{"id":4492,"date":"2018-01-30T05:05:32","date_gmt":"2018-01-30T05:05:32","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4492"},"modified":"2018-01-30T05:10:41","modified_gmt":"2018-01-30T05:10:41","slug":"teppich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=4492","title":{"rendered":"Teppich"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4493\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180130_070810-300x228.png\" alt=\"\" width=\"341\" height=\"259\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180130_070810-300x228.png 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180130_070810-768x585.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180130_070810-1024x779.png 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180130_070810.png 1038w\" sizes=\"auto, (max-width: 341px) 100vw, 341px\" \/><\/strong><\/p>\n<h5>Das fand ich ja erheiternd, diese Illustration in der Zeitung zu sehen und dachte, das Sprichwort &#8222;etwas unter den Teppich kehren&#8220;, w\u00e4re in Indien auch bekannt. Aber niemand, den\/die. ich fragte, kannte es, auch weil es ja keine Teppiche gibt in den H\u00e4usern, eher so Riesendinger bei den religi\u00f6sen und politischen Veranstaltungen, die nat\u00fcrlich auch zum Drunterkehren pr\u00e4chtig geeignet w\u00e4ren, s\u00e4\u00dfen nicht immer so viele drauf, dass selbst die Ameisen drunter ersticken. Der Illustrator schaut sich offensichtlich global um. und es ist ihm gut gelungen, das Bild f\u00fcr sich selbst sprechen zu lassen, sozusagen zur Universalsprache zu machen. Obwohl Teppich und Unterbewusstsein einiges gemeinsam haben, lagert doch im Unterbewusstsein vieles, was man erst ergr\u00fcnden muss, w\u00e4hrend man beim Teppich einfach l\u00fcpfen muss und schwupp! ist das, was man aus irgendeinem Grund nicht m\u00f6chte, weg. Nat\u00fcrlich nur vor\u00fcbergehend, denn irgendwann reicht ja der Besen nicht mehr hinunter, und der Verdr\u00e4ngungsbuckel beginnt aufzufallen. Dann hat man nur noch eine Option und kann so tun, als w\u00e4re der Haufen die Welt, der man den R\u00fccken kehrt, bis auch das nicht mehr klappt. Nat\u00fcrlich kann in dieser Verfassung der Teppich auch nicht mehr zum Fliegen benutzt werden, aber fliegende Teppiche sind eh out. In den indischen Familien, in denen ich mich bewege, ist es sehr heikel, \u00fcber Dinge, die offensichtlich schief laufen, zu reden. Vor allem d\u00fcrfen die J\u00fcngeren, wenn ihnen mal was St\u00f6rendes auff\u00e4llt, nichts zu den \u00c4lteren sagen, das wird einfach als unerh\u00f6rt \u00fcberh\u00f6rt. Aber die Jungen lernen auch ganz fr\u00fch, nichts zu merken. &#8222;Du darfst nicht merken&#8220;, ist ein Klassiker hier. Manchmal schalte ich mich ein, dann kann es so schwarz werden, dass man ohnm\u00e4chtig zur\u00fcckschreckt. In Lalis Familie, hohe Brahmanenkaste, gab es so viele F\u00e4lle von an Wahnsinn grenzender Gest\u00f6rtheit, dass man einen guten Moment w\u00e4hlen muss, um \u00fcberhaupt was sagen zu k\u00f6nnen. Der \u00e4lteste Bruder von Lali ist an Alkohol gestorben seine erste Frau hat ihn wegen zu wenig Aussteuer verlassen. Dann hat er Chandra geheiratet, die von Anfang an dement war und nun f\u00fcr einen Priester Teller w\u00e4scht. Der zweite irrt t\u00e4glich im Dorf herum und sucht nach Heroin und muss regelm\u00e4\u00dfig von seinen S\u00f6hnen nach Hause gebracht werden. Einer der S\u00f6hne ist so riesig gro\u00df und breit, dass man nichts mehr sieht, wenn er in der T\u00fcre steht. Meistens liegt er auch auf einer Bank und schaut fern, stundenlang, egal was. Gestern habe ich die Kiste ausgeschaltet, weil Lali und ich besorgt sind wegen seinen zwei Kindern, und mit ihm reden wollten. Er schaut ersch\u00f6pft nach oben zu unseren Blicken und sagt, seine Frau sei ein Tier und w\u00fcrde die Kinder schlagen, und er wei\u00df nicht, was er machen soll. Der \u00e4ltere Sohn ist 6 und kann noch nicht sprechen. Die Mutter l\u00e4sst ihn nicht in die Schule gehen. Sie verbringen den ganzen Tag mit ihr in einem dunklen Raum, sagt Lali, und sie sperrt die T\u00fcre zu. Jeden Tag h\u00f6rt man die Kinder schreien. Am schlimmsten ist f\u00fcr mich, dass die Gro\u00dfmutter, Lalis Mutter, so tut, als verst\u00fcnde sie gar nichts, auch die eigene Sprache nicht. Sie hat ein Verbrechen nach dem anderen begangen, schreckliche Schicksale eingeleitet durch all ihre Fehlentscheidungen, und der einzige Mensch, der sich aus dem tiefen Dunkel dieses Teppichs herausgearbeitet hat, ist Lali. Man verneigt sich dann gern auch mal vor den Kr\u00e4ften, dei hier innerlich am Wirken waren. Sie leitet inzwischen das Pilger-Restaurant, auch bei Ausl\u00e4ndern hoch beliebt, und wird inzwischen f\u00fcr ihre Arbeit geachtet. Nur die Mutter schaut ihre Tochter an wie eine Blinde.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das fand ich ja erheiternd, diese Illustration in der Zeitung zu sehen und dachte, das Sprichwort &#8222;etwas unter den Teppich kehren&#8220;, w\u00e4re in Indien auch bekannt. Aber niemand, den\/die. ich fragte, kannte es, auch weil es ja keine Teppiche gibt in den H\u00e4usern, eher so Riesendinger bei den religi\u00f6sen und politischen Veranstaltungen, die nat\u00fcrlich auch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4492","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4492","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4492"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4492\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4496,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4492\/revisions\/4496"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4492"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4492"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4492"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}