{"id":4405,"date":"2018-01-17T03:23:31","date_gmt":"2018-01-17T03:23:31","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4405"},"modified":"2018-01-17T03:47:07","modified_gmt":"2018-01-17T03:47:07","slug":"neumond","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=4405","title":{"rendered":"Neumond"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4406\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180117_072834-300x218.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"218\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180117_072834-300x218.png 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180117_072834-768x558.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180117_072834-1024x744.png 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180117_072834.png 1470w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4407\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180117_075232-300x147.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"147\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180117_075232-300x147.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180117_075232-768x377.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180117_075232-1024x503.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180117_075232.jpg 1398w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<h5>Das hat mich schon manches Mal verbl\u00fcfft, dass der Himmel, wie die vergangenen Tage hier, wolkenlos war, und auf den Gongschlag mit Neumond wandert ein dunkles Wolkenmeer herein, und man kann davon ausgehen, wenn man hinausgehen m\u00f6chte, dass man auf verdunkelte Gem\u00fcter trifft. Das durfte ich schon gestern an mir feststellen, als Ayesha, deren Besuch f\u00fcr heute angesagt war, wegen Neumond verschoben wurde. Da tut sich der ber\u00fchmte Spalt auf, der bei mir in diesem Fall so aussieht, dass ich gerne ab und zu auf mein linkes Handgelenk zeige, wo eine Uhr sein k\u00f6nnte, und sage zu jemandem: Hallo, wir haben 2018 und h\u00e4ndeln Smartphones, und dann wird an Neumond nicht gereist. Warum, frage ich. Oh, sagt sie, weil der Schatten des Todes der Gro\u00dfmutter noch \u00fcber dem Haus schwebt, und das passt nat\u00fcrlich gar nicht, und wer k\u00f6nnte es nicht mit ein bisschen gutem Willen verstehen. Da liegen ja auch immer Weisheitsk\u00f6rner in den Dingen, aber wo muss man den Volksmund oder die letzte Eso-Ecke endg\u00fcltig verlassen. Weil ich aber, um A. zu sehen, in der Familie eingeladen war, wo wir uns meist treffen, ging ich hin, und da lagen drei kranke Menschen: S. hatte Ohrenschmerzen und Kopfweh, die Gro\u00dfmutter aus Indore musste sich dauernd \u00fcbergeben, und der Vater, von dem man mir neulich stolz erz\u00e4hlt hatte, er w\u00e4re schon 3 Monate &#8222;trocken&#8220;, hatte wieder einen R\u00fcckfall, und lag betrunken im Bett. Der Sohn war auch ein paar Tage zu Besuch von seinem College, und, wie mir die Mutter versicherte, hat seinen Hass gegen den Vater nun in ein Verst\u00e4ndnis umkehren k\u00f6nnen f\u00fcr die Krankheit. Da der Arzt dem Trinker der auch Arzt ist, den sicheren Tod prophezeit hat, wenn er auch nur einen Zentimeter im Glas zu sich nimmt, frage ich R., seine Frau, wie sie das sieht, und ob sie ihn weiterhin qualvoll erhalten will, das Ganze l\u00e4uft ja schon 40 Jahre. Da sagt sie, wir brauchen ihn f\u00fcr die Konstruktion des neuen Hospitals, das gerade entsteht, und das steht nun in banger Frage. Das alles auf kostbarer Marmorfl\u00e4che mit Tee in Porzellantassen. Der neue Hund, gerade mal einen Monat alt, pinkelt auf meinen Schal. Dann werde ich gezwungen, was zu essen, nat\u00fcrlich sind Zwiebeln und Knoblauch drin, was mir heute zu Neumond nat\u00fcrlich nicht bekommt. Ich n\u00f6rgle und klage wahllos ein bisschen herum, \u00fcber das versandende Indien, das &#8222;wir&#8220; (Ausl\u00e4nderInnen) so geliebt haben, und nun dieser Anrausch des Kapitalismus, als h\u00e4tten wir nicht gerade deswegen einst unsere L\u00e4nder verlassen. Alle sind h\u00f6flich, aber mit eigenen Sorgen besch\u00e4ftigt. Auf der riesigen Flatscreen l\u00e4uft die Life\u00fcbertragung eines Cricketspiels, und M\u00e4nner hauen pausenlos auf irgendeinen Ball, den ein Anderer catchen muss. Ich gestalte einen Abgang und finde drau\u00dfen auf der Stra\u00dfe nach einigen Minuten eine t\u00f6dlich gef\u00e4hrliche L\u00fccke zwischen abgastr\u00e4chtigen Lastwagen, und dann die erl\u00f6sende Gasse. Deswegen bleibe ich heute zuhause und pinsle herum. An Amavash (Neumond) \u00a0muss man yuktiyukt sein, dh. kluge Methoden anwenden, um gut drauf zu sein und zu bleiben.<\/h5>\n<p>Gerade h\u00f6re ich, dass zwei Neumonde gefeiert werden, heute und morgen. Das wird durch das indische Horoskopsystem bestimmt. Na dann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das hat mich schon manches Mal verbl\u00fcfft, dass der Himmel, wie die vergangenen Tage hier, wolkenlos war, und auf den Gongschlag mit Neumond wandert ein dunkles Wolkenmeer herein, und man kann davon ausgehen, wenn man hinausgehen m\u00f6chte, dass man auf verdunkelte Gem\u00fcter trifft. 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