{"id":4423,"date":"2018-01-20T04:39:33","date_gmt":"2018-01-20T04:39:33","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4423"},"modified":"2018-01-20T04:41:35","modified_gmt":"2018-01-20T04:41:35","slug":"denken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=4423","title":{"rendered":"denken?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4424\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180120_091521-186x300.jpg\" alt=\"\" width=\"260\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180120_091521-186x300.jpg 186w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180120_091521-768x1238.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180120_091521-635x1024.jpg 635w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180120_091521.jpg 814w\" sizes=\"auto, (max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/p>\n<h5>Das hat mich schon in den ersten Zeiten in Indien verstimmen und irritieren k\u00f6nnen, wenn Inder mit der ihnen eigenen und \u00fcberzeugenden Selbstverst\u00e4ndlichkeit sagen konnten: mat socho, denk nicht. Wie was: denk nicht? Sp\u00e4ter wurde klar, dass bis heute das wesentliche Denken ihrer Meinung nach von denen kommt, die vor ihnen sitzen. Man lernt also vom Vorgedachten, und auch als wir Westler kamen und in die Praktiken einzogen, war klar, dass uns niemand zutraute, das &#8222;Richtige&#8220; denken zu k\u00f6nnen. Da wir ja auch gute LehrerInnen sch\u00e4tzen und B\u00fccher lesen und eine ziemlich entwickelte Gespr\u00e4chskultur haben, wo sie erw\u00fcnscht ist, war es trotzdem gut und lehrreich (denke ich mal), vor allem durch meditative Praxis dem westlichen Drang zum Denken etwas Einhalt zu gebieten. Seit aber die indischen Gurus wegen aller m\u00f6glichen Missbrauchsvorw\u00fcrfe in den Gef\u00e4ngnissen landen (f\u00fcnf von ihnen, seit ich hier bin), wird mir berichtet, dass viele Menschen das Vertrauen in sie verlieren. Nun zeigt sich ein enormer Schock: das eigene Denken ist nicht ausgebildet, es wurde nie ermutigt und ging bis an die Hochzeitst\u00fcr: da heiraten nicht zwei Menschen, sondern zwei Familien, und es sind immer die autorit\u00e4ren Figuren, die das Denken (und die Wahl der Partner) bestimmen. Man versteht ja erst sp\u00e4t, wie tief dieser Wunsch, von Autorit\u00e4ten beraten zu sein und gelenkt, in den meisten Menschen ihr Unwesen treibt. Wie soll ich meine Welt gestalten, wenn ich mir nicht zutraue, eigenes Denken anzuwenden, ja, \u00fcberhaupt zu wissen und mich zu fragen, was ich damit meine. Vor allem in der spirituellen Welt geistern endlose Banalit\u00e4ten \u00fcber das Sein, das Denken, das Ego, die Verhaftung an Identit\u00e4t, so als ginge es nur darum, den Trick zu finden, wie man das alles los wird, und dass man so lange vor jemand sitzen muss, der es hat- Was hat? Sich selbst? Ein laufendes Mysterium, man kann es nur selbst entr\u00e4tseln. Wir vergessen oft, dass wir in einer Zeit leben, in der zwar unvorstellbare Gr\u00e4uel Gestalt angenommen haben, aber es ist auch eine Zeit immensen Reichtums, so als h\u00e4tte das Ganze eine F\u00fclle erreicht, bei der vor allem das eigene Denken beansprucht wird, denn man muss ganz sicherlich entscheiden k\u00f6nnen, wo in der Mitte dieses irren Stromes der eigene Weg langgeht. Hat man die Richtung einigerma\u00dfen angepeilt, beruhigt sich dann doch letztendlich auch die immense Anstrengung, die es brauchte, um mit dem nun \u00e4u\u00dferst hilfreichen Kompass die Navigation m\u00fchelos aufrecht zu erhalten. Die Freude des Denkens oder Nicht-Denkens, die Freude am Spiel oder dem Drama, die Freude an B\u00fcchern oder Menschen, das bleibt doch dann uns selbst \u00fcberlassen, wie wir unser Dasein einrichten. Simple living -high thinking!<\/h5>\n<p>Das Bild zeigt eine Hauswand im Dorf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das hat mich schon in den ersten Zeiten in Indien verstimmen und irritieren k\u00f6nnen, wenn Inder mit der ihnen eigenen und \u00fcberzeugenden Selbstverst\u00e4ndlichkeit sagen konnten: mat socho, denk nicht. Wie was: denk nicht? Sp\u00e4ter wurde klar, dass bis heute das wesentliche Denken ihrer Meinung nach von denen kommt, die vor ihnen sitzen. 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