{"id":5164,"date":"2018-05-01T10:01:42","date_gmt":"2018-05-01T10:01:42","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5164"},"modified":"2018-05-01T11:16:36","modified_gmt":"2018-05-01T11:16:36","slug":"5164","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=5164","title":{"rendered":"satt"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5165\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180501_102930-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180501_102930-169x300.jpg 169w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180501_102930-768x1365.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180501_102930-576x1024.jpg 576w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180501_102930.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5166\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180501_114554-104x300.png\" alt=\"\" width=\"104\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180501_114554-104x300.png 104w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180501_114554-354x1024.png 354w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180501_114554.png 588w\" sizes=\"auto, (max-width: 104px) 100vw, 104px\" \/><\/p>\n<h5>Wenn man an so einem Tag nicht jemand ist, der auf Demonstrationen geht, prallt das ganze Angebot des Freiraums auf die Frage, wie man ihn verbringt, an diesem anderen Ufer der Br\u00fccke, wo die L\u00e4den geschlossen sind. Gestern war ich noch mit einer Freundin aus Guinea, die bei Aldi einkaufen wollte, unterwegs\u00a0 und \u00fcberrascht, da ich im Auto bei dem schlafenden Kind blieb, so viele Menschen ein-und ausgehen zu sehen mit f\u00fcr meine Augen unvorstellbar \u00fcberladenen Einkaufsw\u00e4gen, die alle zu signalisieren schienen, dass zuhause eine leergeputzte W\u00fcste herrscht, die dringend aufgestockt werden muss, damit am freien Tag niemand hungern und d\u00fcrsten muss. Das Wort &#8222;man&#8220; ist auch nicht immer die ad\u00e4quate Beschreibung dessen, was man pers\u00f6nlich erlebt. Es kann mit einer gewissen Sorglosigkeit benutzt werden, wenn es kein Versteck ist f\u00fcr das Ich, sondern eher eine mitlaufende Wahrnehmung dar\u00fcber, dass Menschen doch auch sehr \u00e4hnlichen Situationen ausgesetzt sind, aber dann wiederum sehr unterschiedliche Verhaltensweisen damit verbinden, die man letztendlich nicht mehr verpflichtet ist nachzuvollziehen. Und doch ist es gut, das eigene Weltbild immer mal wieder mit dem Bild der Welt zusammen zu bringen. Wenn ich zum Beispiel ein halbes Leben in einer anderen Kultur gelebt habe, kann es passieren, dass ich den Blick verliere f\u00fcr die augenscheinlichen Differenzen und das Menschsein sehe als eine gemeinsame Herausforderung, wo es um sehr \u00e4hnliche, und dann auch um sehr verschiedene Werte geht. In Indien ging es dieses und letztes Jahr (z.B.) viel um ein neues Gesetz, dass von einem Richter bef\u00fcrwortet wurde, der offensichtlich davon ausging, dass alle muslimischen Frauen nicht m\u00f6chten, dass sich ihr Ehemann durch das drei Mal ausgesprochene &#8222;talaq&#8220; sofort von ihr trennen kann, aber Tausende von Frauen haben demonstriert und wollten kein Einmischen in ihre &#8222;talaq&#8220;-Struktur. Was soll man machen. In jeder Richtung gibt es schwarze L\u00f6cher, die sich ausdehnen ins nicht mehr Nennbare. Oder wenn ich meine eigene Story anschaue und eines solchen Tages wie heute mal denke: Wow! Da bin ich doch tats\u00e4chlich von der oft als solche wahrgenommenen Randgruppe, (wer? ja wer) der, ja wie soll ich sie jetzt nennen, K\u00fcnstlerInnen, oder ReflektiererInnen, oder ForscherInnen, oder TraumatisierterInnen oder Gest\u00f6rterInnen oder DaseinsgestalterInnen oder GepeinigterInnen, alles innen und drinnen der am Rande sich Bewegenden, die ganze Gesellschaft also eine Randgruppe mit endlos vielen Bezeichnungen und Berufen, alle bem\u00fcht, die akrobatischen K\u00fcnste des Teller-Jonglierens am Laufen zu halten. Denn wenn einer zerbricht, weist das auf etwas anderes hin, und da will der Eine oder die Andere mal auschlafen k\u00f6nnen und den Tag der Arbeit verpassen, da es \u00fcberall um viel geht. Aber das ist ja gar nicht meine eigene Story! In meiner eigenen Story also sch\u00e4tze ich am Morgen die noch tiefere Stille in der Gegend, die einem erm\u00f6glicht, noch fassungsloser in die aufbrechende Natur zu starren, die auf einmal so schnell erscheint, als k\u00e4me man gar nicht mehr mit mit ihrem Werdegang. Eine unmessbare Zeit breitet sich aus, in der man die Vorstellung von &#8222;Frieden&#8220; erfahrbar machen kann. Dabei dachte ich schon fr\u00fcher gar nicht so viel \u00fcber den Rand nach, wissend, dass die Forschungs-Labore selten ihren Eingang am Marktplatz haben. Auch von ihnen gehen die Gefahren aus, und die Kern-Kenntnisse der Zusammenh\u00e4nge, und die narzisstischen Verfehlungen, und die reinen Momente des Gl\u00fccks. Gesch\u00fctzt ist der Ort, wo die hm\u00f6opathische Dosierung ihre Wirkung entfalten und man von den Randbetrachtungen ins bewegliche Zentrum des Kerngeschehens schlendern kann und damit in den identit\u00e4tsl\u00f6senden Halt.<\/h5>\n<p>Das erste Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem Zeit-Titelblatt, wo die Frage angeschnitten ist: &#8222;Wo bleibt die Arbeit?&#8220;, was ja zum auferlegten Stilletag passt. Allerdings k\u00f6nnte man auch aus &#8222;Wo Blei&#8230;&#8230;eine Gedichtzeile machen, z.B.\u00a0 &#8222;Wo Blei der Liebe Nahrung ist, geh weiter, lass das volle Ma\u00df, dass so der \u00fcbersatte Geist sich gut erhole&#8230;.undsoweiter&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man an so einem Tag nicht jemand ist, der auf Demonstrationen geht, prallt das ganze Angebot des Freiraums auf die Frage, wie man ihn verbringt, an diesem anderen Ufer der Br\u00fccke, wo die L\u00e4den geschlossen sind. 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