{"id":4524,"date":"2018-02-05T03:33:59","date_gmt":"2018-02-05T03:33:59","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4524"},"modified":"2018-02-05T03:42:42","modified_gmt":"2018-02-05T03:42:42","slug":"zwei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=4524","title":{"rendered":"Zwei"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4526\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180205_072025-168x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"402\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180205_072025-168x300.jpg 168w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180205_072025-768x1374.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180205_072025-573x1024.jpg 573w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180205_072025.jpg 1069w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4525\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180205_072136-168x300.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180205_072136-168x300.jpg 168w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180205_072136-768x1370.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180205_072136-574x1024.jpg 574w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180205_072136.jpg 1071w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><\/p>\n<h5>Oben in Shimla ist jetzt das versp\u00e4tete Eis gekommen und bringt uns verdeckte Himmel am Morgen mit kalten Winden, die dann allerdings einer Tageshitze weichen, die in Kombination eine Menge Husten und Heiserkeiten und Fieber verursachen. Vor meinem Fenster weht eine unruhige Fahne, die mir zeigt, dass ich lieber drinbleiben sollte, denn drau\u00dfen sind nicht nur alle verstimmt, sondern auf meinem Sitz ist es auch ohne Sonne nicht gem\u00fctlich. Ich habe gerade mal nachgeschaut, ob es das Wort &#8222;gem\u00fctlich&#8220; \u00fcberhaupt gibt in Hindi, und ja, es gibt das Wort, es hei\u00dft aaraamadaayak, immerhin sieben a&#8217;s drin, nat\u00fcrlich translatiert vom Translator, damit es f\u00fcr alle lesbar wird, und ich nutze nun spontan diese Gelegenheit, allen Einwohnern m\u00f6glichst viel aaraamdaayak zu w\u00fcnschen, denn daran hapert&#8217;s in den H\u00e4usern oft sehr, deswegen sind alle so viel wie m\u00f6glich drau\u00dfen, oder sind das nur die M\u00e4nner, die ihre Gem\u00fctlichkeiten auf ihrem gro\u00df angelegten Spielfeld erschaffen?<br \/>\nAuf den Photos kann man zwei Menschen sehen, die ich beide ungef\u00e4hr gleich lang kenne, und das ist ziemlich lange. Die Frau links ist Lalis Mutter, man sieht sie beim Knoblauchpuhlen. Mit ihr musste ich mich immer wieder auseinandersetzen, und je mehr ich Zeugin ihrer Handlungen wurde, desto weiter sa\u00dfen wir auseinander. Sie gilt unter den D\u00f6rflern ringsum als eine Art Heilerin, und \u00fcblicherweise in solchen F\u00e4llen erf\u00e4hrt man nat\u00fcrlich nie, ob irgend jemand in den langen Jahren ihrer Magenkneterei wirklich \u00a0geheilt wurde, aber der Glaube soll ja noch mehr k\u00f6nnen, zum Beispiel Berge versetzen. Diese Heilerin also hat bei allen Heiraten, die in den Jahren zwangsweise stattfanden, immer die Entscheidungen der jeweiligen Partner getroffen, die geheiratet werden sollten, und noch nie habe ich solch schreckliche Fehlentscheidungen bezeugen m\u00fcssen. Sie ist gewarnt worden und hat trotzdem entschieden, zum Beispiel f\u00fcr Lali, die von dieser Zeit nur als von einem entschwundenen Albtraum spricht, bis ihr Mann sich das bereits vor der Hochzeit verkorkste Leben genommen hat. Aber viele andere F\u00e4lle folgten, bei denen man eine Menge blanken Irrsinn h\u00e4tte vermeiden k\u00f6nnen. Die Mutter ist die Einzige, die nicht in die Schule gegangen ist, also weder lesen noch schreiben kann. Das war f\u00fcr die Familienmitglieder durchaus nicht g\u00fcnstig, denn was bleiben musste, war eine traditionell gepr\u00e4gte Show von Respektbezeugung, die man f\u00fcr unerl\u00e4sslich hielt. Jetzt \u00e4ndern sich die Dinge, aber sehr, sehr langsam. Zumindest wei\u00df man schon mehr, wen man vor sich hat, oder man l\u00e4sst es auch mitunter gerne sein, wissen zu wollen, wen man vor sich hat, denn das w\u00fcrde hier bei ihr ja nur in sinnloses Raten f\u00fchren, denn da existiert noch nicht einmal die geringste Spur von Selbstreflexion, also auch keine Idee von eigenem, fehlerhaftem Verhalten.<br \/>\nDer Mann rechts im Bild kommt aus der Bopa-Kaste. Es sind Zigeuner, die an der Dorfgrenze wohnen, und die meisten von ihnen spielen, mehr oder weniger talentiert, auf einem Instrument, der Ektara, simpel und meist selbst gebaut mit ein paar Strings, die mit einem Bogen, an dem Gl\u00f6ckchen h\u00e4ngen, gestrichen werden. Da die Foreigners auf solche, ihrer Phantasie vom Orient entsprechenden Gestalten schon seit langem abfahren, haben sie eine gewisse Ber\u00fchmtheit erlangt, haben eine CD von Ravi machen lassen, der wiederum ihre CD profitabel verkauft. Der alte Mann auf dem Bild ist einer der Letzten, die noch richtig gut spielen k\u00f6nnen. Wenn er in Fahrt kommt, sitzt man gerne eine Weile herum oder greift zum Geldbeutel. Auch das ist lange her, denn weil nichts erneuert wurde in ihrer Kunst, h\u00f6rte auch das begeisterte Zuh\u00f6ren (f\u00fcr mich) auf. Vor ein paar Tagen, als ich das Bild von der Mutter gemacht habe, sa\u00df er auch da auf der Treppe, daher die farbliche Angleichung. Das Bild zeigt ihn beim Erz\u00e4hlen, dass er gerade eine Diagnose f\u00fcr Kehlkopfkrebs bekommen hat. Er ging zum Arzt, weil er nichts mehr essen und trinken kann. Ob hier etwas zu machen w\u00e4re medizinisch oder nicht, kam als Frage gar nicht auf. Niemand wird ohne Geld so einen Menschen behandeln, nur die Reichen haben entweder Geld f\u00fcr Behandlung oder eine Krankenversicherung. Da sitzt er nun, der alte, uns allen vertraute Bopa, mit seiner Ektara, und wir wissen alle, dass er bald sterben wird. Meine G\u00fcte, denke ich, als er weiter geht, da ist er nun allein damit.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Oben in Shimla ist jetzt das versp\u00e4tete Eis gekommen und bringt uns verdeckte Himmel am Morgen mit kalten Winden, die dann allerdings einer Tageshitze weichen, die in Kombination eine Menge Husten und Heiserkeiten und Fieber verursachen. 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