{"id":4362,"date":"2018-01-09T05:40:43","date_gmt":"2018-01-09T05:40:43","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4362"},"modified":"2018-01-09T05:57:40","modified_gmt":"2018-01-09T05:57:40","slug":"nabelrand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=4362","title":{"rendered":"Nabelrand"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4363\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180107_194656-282x300.jpg\" alt=\"\" width=\"194\" height=\"206\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180107_194656-282x300.jpg 282w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180107_194656-768x818.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180107_194656-962x1024.jpg 962w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180107_194656.jpg 1049w\" sizes=\"auto, (max-width: 194px) 100vw, 194px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4364\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180107_194743-221x300.png\" alt=\"\" width=\"125\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180107_194743-221x300.png 221w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180107_194743.png 242w\" sizes=\"auto, (max-width: 125px) 100vw, 125px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4365\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180109_102518.png\" alt=\"\" width=\"134\" height=\"129\" \/><\/p>\n<h5>Die Wesen im Bild sitzen am ausgebauten Nabelgebiet von Vishnu. Aus dem Nabel von Vishnu, der die Welt ertr\u00e4umt, kommt der Sch\u00f6pfer pers\u00f6nlich hervor, auf einer Lotusbl\u00fcte sitzend. Klaro, er muss ja auch ein Teil der &#8222;Maya&#8220; sein, der illusorischen Erscheinungswelt, sonst g\u00e4be es kein Spiel. Noch habe ich in all den Jahren hier vor Ort und in weitem Umkreis niemanden getroffen, der auch nur in der Lage war, daran zu zweifeln. Warum sollten sie auch. Wer am Nabel sitzt, ist entweder schon geboren, oder kann jederzeit damit rechnen. Auf dieser Geschichte ist schlechthin alles aufgebaut. Das Leben des Ortes bewegt sich um den Nabel herum. Wo Nabel ist, ist Leben. T\u00e4glich gl\u00fcckliche Menschen, die oft \u00fcber sehr beschwerliche Wege hier angekommen sind, pumpen st\u00e4ndig Sch\u00fcbe von Erl\u00f6sungserfahrungen hinein in die Atmosph\u00e4re, und man kann ja ruhig mal den Gedanken bzw. die Frage zulassen, ob diese scheinbar absurden Geschichten wirklich absurder sind oder weniger Erfreulichkeitspotential haben als die meisten Geschichten, in deren Sonnen-oder Schattenseiten wir unsere Leben basteln. Ich kann nat\u00fcrlich gut reden, habe ich mich doch selbst hier tanzend eingef\u00fchrt als eine ihrer Urgestalten, und mich hineingebaut in eine sehr dichte Version ihres &#8222;Ramayana-Epos&#8220;, sodass zumindest die ungef\u00e4hr zweihundert Besucher des von mir durchchoreographierten Abendprogramms ihre Story wiedererkennen konnten, obwohl es erst von da an in der Ramayana eine tanzende Kali gab. So habe ich zwei doch sehr eindeutige Geburten gehabt: eine in einer sehr lichtlosen, westlichen Nacht, und eine andere im Licht einer sehr langen Geschichte, als viele Menschen wahres Menschsein noch f\u00fcr m\u00f6glich hielten, wenn auch nicht ohne g\u00f6ttliche Hilfestellung. Ex oriente lux. Das Licht kommt aus dem Orient. Die Metereologen haben gerade verk\u00fcndet, dass es seit der Wettermessung noch nie eine so gro\u00dfe Nebelfl\u00e4che gegeben hat wie zur Zeit \u00fcber vier L\u00e4nder hinweg, Indien, Pakistan, Bangladesh, und das vierte habe ich vergessen. Ein riesiger Neben am Rande der Welt, wo ich sitze und mit tiefer Freude den noch verbleibenden Atem des Ganzen in mich hineinnehme. An der Nabelschnur h\u00e4nge ich nicht mehr, und das ist auch gut so. Aber herumsitzen bei Euch und Euren Geschichten, angeregt durch die wesenhafte Welt Eurer Bauten und Kost\u00fcme, und ja, irgendwie schon zuhause in der vertrauten Essenz Eurer geiststrotzenden Ideen. Im Sekundentakt werden wir hinaus-oder vielmehr hineingeboren in die Weltgeschichte, und im Sekundentakt verschwinden wir wieder aus ihr. Was wir selbst dachten, und wie wir es formten, und wie wir damit umgehen, das betrifft uns pers\u00f6nlich nat\u00fcrlich in besonderem Ma\u00df, wird aber vor allem belebt und gen\u00e4hrt durch die Teilnahme am Leben der Anderen, die uns Zugang gew\u00e4hren zu sich und ihren Geschichten.<\/h5>\n<h5><\/h5>\n<h5><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wesen im Bild sitzen am ausgebauten Nabelgebiet von Vishnu. Aus dem Nabel von Vishnu, der die Welt ertr\u00e4umt, kommt der Sch\u00f6pfer pers\u00f6nlich hervor, auf einer Lotusbl\u00fcte sitzend. Klaro, er muss ja auch ein Teil der &#8222;Maya&#8220; sein, der illusorischen Erscheinungswelt, sonst g\u00e4be es kein Spiel. 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