{"id":4811,"date":"2018-03-10T04:43:54","date_gmt":"2018-03-10T04:43:54","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4811"},"modified":"2018-03-10T04:51:02","modified_gmt":"2018-03-10T04:51:02","slug":"procedere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=4811","title":{"rendered":"procedere"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4812\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180310_0645371-170x300.jpg\" alt=\"\" width=\"174\" height=\"307\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180310_0645371-170x300.jpg 170w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180310_0645371-768x1354.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180310_0645371-581x1024.jpg 581w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180310_0645371.jpg 1073w\" sizes=\"auto, (max-width: 174px) 100vw, 174px\" \/>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4815\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180310_0943261-144x300.png\" alt=\"\" width=\"149\" height=\"310\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180310_0943261-144x300.png 144w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180310_0943261-492x1024.png 492w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180310_0943261.png 503w\" sizes=\"auto, (max-width: 149px) 100vw, 149px\" \/><\/p>\n<h5>Es ist ja nicht so, als wenn es in der Anforderung des Zelebrierens eine Pause g\u00e4be, nein, es geht munter weiter. Man m\u00f6chte mal schnell bei Govinda eine Milch kaufen und prallt auf die G\u00f6tterprozession, die sich millimeterweise durch die engen Gassen jongliert. Aha!, wieder &#8222;Savari&#8220; (Prozession der G\u00f6tter),\u00a0 denkt es automatisch in mir, und da stehe ich am Wegrand und bin, als quasi Einheimische, nun pl\u00f6tzlich und zuf\u00e4llig ins grelle Licht der Lampentr\u00e4ger getaucht, damit besch\u00e4ftigt, meinen Gesichtsausdruck im Zaum zu halten. Vor etlichen Jahren gab es hier einmal eine l\u00e4ngere Phase, in der man \u00fcberall Gem\u00e4lde von Salvador Dali sehen konnte, was ein wahrer Herzensgenuss f\u00fcr mich war. Gut, die Bilder waren locker kopiert mit dem ber\u00fchmten Kopier-Genius der Inder und wurden rasend abgekauft von Israelis, aber Dali war pr\u00e4sent im Dorf. Ein Maler hatte Teetassen im Haus, auf deren Boden, wenn man ausgetrunken hatte, ein Portrait von Dali sichtbar wurde. Da passte was zusammen, auch wenn es nicht reflektiert wurde als solches. Bei der nun laufenden &#8222;Savari&#8220; musste ich auch fr\u00fcher schon immer mal an Dali denken und wie vielleicht er, obwohl sie in Spanien auch genug von diesen Umz\u00fcgen haben, doch vielleicht verbl\u00fcfft und angeregt gewesen w\u00e4re, diese Darbietung hier zu sehen. Verbl\u00fcffend sind mehr die Dinge, auf die man wegen der Hauptshow erst wenig achtet, und wenn dann der leicht angewiderte Blick sich trennt von den feisten, in jeder Hinsicht \u00f6ligen Brahmanenpriestern, die auf die Menge schauen, als wuselten da ein paar niedrige Insektenformen, ja, wenn der Blick also zu wandern beginnt, sieht man zum Beispiel den Mann, der immer hochkonzentriert mitl\u00e4uft mit einer sehr langen Holzstange, auf der an der Spitze ein waagrechtes Brett angebracht ist, mit dem er die \u00fcberall h herunterh\u00e4ngenden Stromleitungen in die H\u00f6he hievt, sodass das ganze leuchtende G\u00f6tterspiel unbeschadet durch die Gegend kommt. Oder man sieht gleich hinter der hohen Karosse\u00a0 schwer vergiftete M\u00e4nner f\u00fcr 100 Rupien am Tag unter der Schwerarbeit keuchen, die Dieselmaschinen, die die extravagante Beleuchtung erm\u00f6glichen, hinter dem Ganzen herzuschieben. Das kann ich dann kaum mehr ertragen und bin schnell weg, weil hier der Widerstand bei all den gefalteten H\u00e4nden nicht nur zwecklos ist, sondern sch\u00e4dlich. Morgens so um 6 Uhr rum h\u00f6rt man ein rasant schnelles Traben und wenn man es einmal gesehen hat, wei\u00df man, dass da ein Gott in einer S\u00e4nfte durch die Gegend gerannt wird von zwei M\u00e4nnern, ein andrer h\u00e4lt m\u00fchsam eine brennende Fackel beim Rennen, ein noch andrer einen riesigen Schirm, wie man ihn auf meinem Photo sehen kann. Sie rennen zur Treppe eines Tores und halten keine Sekunde an, sondern weg sind sie wieder. Ich muss heute unbedingt mal fragen, warum die rennen m\u00fcssen. Eine sch\u00f6ne Frage: wer hat diese Rennerei befohlen, mmmhhhhh!? Aber Kaaalimaaa, nun bist du schon tausend Jahre hier und wei\u00dft immer noch nicht, dass es der Gott\u00a0 morgens sehr eilig hat!!?? (Viel zu tun!) Gut, das alles dauert ein paar Tage und steigert sich am sechsten. Alle, die freiwillig teilnehmen oder darin gefangen werden, holen den and\u00e4chtigen Blick aus sich heraus. Ist ja alles da. Zeitlos ge\u00fcbt, fraglos ausge\u00fcbt. Religion, die m\u00e4chtige Volkskontrolltechnik. Noch hat sich nicht gezeigt, was besser funktionieren k\u00f6nnte, aber, das kann ich mit einiger Sicherheit sagen, in den einzelnen Individuen gibt es Bewegung.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Es ist ja nicht so, als wenn es in der Anforderung des Zelebrierens eine Pause g\u00e4be, nein, es geht munter weiter. Man m\u00f6chte mal schnell bei Govinda eine Milch kaufen und prallt auf die G\u00f6tterprozession, die sich millimeterweise durch die engen Gassen jongliert. 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