{"id":5195,"date":"2018-05-07T08:23:04","date_gmt":"2018-05-07T08:23:04","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5195"},"modified":"2018-05-07T08:46:53","modified_gmt":"2018-05-07T08:46:53","slug":"prachtvoll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=5195","title":{"rendered":"prachtvoll"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5199\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180507_103019-40x300.png\" alt=\"\" width=\"61\" height=\"458\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5196\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180506_192052-e1525672254730-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"258\" height=\"458\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180506_192052-e1525672254730-169x300.jpg 169w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180506_192052-e1525672254730-768x1365.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180506_192052-e1525672254730-576x1024.jpg 576w\" sizes=\"auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5198\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180507_102818-85x300.jpg\" alt=\"\" width=\"130\" height=\"459\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180507_102818-85x300.jpg 85w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180507_102818-290x1024.jpg 290w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180507_102818.jpg 540w\" sizes=\"auto, (max-width: 130px) 100vw, 130px\" \/><\/p>\n<h5>Wenn dann, man wei\u00df ja nie wann und ob \u00fcberhaupt, im Mai auf einmal die Natur eine Performance hinlegt, die man nur paradiesisch nennen kann, m\u00fcssen alle, wie zum Beispiel gestern am Sonntag, damit umgehen, denn es sind nicht die offenen L\u00e4den, die zum Zwangskauf animieren, sondern es ist die F\u00fclle und der Reichtum des Sch\u00f6nen, die hervorlocken aus den R\u00e4umen und Zimmern und Fluchten und Schluchten des Daseins. Es ist kleinlich, an so einem Tag zu klagen, denn sobald man den Wirkungskreis der Sonne erreicht, setzt ein Wohlbefinden ein, das sich str\u00e4ubt gegen die Widersacher im Inneren. Ich habe mich mal durch die karge Vermittlung eines Angeh\u00f6rigen\u00a0 hineingewagt in die Vorstellung einer sibirischen Eisesk\u00e4lte, in der die Gefangenen einfach durch Weitergehen das Unvorstellbare leisteten, aber genauso grausam stelle ich mir vor, wenn, wie zum Beispiel in Syrien, inmitten eines Krieges der Sommer ausbricht mit all seinem Glanz, und man versteht noch einmal besser mit unerbittlicher Klarheit, wer der Verfinsterer des Seins ist, wer der Vernichter, der in dieser Anma\u00dfung\u00a0 dahinw\u00fctet, als sei er Herr \u00fcber Leben und Tod und h\u00e4tte das Recht, das Leben Anderer zu k\u00fcrzen. Oder Gottfried Benn, der mal die Furcht bzw den Wunsch ausgedr\u00fcckt hat, nicht im Sommer zu sterben. Auch die Sonne kann gef\u00e4hrlich sein. Deswegen herrscht im Winter in Indien immer so eine Dankbarkeit als kollektive Grundstimmung, wenn sie, die Sonne, einen verl\u00e4sslich erw\u00e4rmt am sp\u00e4teren Morgen, und man kann sich hineinsetzen in ihre wohltuende Umarmung, und wenn man dann noch den Genuss sch\u00e4tzt, eigene Gedanken zu formen im Angesicht und in direkter Verbindung mit den Angeboten des Daseins, dann kann es sehr schnell gehen, dass nichts mehr fehlt. Wenn tats\u00e4chlich, hier oder dort, mal ein Rahmen erscheint, dessen Inhalt, wenn auch nur f\u00fcr Momente, nicht mehr als ein Fehlen deklariert werden kann, dann wei\u00df man schon mal, wie sich das anf\u00fchlt. Wie, mir fehlt nichts, nur weil die Sonne scheint, und Bl\u00fcten und B\u00e4ume eine gigantische Strahlkraft entfalten, und die Farbe Gr\u00fcn eine Intensit\u00e4t erreicht, die ersch\u00fcttern kann, denn hier wird einem das &#8222;Drinsein&#8220; so einfach gemacht, so als w\u00fcrde man direkt ohne eigenes Zutun ins Satori (Erleuchtung im Zen) geschoben und w\u00fcrde selbst erkennen, wie \u00fcberfl\u00fcssig es ist, jetzt den Artikel \u00fcber &#8222;Ignaz den Furchtbaren&#8220; ( &#8222;Zeit&#8220;: &#8218;Recht und Unrecht&#8216;) zu lesen, wenn gerade die Chance l\u00e4uft, sich mal von der Sch\u00f6nheit der Welt ersch\u00fcttern zu lassen. Tun im Nicht-Tun, Mutter aller Weisheiten, hier kann man sie \u00fcben. Man kann, und muss meistens auch, den Tunsdrang einschr\u00e4nken, denn was lockt der sch\u00f6ne Tag nicht alles noch hervor an Vorstellungen, was man mit ihm &#8222;machen&#8220; kann. Da ist der Sonntag eben ideal, auch wenn er von der Religion verordnet ist. Es herrscht mehr Ruhe. Und wenn es einem gelingt, sich darin aufzuhalten, ohne st\u00e4ndig an das zu denken, was man noch alles tun k\u00f6nnte oder m\u00fcsste, dann k\u00f6nnte man m\u00fchelos beobachten, wie sich Tun im Nicht-Tun einstellt. Das Tun w\u00e4re nicht im Gehirn produziert, sondern von den Gegebenheiten nat\u00fcrlich erzeugt, und demnach wie ein Strom ergibt Eines das Andere, w\u00e4hrend die Ruhe einen begleitet. Je gr\u00f6\u00dfer die Freiheit von zwanghaftem Tun, desto\u00a0 mehr Freiraum f\u00fcr das, was sich tut und wirklich getan werden muss. Die Erfahrung der Praxis meditativer Wege&#8220;, vor allem aber ihre innere Ausrichtung auf erfahrbare, universelle Gesetze, kann hier n\u00fctzlich sein, da man die M\u00f6glichkeiten des Seins kontempliert haben muss, um Sein als solches \u00fcberhaupt wahrnehmen zu k\u00f6nnen.<\/h5>\n<h5>Das mittlere Bild zeigt einen photographischen Ausschnitt der Tonfigur eines Yogi (von Ursula G\u00fcdelh\u00f6fer) ohne ausgeformte Gesichtsz\u00fcge . Die Skulptur steht bei uns im Garten und \u00fcberrascht immer wieder durch die Ver\u00e4nderungen, die sich durch<br \/>\nLichteinfl\u00fcsse und Wetter auf der schlichten Oberfl\u00e4che des Tones abspielen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn dann, man wei\u00df ja nie wann und ob \u00fcberhaupt, im Mai auf einmal die Natur eine Performance hinlegt, die man nur paradiesisch nennen kann, m\u00fcssen alle, wie zum Beispiel gestern am Sonntag, damit umgehen, denn es sind nicht die offenen L\u00e4den, die zum Zwangskauf animieren, sondern es ist die F\u00fclle und der Reichtum des [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5195","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5195","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5195"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5195\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5203,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5195\/revisions\/5203"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5195"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5195"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5195"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}