{"id":5225,"date":"2018-05-10T09:11:23","date_gmt":"2018-05-10T09:11:23","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5225"},"modified":"2018-05-10T09:19:30","modified_gmt":"2018-05-10T09:19:30","slug":"firmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=5225","title":{"rendered":"firmen"},"content":{"rendered":"<h5>\u00a0 <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5226\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180510_075141-173x300.jpg\" alt=\"\" width=\"173\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180510_075141-173x300.jpg 173w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180510_075141.jpg 540w\" sizes=\"auto, (max-width: 173px) 100vw, 173px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5228\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180510_105400-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180510_105400-169x300.jpg 169w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180510_105400-768x1363.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180510_105400-577x1024.jpg 577w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180510_105400.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5227\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180509_184248-280x300.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180509_184248-280x300.jpg 280w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180509_184248.jpg 305w\" sizes=\"auto, (max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/h5>\n<h5>Es ist nun wirklich, was ich einen puren Zufall nennen k\u00f6nnte, im Sinne von etwas unverhofft Schlichtem, das einem entgegenkommt, n\u00e4mlich, dass ich gestern in eine gro\u00dfe N\u00e4he zum Christentum kam, die mir durch die katholische Kindheitserfahrung meiner Begleiterin und ihre Ber\u00fchrung damit in eine M\u00f6glichkeit brachte, meine eigenen Verschlossenheiten und Vorbehalte gegen die aufgebauschte Ritualistik religi\u00f6ser Darstellungen etwas zu lockern. Wir waren also unterwegs und erblickten an einem bestimmten Punkt inmitten des Gr\u00fcns diese gigantische Kirche, eher wie eine Kathedrale, in deren Eingangstor wir sp\u00e4ter, bei m\u00e4chtigem Glockengel\u00e4ut, eine Menge Menschen hineineilen sahen. Wir gingen auch hinein. Die Kirche war proppenvoll. Es war eine Firmung. Da ich weder katholisch bin, noch von irgendwem jemals zu einem Glaubensweg gedr\u00e4ngt wurde, wusste ich herzlich wenig von dem, was da vor sich ging, aber es erinnerte mich doch in seiner Intensit\u00e4t an die Versammlungen der Gl\u00e4ubigen in indischen Tempeln. Ein Bischof war da in pr\u00e4chtigem und geschmackvollem Gewand. Er trug den Hirtenstab, sehr sch\u00f6n geformt, der ihm manchmal von einem Kirchendiener abgenommen wurde. Das erste Wunder trat prompt ein: Der Hohepriester sprach mit menschlicher, hei\u00dft: authentischer Stimme, wer h\u00e4tte das denken k\u00f6nnen. Ach ja, die zu Gefirmten Werdenden waren zuvor um das Taufbecken herumgesammelt und mit dem Wasser aus dem Taufbecken mit einem Kreuz auf der Stirn als Neugetaufte gezeichnet, bzw. gesegnet worden. W\u00e4hrend sie den Kirchgang auf- und abliefen mit angestrengt ernsthaften Gesichtern, konnte man sie ein wenig betrachten. Viele waren schick angezogen, die M\u00e4dchen mit sehr hohen, sehr glitzernden Damenschuhen, offenbar ein modischer Firmungstrend, der der ernsthaften Atmosph\u00e4re keinen Abbruch tat. Jugend, von der man erhofft und w\u00fcnscht, dass sie den Glauben annehmen und darin verankert werden soll. Die Rede des Bischoffs war exzellent, bis sie verf\u00fchrerisch wurde, und manchmal auch schrecklich, n\u00e4mlich da, wo, verbunden in gemeinsamem Gesangesklang, die unm\u00f6glichsten Gedanken eingetr\u00e4ufelt wurden. Man geht ja wohl hier von der Erbs\u00fcnde aus, ist also, ohne was getan zu haben, in gro\u00dfe Schuld verstrickt. Deswegen soll die Jungfrau f\u00fcr die S\u00fcnder beim Herrn vorsprechen. Auch mussten alle zu den unglaublichsten S\u00e4tzen sagen: ich glaube. Etwa, dass Jesus von den Toten auferstanden ist und zur Rechten Gottes sitzt. Ich kenne aus Indien schon einige, die dort auch sitzen, aber wer wei\u00df schon, wie das l\u00e4uft.