{"id":4394,"date":"2018-01-15T05:34:22","date_gmt":"2018-01-15T05:34:22","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4394"},"modified":"2018-01-15T05:34:22","modified_gmt":"2018-01-15T05:34:22","slug":"feiern-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=4394","title":{"rendered":"feiern"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4396\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180114_200739-e1515993757240-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180114_200739-e1515993757240-169x300.jpg 169w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180114_200739-e1515993757240-768x1365.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180114_200739-e1515993757240-576x1024.jpg 576w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-4397\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180115_072230-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"511\" height=\"288\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180115_072230-300x169.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180115_072230-768x433.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180115_072230-1024x578.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180115_072230.jpg 1898w\" sizes=\"auto, (max-width: 511px) 100vw, 511px\" \/><\/p>\n<h5>Das muss man ihnen neidlos lassen, &#8222;den Indern&#8220;, wenn ich sie hier nochmal locker gruppieren darf: sie k\u00f6nnen feiern! Das sagt man sogar gerne, wenn man, wie ich gestern, eher zur Gruppe der Leidtragenden geh\u00f6rt habe, die auch ziemlich gro\u00df sein muss, denn die Decibel-Messung des Techno-Sounds, z.B. bei Makr Sankranti, dem gestrigen Fest, muss himmelhoch \u00fcber das inzwischen gesetzlich festgelegte Ma\u00df hinausgehen. Man soll sich beklagen d\u00fcrfen, aber noch habe ich keinen klagen h\u00f6ren. Vier gigantische Lautsprecher wurden morgens um 6 Uhr von Jugendlichen auf die H\u00f6he meiner und ihrer Terrassen \u00a0gehievt, was mich bei aller Begeisterung dann zweimal in die Flucht getrieben hat. Aberaberaber, das ist ja nicht alles, das dr\u00f6hnt nur durch bis abends. Dazwischen wird gr0\u00dfz\u00fcgig gespendet, und wirklich alle Herumwandernden sind den ganzen Tag mit Geben und Nehmen besch\u00e4ftigt, und selbst die Bettler und ihre Kinder, hordenweise unterwegs, schauen mitleidig auf die Zehnrupienscheine, so als w\u00e4re man auf einmal ein mickriger Zwerg. Alle paar Meter verausgaben sich Gruppen damit, frische &#8222;Pakoras&#8220; herzustellen, und da der Ruf auf dem Spiel steht, kann man sich darauf verlassen, dass die Qualit\u00e4t bestens ist, dh., man kann soviel Pakoras essen, wie man kann. Da ich auch Pakoras liebe, habe ich zum Gl\u00fcck auf meinem Fluchtweg Ashok getroffen, Shivanis Mann, der mich und sie dann mit einer riesigen Sammlung von verschiedenen Macharten dieser k\u00f6stlichen Nahrung versorgt hat, sodass das Mittagessen ausfallen konnte und mein deutscher K\u00f6rper, der mehr Butter als \u00d6l kennt, abends \u00f6lgetr\u00e4nkt bzw spendenge\u00f6lt in die Schwere ging. Auf der zweiten Fluchtroute war ich bei Lali, die keinen Bock auf Sankranti hatte und keine Ahnung, wo ihr Sohn seit der Morgend\u00e4mmerung war, als er mit hundert kunstvoll geschn\u00fcrten Drachen loszog auf irgendein Dach der Stadt. Dieses Jahr habe ich auch keine Drachen ausgeteilt wie sonst immer, da die Nachrichten schon vor dem Fest doch zu etwas mehr Denken anregten. \u00dcbersch\u00e4tzt man sich, wenn man aus etwas aussteigt, weil dadurch Tiere und Menschen jedes Jahr sterben? Vor zwei Tagen ist ein Mann auf dem Motorrad gek\u00f6pft worden von einer der Schn\u00fcre, die \u00fcberall herumliegen und nat\u00fcrlich auch die Tierliebhaber in Bewegung setzen, um vor allem an den V\u00f6geln zu retten, was noch zu retten ist. So, das ist der Schatten, den jedes Fest auf der Erde zum Ausgleich mit sich bringt.<br \/>\nAls dann der Abend doch nach 13 Stunden unausweichbarem Dr\u00f6hnen zu einer Stille fand, hatte nat\u00fcrlich das G\u00f6ttliche wieder<br \/>\ndie Abschlussperformance. Kaum setzte die n\u00e4chtliche Dunkelheit ein, schwebten aus allen Ecken des Ortes gleichzeitig Hunderte von FeuerLampions*, immer mehr, immer mehr kamen zueinander und schwebten ihrem eigenen Nicht-Ziel entgegen, und es sah aus, als h\u00e4tte sich der Himmel mit allen Sternen f\u00fcr eine Weiterreise entschieden, und war nur kurz zu Besuch, begleitet von unseren Augen.<br \/>\nNoch heute auf dem Rundgang waren \u00fcberall kleine \u00d6llichter zu sehen mit dabeiliegenden Opfergaben. Meinen Sitz musste ich leerfegen von Mung Dal, der kiloweise im Umkreis f\u00fcr die K\u00fche ausgestreut war, eine spezielle Gabe, die, wie ich h\u00f6re, in fernen Gestaden besonders gutes Karma bringen soll. (Business as usual). Es ist eben die Power der g\u00f6ttlichen Instanz oder Substanz, oder wie auch immer man das scheinbar unausl\u00f6schliche &#8222;Es&#8220; nennen will, denn ohne es w\u00fcrde vor allem hier viel Sch\u00f6nes und Gutes nicht stattfinden k\u00f6nnen (und viel Schreckliches im Namen des &#8222;Es&#8220; auch nicht).<\/h5>\n<h5>Das erste Bild habe ich mal an Sankranti mit Nachbarskindern gemalt, und im zweiten sieht man einen Teil der schwebenden Lichter im Abendhimmel.<\/h5>\n<h5><\/h5>\n<h5><\/h5>\n<h5><\/h5>\n<h5><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das muss man ihnen neidlos lassen, &#8222;den Indern&#8220;, wenn ich sie hier nochmal locker gruppieren darf: sie k\u00f6nnen feiern! 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