{"id":4927,"date":"2018-03-24T05:13:16","date_gmt":"2018-03-24T05:13:16","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4927"},"modified":"2018-03-24T05:13:16","modified_gmt":"2018-03-24T05:13:16","slug":"delhi-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=4927","title":{"rendered":"Delhi"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4928\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180324_0913371-300x218.png\" alt=\"\" width=\"394\" height=\"286\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180324_0913371-300x218.png 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180324_0913371-768x557.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180324_0913371-1024x742.png 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180324_0913371.png 1062w\" sizes=\"auto, (max-width: 394px) 100vw, 394px\" \/><\/p>\n<h5><strong>Dieses Mal habe ich mich nach sorgf\u00e4ltigen \u00dcberlegungen f\u00fcr einen Nacht-Sleeper-Bus nach Delhi entschieden, da Delhi nach (m)einem Beraubtwerden im Zug von allen derzeit wertvollen Dingen eine Art Gespenst geworden ist. Nein, es ist nicht nur das Beraubtwerden, sondern auch die Tatsache, dass jahrelange Freundschaften sich in Delhi gebildet haben, wirklich sehr viele Jahre, in denen meine Freunde und ich uns immer wieder hier getroffen haben und ausgetauscht \u00fcber die potientiell \u00e4hnlichen, aber doch sehr verschiedenen Wege, alle tief verwoben mit und ber\u00fchrt von dem indischen Leben, wo auch immer wir es gefunden haben und mitgelebt. Jetzt haben sich die meisten aus Delhi zur\u00fcckgezogen, und es ist das erste Mal, dass ich nicht in einer Freundeswohnung die letzten Stunden oder Tage vor dem R\u00fcckflug verbringe. Es ist der Smog, der nicht mehr wegzudenken ist und d i e aus der Stadt treibt, die Alternativen haben oder erschaffen k\u00f6nnen. Wir fahren heute fr\u00fch im Morgenlicht auf die Stadt zu, und es ist wie dichter, schwarzbrauner Nebel, in dem \u00fcberall gehaust wird. Ich habe immer gestaunt, wo und wie andere Menschen leben k\u00f6nnen, aber beim Reinfahren nach Delhi macht das Staunen immer Halt. Ich sp\u00fcre f\u00f6rmlich, wie meine Augen auf einmal in ein wortloses, tiefes Gef\u00fchl tauchen, das meine Grenzen anerkennt, denn ich kann es mir auch durch Hinschauen nicht vorstellen, wie Menschen ihre Tage verbringen, und ihre N\u00e4chte. In Delhi kam ich auch mal zuf\u00e4llig durch einen freigewordenen Platz in den Genuss, den Dalai Lama live zu erleben. Das war wirklich sehr sch\u00f6n, denn er versuchte, einem kleinen Publikum in englischer Sprache zu begegnen, man bzw ich konnte nicht so viel verstehen, aber er hatte einfach diese\u00a0 Schlichtheit um sich, von der man ausgehen darf, dass sie auch den Zirkus durchkreuzt und durchschaut hat, und da ist Einer, der seine Rolle und sein Kost\u00fcm wahrhaftig und gut tr\u00e4gt. Es gibt auch ein sehr gutes Buch von William Dalrymple \u00fcber Delhi, wen es interessiert, es hei\u00dft &#8222;City of Djinns&#8220; (Wesen) und informiert spannend \u00fcber viele Seiten Delhis, auch seine leuchtenden Glanzzeiten. Es ist auch die Stadt, wo eine unmenschlich brutale Vergewaltigung einer jungen Frau, die daran gestorben ist, einen solchen Aufruhr hervorgebracht hat, dass man sagen kann, dass sich seither tats\u00e4chlich, vor allem durch die Frauen, mehr bewegt als zuvor. Aber trotz Todesstrafe (auf Vergewaltigung eines Kindes) in einigen Gebieten scheint sich eher ein wahres H\u00f6llentor aufgemacht zu haben, sodass man es tats\u00e4chlich nicht verstehen kann und auch nicht will, was da wirklich am Werke ist. Diese Energie ist zum F\u00fcrchten. Man m\u00f6chte eine Karosse mieten und (wie von Ramakrishna berichtet wird) staunend aus dem Fenster schauen und heiter bemerken, die &#8222;Maya&#8220; (die manifeste, als T\u00e4uschung gesehene Scheinwelt) sei doch eigentlich ganz sch\u00f6n, isn&#8217;t it. Ich habe mir ein Zimmer gemietet in Pahar Ganj, eine Gegend, die ich wegen meines Freundeskreises nie besuchen musste, und es ist ziemlich genau, wie ich es mir vorgestellt habe. Runtergekommen, dreckig, vom Umgang mit seltsamen Foreigners respektlos und zu locker geworden, allerdings auch lebendig und durchaus noch menschliche Signale sendend und empfangend, hei\u00dft, man f\u00fchlt sich permanent bequasselt, kann dem Ganzen aber auch Einhalt gebieten. Und wenn man heroische \u00dcberlebensk\u00fcnstler finden m\u00f6chte, hier sind sie. Immer und \u00fcberall wach, und auf der Hut. So kann dennoch, wie im verabschiedeten St\u00e4dtle, auch hier ein kleiner Einkauf zur menschlichen Begegnung f\u00fchren. Eine Frau, alles, was ich m\u00f6chte aus einem sehr schmalen Ladenschlauch hervorholend, will wissen, wo ich herkomme und ob ich rauche. Ich frage sie, ob sie denn raucht, wir lachen beide. Sie fragt mich, ob ich lieber eine halbe Butter m\u00f6chte, und schneidet sie durch, als ich bejahe. Meine Klamotten sehen auch seltsam aus wie immer, wenn ich meine F\u00fc\u00dfe rausbewege aus der W\u00fcste und denke: nee echt, das hatte ich an, und stimmig war es auch noch!<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Mal habe ich mich nach sorgf\u00e4ltigen \u00dcberlegungen f\u00fcr einen Nacht-Sleeper-Bus nach Delhi entschieden, da Delhi nach (m)einem Beraubtwerden im Zug von allen derzeit wertvollen Dingen eine Art Gespenst geworden ist. 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