{"id":5217,"date":"2018-05-09T07:00:07","date_gmt":"2018-05-09T07:00:07","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5217"},"modified":"2018-05-09T07:02:43","modified_gmt":"2018-05-09T07:02:43","slug":"arbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=5217","title":{"rendered":"arbeiten"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5218\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180508_193634-270x300.jpg\" alt=\"\" width=\"339\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180508_193634-270x300.jpg 270w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180508_193634-768x854.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180508_193634-920x1024.jpg 920w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180508_193634.jpg 1058w\" sizes=\"auto, (max-width: 339px) 100vw, 339px\" \/><\/p>\n<h5>Als ich einmal ein paar Jahre in Indien war, ohne das Land zu verlassen, w\u00e4re niemand auf die Idee gekommen (h\u00e4tte man jemanden\u00a0 darauf gebracht), dass ich nicht arbeite. Ich war arbeiten unter extremen Umst\u00e4nden gewohnt. Es ging selten um hohen Lohn, mehr um die Erfahrung. Dann das Privileg, in der W\u00fcste in einem Tempel als Frau zu wohnen und zu lernen, wie man das macht. Es gab keine Beispiele. Was war ich f\u00fcr sie, keine Ahnung. Ein geschminktes Bleichgesicht, das sich durchsetzen konnte? Ich konnte mich durchsetzen, weil ich wissen wollte, wie es ist. Wie man das macht. Wie man das, was die eigene Arbeit ist, richtig macht. H\u00e4tte ich mir tr\u00e4umen lassen, dass das einmal meine Arbeit sein w\u00fcrde? Nein, nat\u00fcrlich nicht, aber es erregte auch kein Aufsehen in mir, es war ein nat\u00fcrlicher Werdegang. Ich wollte u.a. d a s lernen, was die Inder am besten k\u00f6nnen: sitzen und still sein, und schauen, was im Innern los ist. Der Tempel war unter einem Banianbaum, ein wahrer Palast aus dem M\u00e4rchenreich des Zeitlosen. Der Baum hatte Wege wie kleine Stra\u00dfen und barg sorglose Holzzufuhr f\u00fcr ein Feuer, das niemals ausging. Dort war ich au\u00dferordentlich flei\u00dfig. Ich wurde eine Weile von einer M\u00f6nchsgemeinschaft beobachtet, dann war auch damit Schluss. Ich konnte sie wohl \u00fcberzeugen, an was ich wirklich interessiert war, und das passte gut zusammen mit der \u00fcblichen Praxis, die auch den Umgang mit den Besuchern und Besucherinnen des Tempels einschloss. Dann kam ich zur\u00fcck in den Westen und fing an zu arbeiten, um meine Lebensweise zu finanzieren. Zuerst arbeitete ich bei einem Chinesen in einer Druckerei, dann bei einer j\u00fcdischen Kleiderfirma. Die Frau in der Pelzabteilung fand Gefallen an mir, aber leider musste ich ablehnen, da ich es nicht so sehen konnte wie sie, n\u00e4mlich, dass Tiere geboren werden, um M\u00e4ntel zu sein, auch wenn es um Zucht geht. Da, wo ich grad herkam, waren Fisch, Fleisch und Eier nicht erlaubt. Man denkt dann ja gar nicht daran. Ja, was esst ihr denn so da dr\u00fcben? Das ist schwer zu beschreiben, weil die K\u00fcche so meisterhaft ist. Dann arbeitete ich in einem Verlag und las viele interessante B\u00fccher aus der Zeit vor dem Dritten Reich, als der deutsche Genius noch nicht durch die H\u00f6lle wanderte und die Sprache noch klang, als wenn sie Worte transportieren k\u00f6nnte wie frisches Wasser. Dann arbeitete ich noch f\u00fcr einen Laden mit japanischen Betten, Tatamis und so, der von einem T\u00fcrken gef\u00fchrt wurde. Zwischendrin immer wieder Indien, zum Anschlu\u00df an die Architektur des Weges. Dann war ich entschlossen, endlich zur\u00fcckzukehren zu meinem eigenen Tun. Die Ideen immer einfacher. Gute Gesellschaft, eigenes Arbeitsfeld. Freischwebende Aufmerksamkeit.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich einmal ein paar Jahre in Indien war, ohne das Land zu verlassen, w\u00e4re niemand auf die Idee gekommen (h\u00e4tte man jemanden\u00a0 darauf gebracht), dass ich nicht arbeite. Ich war arbeiten unter extremen Umst\u00e4nden gewohnt. Es ging selten um hohen Lohn, mehr um die Erfahrung. 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