{"id":4568,"date":"2018-02-10T05:27:28","date_gmt":"2018-02-10T05:27:28","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4568"},"modified":"2018-02-10T05:27:28","modified_gmt":"2018-02-10T05:27:28","slug":"religioes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=4568","title":{"rendered":"religi\u00f6s"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4569\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180209_145905-300x248.jpg\" alt=\"\" width=\"344\" height=\"284\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180209_145905-300x248.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180209_145905-768x636.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180209_145905-1024x848.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180209_145905.jpg 1104w\" sizes=\"auto, (max-width: 344px) 100vw, 344px\" \/><\/p>\n<h5>Letztes Jahr habe ich das Buch &#8222;Verlorene Narrenfreiheit&#8220; von Christina Th\u00fcrmer-Rohr, der (ehemaligen) Professorin an der TU Berlin mit Schwerpunkt &#8222;Feministische Forschung&#8220; nach Indien mitgenommen, u.a. weil mir ihre hochintelligent durchreflektierte Thematik bei meinen Gespr\u00e4chen mit indischen Frauen hilfreich schien. Nun habe ich das Buch unter den wenigen B\u00fcchern, die ich hier aufbewahre, wieder entdeckt und irgendwo einen ihrer Texte aufgeschlagen, an den ich mich gar nicht erinnern konnte, der mir aber jetzt, im Kontext eigener Kontemplationen, hochaktuell schien. Vielleicht hatte mich der christliche Kontext vorher nicht so angesprochen, mir aber jetzt beim Nachdenken \u00fcber die indische, von Religiosit\u00e4t tief durchtr\u00e4nkte Lebensweise wervolle Parallelen aufgezeigt. Ich kann den Zwiespalt, um nicht &#8222;Abgrund&#8220; zu sagen, zwischen mir und diesem von zahllosen G\u00f6ttern gepr\u00e4gten Leben der Hindus nur \u00fcberbr\u00fccken, weil ich mich so gut darin auskenne, obwohl ich mich langsam und unauff\u00e4llig aus allen religi\u00f6sen Zusammenh\u00e4ngen herausgel\u00f6st habe. Nun ist es aber so, dass so ziemlich alles, was ich hier sch\u00e4tze und liebe, durch religi\u00f6ses Verhalten gepr\u00e4gt ist (mal abgesehen von der sich rasant entwickelnden kriminellen Ebene). Menschen wollen &#8222;gut&#8220; sein, was locker dazu f\u00fchrt, dass alle &#8222;guten Handlungen&#8220; nur f\u00fcr den Zweck der pers\u00f6nlichen Erl\u00f6sung oder Befreiung gemacht werden. Th\u00fcrmer Rohr stellt einerseits die Frage, ob die westliche Welt stagniert, weil sie kein religi\u00f6ses Motiv mehr hat und man dadurch die fortschreitende Entmenschlichung beobachten kann, weil Menschen sich &#8222;hohen&#8220; Werten nicht mehr verpflichtet f\u00fchlen. Andrerseits taucht hier die Frage auf, wo zwischen Gottesliebe und Selbstliebe die &#8222;N\u00e4chsenliebe bleibt. Es ist doch tats\u00e4chlich so, dass man den Menschen kaum zutraut, aus sich selbst heraus und durch gegenseitiges Interesse aneinander sich d e n Werten zu verpflichten, die dem eigenen Anspruch an &#8222;Menschsein&#8220; gen\u00fcgen bzw. entsprechen. Da es immer der Instanz &#8222;Gott&#8220; und seinen VertreterInnen \u00a0zugeschrieben wird, das sogenannte Wissen zu lehren und dadurch unvorstellbare Abh\u00e4ngigkeiten und kindliche Verhaltensweisen zu erschaffen. Da sitzt immer einer h\u00f6her \u00a0und wei\u00df es angeblich besser, so, als w\u00e4re es einfach unm\u00f6glich, ohne diese Oben-Figur Mensch zu sein und zu erkennen, wer man selber ist und was man auf diesem Planeten machen kann und m\u00f6chte. Und dass man an Menschen einfach auch Freude haben kann ohne den ganzen \u00dcberbau an &#8222;spirituellem&#8220; Erreichenwollen. Nun sitze ich halt auch hier in ihrem sorgf\u00e4ltig geistig gebasteltem Raum und bin Nutznie\u00dferin davon, wenn auch Ungl\u00e4ubige. Dass die gro\u00dfartigen Rituale und ihre Wunderwirkungen schwer durch &#8222;nur&#8220; Menschliches zu ersetzen sind, finde ich bedenkenswert. Muss der Mensch also doch durch eine h\u00f6her angesiedelte Instanz in die Vertikale gezogen werden, damit er aus der Enge des begrenzten Menschseins herausgehievt werden kann? Auch ich habe ernsthaft die ganzen Prozesse durchlaufen: das Erleben der Gottesn\u00e4he, die begeisterten Anstrengungen der meditativen Praktiken, dann die logisch erscheinende Reifung in eigenes Sein hinein mit dem nat\u00fcrlichen Entschwinden des Gottes aus meiner Welt. Dass das kosmische Geschehen an sich ein Wunder ist und bleiben wird, ist jenseits von Zweifel. Wer sollte es jemals erkl\u00e4ren k\u00f6nnen!!?? Die uneingeschr\u00e4nkte Verantwortung aber f\u00fcr eigenes Denken, Handeln und Sein scheint mir das Thema der Stunde. Im Genuss reifenden und wachsamen Menschseins mit sich und anderen zu leben, was auch immer f\u00fcr jeden Einzelnen dazugeh\u00f6rt.<\/h5>\n<h5>Das Buch im Bild habe ich irgendwo gesehen und abphotographiert.<\/h5>\n<h5><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letztes Jahr habe ich das Buch &#8222;Verlorene Narrenfreiheit&#8220; von Christina Th\u00fcrmer-Rohr, der (ehemaligen) Professorin an der TU Berlin mit Schwerpunkt &#8222;Feministische Forschung&#8220; nach Indien mitgenommen, u.a. weil mir ihre hochintelligent durchreflektierte Thematik bei meinen Gespr\u00e4chen mit indischen Frauen hilfreich schien. 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