\u00a0 Allerdings sagte der Priester auch zu den Jugendlichen, sie sollen auf keinen h\u00f6ren, sondern sich ihr eigenes Urteil bilden, auch wenn sie sich dadurch manchmal ausgegrenzt f\u00fchlen. Das fand bestimmt inneren Anklang. In einer Nebenszene,\u00a0 auf der hintersten Kirchenbank sitzend, wurde ich aus einem Kinderwagen von einem etwa 1-j\u00e4hrigen Kind permanent angestarrt und bewunderte den z\u00e4rtlichen Vater, der angef\u00fcllt war mit Gl\u00fcck \u00fcber seinen Sohn. Ich f\u00fchlte mich also beim Beobachten beobachtet und musste immer wieder hinschauen. Dann k\u00fcndigte der Weihbischof einen unermesslich gro\u00dfen Moment an, der nur erlebt werden konnte, wenn man niederkniet mit gefalteten H\u00e4nden. Wir knieten nicht, aber lauschten aufmerksam. Die Versammlung begab sich auf die Knie. Es wurde sehr, sehr still, die ber\u00fchmte Stecknadelstille trat ein, denn er hatte verk\u00fcndet, dass nun der Geist herabkommen kann und eintreten in diejenigen, die daf\u00fcr ge\u00f6ffnet sind. Gut, jede Religion kann offensichtlich mit dem Geist machen, was sie will, denn er ist ja niemandes Eigentum. Aber klar, wenn er gerufen wird und einer sagt: jetzt ist er gleich da, da will man doch nicht vom Geist \u00fcbersehen werden, wenn er schon mal da ist. Dem ist doch eh egal, ob ich kniee oder nicht, ich kenne ihn doch selbst, er ist nicht kleinlich. So habe ich das mal kosten k\u00f6nnen mit einem offenen Herzen. Schadet doch nicht, wenn man sich einl\u00e4sst auf etwas, was Anderen mal wesentlich am Herzen lag und immer noch, wenn auch gel\u00e4utert, dennoch tief liegt. Hauptsache, wir kehren zu uns zur\u00fcck mit der nat\u00fcrlichen Dankbarkeit f\u00fcr die M\u00f6glichkeiten des eigenen Erlebens und des Erlebens derer, die uns nah sind.<\/h5>\n<p>Der kleine Puttenengel hing rechts oben im Kirchenschiff an einer Art kugeligem Fu\u00dfableger der Heiligen Jungfrau Maria und fiel mir ins Auge. Dank digitaler Technik und der globalen Tatsache, dass einem keiner mehr verbieten kann, etwas zu photographieren, konnte ich ihn zu mir heranzoomen. Deswegen entdeckte ich das Kind darunter, das mich unverhohlen erforschte, sodass ich mich selber aus dem Wagen herausschauen sah, mit dem Blick auf mich gerichtet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Es ist nun wirklich, was ich einen puren Zufall nennen k\u00f6nnte, im Sinne von etwas unverhofft Schlichtem, das einem entgegenkommt, n\u00e4mlich, dass ich gestern in eine gro\u00dfe N\u00e4he zum Christentum kam, die mir durch die katholische Kindheitserfahrung meiner Begleiterin und ihre Ber\u00fchrung damit in eine M\u00f6glichkeit brachte, meine eigenen Verschlossenheiten und Vorbehalte gegen die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5225","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5225","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5225"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5225\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5232,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5225\/revisions\/5232"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5225"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5225"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5225"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}