{"id":4899,"date":"2018-03-21T03:12:22","date_gmt":"2018-03-21T03:12:22","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4899"},"modified":"2018-03-21T03:25:03","modified_gmt":"2018-03-21T03:25:03","slug":"vermissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=4899","title":{"rendered":"vermissen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4900\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180321_0726362-300x199.png\" alt=\"\" width=\"345\" height=\"229\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180321_0726362-300x199.png 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180321_0726362-768x509.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180321_0726362-1024x679.png 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180321_0726362.png 1202w\" sizes=\"auto, (max-width: 345px) 100vw, 345px\" \/><\/p>\n<h5>Was ich am meisten vermissen werde von Indien, wenn ich (wieder einmal) Abschied nehmen muss, fragt mich Sakshi. Zuerst rauscht die \u00dcberflutung an, dann ist sie wieder weg. In der entstehenden Ruhe wird klar, dass es ein Gef\u00fchl ist. Ein Gef\u00fchl, das sich m\u00fchelos in die Zeitlosigkeit der indischen Geschichte ausdehnt, die ja nicht wirklich Geschichte ist, sondern ein Seinszustand, der in unersch\u00f6pflichem Reichtum bev\u00f6lkert wird von Menschen und G\u00f6ttern, ohne dass klare Trennungslinien sichtbar sind. Man kann auch heutzutage \u00f6fters mal die beeindruckend narzisstische Politiker-Gemeinde vor\u00fcberziehen sehen in langen Kolonnen, und Unmengen von Blumenketten werden um ihre H\u00e4lse geh\u00e4ngt mit and\u00e4chtigen Verbeugungen, vor allem, wenn es die eigene Blumenkette schafft, am politischen Hals zu landen. Die meisten Hindus brauchen den Halbgott. F\u00fcr einen Hindu, wie auch immer man ihn letztendlich definieren w\u00fcrde, aus diesem vermischten Menschen-und G\u00f6tterkreis einen Ausstieg zu finden, ist auch f\u00fcr mich jetzt ziemlich undenkbar geworden. Da sehe ich doch gestern die junge Frau, von der ich einen Tag zuvor in einem guten Gespr\u00e4ch ein ganz klares Statement geh\u00f6rt hatte, wie sinnlos sie das ganze religi\u00f6se Getue findet, sehe sie also einen Tag danach im feinen Outfit sich vom auf Menschenschultern vorbeigetragenen Oberpriester mit einem seltsamen Stab den Segen auf den Kopf geben. Klar, warum nicht. Kann ja nicht schaden. Warum finde ich, dass es doch schadet? Hat es mit meinem Widerstand gegen das &#8222;mat socho&#8220; (nicht denken) zu tun, das als spirituelle Glanzleistung hier durchg\u00e4ngig gepriesen wurde, erwartet und gefordert vor allem von den Gl\u00e4ubigen, den Devotees. Ja, da ist die Akzeptanz des Unvermeidlichen, super gut zu praktizieren in Indien. Indien, der Weltnabel. Das Unvermeidliche an sich. Hier schaut man her nach L\u00f6sung, was im Westen als unl\u00f6sbar befunden wurde. So auch Sigmund Freud am Ende seines Lebens, auf seine asiatische Statuensammlung schauend und r\u00e4tselnd.\u00a0 Oft wird vom Westen her der Buddhismus bevorzugt, weil er den Gott und das Selbst beiseite geschafft hat. Dabei gibt es, wenn man dem n\u00e4her kommt, was in Indien ausgebr\u00fctet wurde, enorme Komplexit\u00e4ten, die alle das &#8222;Eine&#8220; als Background benutzen: da, wo man herkommt, \u00fcberschattet von illusion\u00e4ren Ich-Einstellungen, und das, was man sein kann, wenn man das Gl\u00fcck (das gute Karma) hat, unbeschadet durch das Dickicht der Abstraktionen zu gelangen, bis man wieder mit sich selber zusammenkommt und l\u00e4chelt, vielleicht sogar laut lacht. Dann ist man nat\u00fcrlich auf ewig dankbar, denn wer w\u00e4re man ohne Indien gewesen, obwohl es auch ohne Deutschland nicht gut gegangen w\u00e4re. Ja, dieses Gef\u00fchl unendlicher Weite und unermesslichem geistigem Reichtum, davon gibt es schon einen, wenn auch vor\u00fcbergehenden, Abschied, denn ohne das lebendige Hiersein wird es ein innerer Ort, wo die Erfahrungen sich sammeln. Ohne das pulsierende Drau\u00dfen. Und dann die paar Frauen, wie Sakshi zum Beispiel, die mir zeigen, dass es doch weitergeht und nicht stagniert, und dass bei aller Gewalt, die sichtbar wird, sich genau das tut, was ich mir einmal in einer alten Sanskritschrift habe \u00fcbersetzen lassen \u00fcber diese Zeit (wir leben hier zyklisch und im Eisernen Zeitalter), n\u00e4mlich dass die Shakti, die weibliche Kraft, erwachen wird, da es die einzige universelle Kraft ist, die das Festgefahrene wieder in Bewegung bringen kann.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ich am meisten vermissen werde von Indien, wenn ich (wieder einmal) Abschied nehmen muss, fragt mich Sakshi. Zuerst rauscht die \u00dcberflutung an, dann ist sie wieder weg. 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