{"id":4561,"date":"2018-02-09T04:44:15","date_gmt":"2018-02-09T04:44:15","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4561"},"modified":"2018-02-09T04:52:47","modified_gmt":"2018-02-09T04:52:47","slug":"kiosk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=4561","title":{"rendered":"Kiosk"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4562\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180203_153733-261x300.png\" alt=\"\" width=\"295\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180203_153733-261x300.png 261w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180203_153733.png 621w\" sizes=\"auto, (max-width: 295px) 100vw, 295px\" \/><\/p>\n<h5>Auf dem Bild kann man einen der vielen fahrbaren L\u00e4den bzw. Transportmittel sehen (hier \u00fcber Nacht zum Schutz verschn\u00fcrt), die \u00fcberall aufgebaut werden und f\u00fcr viele Menschen wertvolle Dienste verrichten. Sind sie kein Laden, kann man darauf sitzen und sich mit Gep\u00e4ck irgendwo hinschieben lassen. Manchmal, wenn zu viele sich \u00a0am Stra\u00dfenrand h\u00e4ufen, passiert es auch, dass die Polizei kommt und sie verscheucht. Wird in der Hintergasse ordentlich gezahlt, kann es sofort weitergehen mit dem Business. Andere bewegen sich durch die Stra\u00dfe und rufen ihre Ware aus, oft nur ein Item wie Erbsen oder Zwieback, und alle habe ihre Kunden. Neulich habe ich mal erfahren, dass ein reicher Mann, der zwei H\u00e4user im Dorf hat, auch so einen fahrbaren Kiosk besitzt, einfach so, vielleicht ist es zuhause zu \u00f6d und er hat alles erreicht, was er wollte. An einer Seitenstra\u00dfe des Bazaars, wo ich vorbeikomme, wenn ich Prakash besuche, steht auch so ein Ding. Eine Frau verkauft dort Zwieback, Butter und Milch (mit Eisfach). Da kaufe ich dann auch meine Milch und die Butter und habe bemerkt, dass sie mir nie richtig Wechselgeld herausgibt. Einmal wollte ich meine zwei Rupien wieder haben, dann habe ich mal nicht aufgepasst und es waren gleich vier. Dann nochmal zwei. Als ich sie fragend anschaue, schaut sie herausfordernd zur\u00fcck und sagt so was wie &#8222;is was&#8220;? Gestern habe ich das Prakash erz\u00e4hlt und wollte mir von ihm das entsprechende Vokabular in Hindi holen, damit ich mich ordentlich beklagen kann. Sein Sohn hat mir dann alles \u00fcbersetzt, die Butter war 46, die Milch 20, wie viel macht das, mmmmhhhh? Das macht 66 und du hast mir (schon wieder) von hundert Rupien nur 70 herausgegeben. Den Satz &#8222;du beschei\u00dft mich&#8220; habe ich selbst fallen lassen, aber &#8222;du denkst wohl, wir Bleichgesichter seien alle doof?&#8220; h\u00e4tte ich selber auf Hindi gut hingekriegt, nur mit den Zahlen hapert&#8217;s was. Dann meldete sich Prakash mit der Stimme des Kristallkugellesers und sagte: &#8222;Kannst du dir vorstellen, wie sie sich freut \u00fcber 4 Rupien, oder auch zwei? Wie sie sammelt und dann irgend etwas damit machen kann? Sie schaut, ob du das begreifst. Sofort mutierte etwas in mir zum Zwerg, als das Schwert der Weisheit ins Zwergenanteilherz traf. Da dachte ich, ich muss der Frau mal was klar machen, , dabei werde ich charakterlich \u00fcberpr\u00fcft! Der indische Geist kann \u00fcberraschen, vielleicht mag ich ihn deshalb so sehr, und es schmerzt zuweilen, dass so viel dieser Beweglichkeit langsam verloren geht. Ich muss gestehen, ich f\u00fchlte mich befreit. Wie l\u00e4cherlich kam es mir jetzt vor, wegen ein paar Rupien so einen Zirkus zu veranstalten. Da ich diese Szene jetzt los war (und ja auch nicht gezwungen bin, dort weiterhin hinzugehen, um die Frau in ihren Nebenverdiensten zu unterst\u00fctzen), konnte ich mit Abdul, der in der N\u00e4he sa\u00df bei seinem Chaishopfreund (Chai-Shop-Freund), einen chai trinken und eine interessante Geschichte h\u00f6ren, die mir Bal Krishna aus Sind erz\u00e4hlte, die allerdings so lang war, dass man jetzt das Thema &#8222;Kiosk&#8220; vollends aus den Augen verlieren w\u00fcrde. Ich kenne einige Kioskbesitzer, OmJi zum Beispiel, bei dem man die besten Pakoras bekommt, wenn er nicht wieder mal angeheuert wurde von einer Hochzeitsparty, oder neben ihm Ramesh, der Obstmann. Da die W\u00e4gen ziemlich viel Raum einnehmen und gekonnt handgesteuert werden m\u00fcssen, bezweifle ich, dass sie sich bei der rasanten Vermehrung des Verkehrs noch lange halten k\u00f6nnen. Da muss ich mich ausnahmsweise mal an den Gott der Kioske wenden und auf den gro\u00dfen Verlust hinweisen, wenn seine Leute ihre K\u00fcnste nicht mehr auf vorbestimmte Weise darbieten k\u00f6nnten.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem Bild kann man einen der vielen fahrbaren L\u00e4den bzw. Transportmittel sehen (hier \u00fcber Nacht zum Schutz verschn\u00fcrt), die \u00fcberall aufgebaut werden und f\u00fcr viele Menschen wertvolle Dienste verrichten. Sind sie kein Laden, kann man darauf sitzen und sich mit Gep\u00e4ck irgendwo hinschieben lassen. 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