{"id":5175,"date":"2018-05-03T08:28:21","date_gmt":"2018-05-03T08:28:21","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5175"},"modified":"2018-05-03T08:31:39","modified_gmt":"2018-05-03T08:31:39","slug":"vergleichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=5175","title":{"rendered":"vergleichen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5178\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180503_092931-169x300.png\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180503_092931-169x300.png 169w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180503_092931-768x1367.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180503_092931-575x1024.png 575w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180503_092931.png 1074w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5177\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180503_092019-169x300.png\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180503_092019-169x300.png 169w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180503_092019-768x1367.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180503_092019-575x1024.png 575w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180503_092019.png 1074w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/p>\n<h5>Das Vergleichen kann eine Art Sucht sein, die, von den S\u00fcchtigen selbst unbemerkt, hemmungslos ihr Unwesen treibt. Der Impuls muss vom Haben kommen, oder auch vom Nicht-haben-wollen wie &#8222;ach, bin ich froh, dass ich eine wei\u00dfe Haut habe&#8220;. Oder in Indien, wo Witwen auf den Stra\u00dfen ungern wahrgenommen werden, weil sie als schlechtes Omen gelten (das Ungeheure leichthin geplaudert), k\u00f6nnte man vergleichen mit der Freude, keine Witwe zu sein, oder nicht auf dem Sklavenmarkt verbraten zu werden, sondern z.B. in einem Land zu leben, wo ein ziemlich gro\u00dfer Raum von Handlungsfreiheit zur Verf\u00fcgung steht, wenn man mit den paar nachvollziehbaren Gesetzen nicht in Konflikt kommt: man muss vor allem angemeldet sein und einen g\u00fcltigen Ausweis besitzen. In Indien, wo die G\u00f6tter noch integriert sind in den t\u00e4glichen Lebensraum, strebt dann so manch Einer danach, mit den G\u00f6ttern verglichen zu werden. Schon die Eltern h\u00e4ngen gerne ein &#8222;Dev&#8220; oder &#8222;Devi&#8220; (Gottheit) an den Namen des Kindes in der Hoffnung, dass sich von der Schwingung was durchsetzt. Auch an der globalen Armee der T\u00e4towierten kann man sehen, dass Haut mit einer anderen Haut irgendwo verglichen und der Gedanke geboren wurde: das habe ich nicht, noch nicht, aber das kann ich auch haben. Ist man mal durch irgendeinen Schubs in die wirbelnden Gew\u00e4sser des Habenwollens geschwemmt worden, oder hat sich selber hineingeworfen, dann wird das Vergleichen eine von au\u00dfen schwer erkennbare Suchtbewegung mit den Augen, die nach all dem suchen, was noch gehabt werden kann im Vergleich zum eigenen Schon-haben. Ich erinnere mich gerade (wieder mal) an einen Mann aus der untersten Kaste im indischen Dorf, der eine hohe Achtung genossen hat in der Gesellschaft, weil er praktisch alles, was man ihm brachte, in seinem winzigen Geh\u00e4use reparieren konnte, ja, noch besser machte als zuvor. Er hatte eine sch\u00f6ne Sammlung von N\u00e4geln, und so konnte man immer den passenden Nagel finden. Nein!, kein Ruf zur\u00fcck meinerseits in den Urwald der Simplizit\u00e4ten, nein, ich finde es beruhigend, dass es Obi gibt, wo auch alles, was man haben will, kaufbar ist. Alle Maschinen und ihre Erzeuger sind ehrenwert, wenn sie d a s zur Verf\u00fcgung stellen, was man von ihnen braucht. Nat\u00fcrlich kann man nicht vergleichen, was der Eine oder die Eine wirklich braucht oder zu brauchen scheint, oder ein Recht darauf sp\u00fcrt zu haben, was man sich leisten kann, angesichts des Ackerns, mit dem man sonst besch\u00e4ftigt ist. Das Vergleichen ist m\u00fc\u00dfig. Du siehst aus wie&#8230;.ja, wie wer denn. Vielleicht ist deshalb der Satz (von Gertrude Stein) &#8222;eine Rose ist eine Rose ist eine Rose&#8220; so ber\u00fchmt geworden, weil er u.a. sagt, dass eine Rose immer eine Rose ist, auch wenn man sie &#8222;Blume der Liebe&#8220; nennt oder was auch immer. Eines der Dinge, die man auf Einkaufsstra\u00dfen beobachten kann ist, dass, wenn es Frauen gibt, die offensichtlich ihre eigene Kleidungs-Komposition tragen und darin stimmig wirken, es Anlass zu vielen Vergleichen gibt. Das Auge, dass sich ans Vergleichen gew\u00f6hnt, kommt schwer davon los. Diesem Auge erscheint dann die Welt als ein Konstrukt, mit dem ich mich vergleiche. Es ist der sichere Weg zur totalen Anpassung bei gleichzeitiger Selbsteinsch\u00e4tzung, total individuell zu sein und alles genau so gut zu k\u00f6nnen wie die Anderen, im Vergleich also ganz gut abzuschneiden. Ich denke, dass ein freischwebendes Auge auch so etwas Schweifendes hat, das die Dinge erfassen kann oder nicht. Das Sch\u00e4digende ist wirklich nur das Suchtverhalten, weil es einen darunterliegenden Mangel ausdr\u00fcckt, da der nat\u00fcrliche Zugang zur eigenen Seinsart entweder verhindert oder gar nicht als eine m\u00f6gliche Variante erkannt wurde.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Vergleichen kann eine Art Sucht sein, die, von den S\u00fcchtigen selbst unbemerkt, hemmungslos ihr Unwesen treibt. Der Impuls muss vom Haben kommen, oder auch vom Nicht-haben-wollen wie &#8222;ach, bin ich froh, dass ich eine wei\u00dfe Haut habe&#8220;. 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