und man stellt fest, dass man genau an der Stelle gelandet ist, wo man hin wollte. 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