{"id":5138,"date":"2018-04-27T09:47:19","date_gmt":"2018-04-27T09:47:19","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5138"},"modified":"2018-04-27T09:51:48","modified_gmt":"2018-04-27T09:51:48","slug":"erstaunlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=5138","title":{"rendered":"erstaunlich"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5139\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/20180427_103204-257x300.jpg\" alt=\"\" width=\"322\" height=\"376\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/20180427_103204-257x300.jpg 257w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/20180427_103204-768x897.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/20180427_103204-876x1024.jpg 876w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/20180427_103204.jpg 1039w\" sizes=\"auto, (max-width: 322px) 100vw, 322px\" \/><\/p>\n<h5>Es gibt ja gerade wieder so einen Fall, wo ein Serienm\u00f6rder seelenruhig als gesch\u00e4tzter Nachbar im St\u00e4dtchen leben konnte, sozusagen das bereitwillige Einlassen auf das unvorstellbar Banale, das auch angeboten wird in den scheinbar grenzenlosen Verhaltensweisen, f\u00fcr die sich Menschen in gewissen Rahmenbedingungen und unter gewissen Umst\u00e4nden und gem\u00e4\u00df ihrer inneren psychischen Bewegungen und gem\u00e4\u00df ihrer Spielweise entscheiden. Auch der Mord an einem Menschen kann nicht auf das Dach der Kinderstube geladen werden, denn das Ausschlaggebende ist ja immer das Unsichtbare und der Umgang, den ich mit den Katastrophen gefunden habe, die sich in meinen Schicksalteppich hineingewoben haben, und an denen ich beteiligt war mit einer tiefgr\u00fcndigen Regung. Wer kennt nicht die Mordlust, auch wenn sie nur bei der Zecke ausbricht? Sie ist dennoch vorhanden, und mir selbst wurde einiges klar, als ich den fulminanten Satz h\u00f6rte, dass &#8222;Liebe der Verzicht ist auf Mord&#8220;. Das ist zum Beispiel ein Satz, der nur durch die \u00dcbertreibung durchdringt ins Bewusstsein, und kann dort durch den Wahrheitsgehalt etwas in Bewegung setzen. Dass es zum Beispiel doch ein Ringen mit den D\u00e4monen ist, die sich festsetzen in den Mustern als einer Form, mit der sie durch die Psyche geistern, sodass es immer wieder mal einen wachen Geist genug interessierte und interessiert, zu wissen, was und wie das alles in den inneren Welten der Menschen vor sich geht. Warum Manche das, und Andere das tun. Allerdings geht man ja gerne davon aus, dass ein liebender Mensch keinen Mord begehen kann, was uns wiederum zum komplexen Thema der Liebe f\u00fchrt, und was sie ist, und was sie kann, und was sie nicht kann. Was wurde nicht schon aus Liebe gemordet, und kann es dann Liebe gewesen sein. Man w\u00e4re ungern unterwegs mit einem Schulbuch, wo drinsteht, wie es geht. Und ich bin mir sicher, dass auch Baschar al-Assad denkt, er sei ein guter Mensch, der das einzig Richtige tut, und sich nicht sieht als einen Massenm\u00f6rder seines eigenen Volkes oder zumindest als einen der paar Irren, die mal wieder die blutigen Throne besetzen, um die sich wie stets in diesen Systemen die Ern\u00e4hrer der Selbstsucht scharen wie um ein leeres, gefr\u00e4\u00dfiges Maul, sodass es niemals mangelt an Best\u00e4tigung. Fangen aber die Selbstbest\u00e4tigungen an zu br\u00f6ckeln, wird es gef\u00e4hrlich, manchmal auch f\u00fcr die ganze Welt. Wer hat es wirklich auf dem tieferen Ohr geh\u00f6rt (von Hannah Arendt), dass das B\u00f6se banal ist, obwohl es weltweit und auf allen Kan\u00e4len verehrt wird. Auch bei diesen neuen Untaten, wo neuerdings von extrem Gesch\u00e4digten die Anregung benutzt wird, wie viele\u00a0 man auch noch mitrei\u00dfen kann in den eigenen Abgrund mit einem Lieferwagen, und es der Menschheit mal heimzahlen. Das ver\u00e4ndert in der Tat das gesellschaftliche Leben, wenn man endlich genau wei\u00df, dass jederzeit aus jeder Ecke ein Mordlustiger auf einen zurasen kann, und dann sich freihalten von Angst, und den Kindern einbl\u00e4uen, wie gef\u00e4hrlich es ist, mit fremden Menschen zu sprechen. Gut, manchmal landet man an einem \u00fcberraschenden Ort. Man verankert das Schiff, steckt den Kompass ein und los gehts&#8217;s auf dem Surfboard und hinein in den Raum. Da f\u00e4llt mir noch Fritzl ein, der unter seinem Haus im Bastelkeller seine Tochter ein halbes Leben lag eingesperrt hat und Kinder mit ihr gezeugt, die nie das Licht der Welt erblickt haben, bis es endlich soweit war. Seine Frau will nix gewusst haben. Da kann man schon staunen und wissen, dass man es nicht verstehen will und auch nicht kann. Geheimnisvoll, wie schwer es dem Menschen, und nur ihm, gemacht wird, sich selbst zu erkennen und letztendlich auch zu sein.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt ja gerade wieder so einen Fall, wo ein Serienm\u00f6rder seelenruhig als gesch\u00e4tzter Nachbar im St\u00e4dtchen leben konnte, sozusagen das bereitwillige Einlassen auf das unvorstellbar Banale, das auch angeboten wird in den scheinbar grenzenlosen Verhaltensweisen, f\u00fcr die sich Menschen in gewissen Rahmenbedingungen und unter gewissen Umst\u00e4nden und gem\u00e4\u00df ihrer inneren psychischen Bewegungen und gem\u00e4\u00df [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5138","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5138","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5138"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5138\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5141,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5138\/revisions\/5141"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5138"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5138"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5138"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}