{"id":4223,"date":"2017-12-19T04:56:20","date_gmt":"2017-12-19T04:56:20","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4223"},"modified":"2017-12-19T05:01:47","modified_gmt":"2017-12-19T05:01:47","slug":"fragil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=4223","title":{"rendered":"fragil"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4224\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171219_070423-290x300.png\" alt=\"\" width=\"290\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171219_070423-290x300.png 290w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171219_070423-768x795.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171219_070423-989x1024.png 989w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171219_070423.png 1073w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><\/p>\n<h5>Alles ist gleichzeitig mit der vorhandenen Kraft so zerbrechlich, so angreifbar, so zart. Als ich die ersten Familienmitglieder des verstorbenen Zwillings sehe, ber\u00fchrt mich, wie verwandelt sie aussehen, wie dieser Tod sie mitgenommen hat in den Schmerz und die Trauer, und ja, da hilft es ganz sicher manchmal, nach oben zu zeigen, wo h\u00f6her vermutete M\u00e4chte sich um die Hilflosen k\u00fcmmern. Wir haben doch gar nichts getan, sagt Dipu, so, als k\u00f6nnte nur das schlechte Verhalten so etwas Schreckliches hervorbringen. Aber das Unvermutete bricht \u00fcberall ein in die Zerbrechlichkeit, auch wenn K\u00f6rper und \u00a0Geist geh\u00fctet werden wie der Augapfel, der auch nur zuschauen kann, wie die Dinge sich entfalten. Aber es ist doch auch diese (vermeintliche) Unschuld, die (ihnen) noch schwer in den Knochen liegt und wiegt und neue Konflikte hervorbringt mit dem Angebrachten, dem Hervorgebrachten und dem Umgang mit der Ungewissheit, was im Dunkel der N\u00e4chte schon alles geschehen ist, bevor es die Worte fand f\u00fcr das Uns\u00e4gliche. Und die sich selbst auferlegten Ordnungen und Disziplinen, die den Verzagtheiten den Sprit zuf\u00fchren f\u00fcr das Weitergehen, immer so nackt unter den aufwendigen Kost\u00fcmen, wo sich hier und da die Narben breit machen von Gewesenem, das durchstanden bzw. durchgelegen sein wollte und musste. Unter leicht verschleiertem Himmel schaue ich auf das zusammengesetzte Bild, das sich uns immer darbietet als Norm, an der die Wesen entlanggehen mit ihren lauernden Bed\u00fcrftigkeiten, durch t\u00e4gliche Rituale im Zaum gehalten. Das ist das gro\u00dfe Versprechen des Gottes im Wunschraum der Menschen, dass er schon das Richtige wird w\u00e4hlen k\u00f6nnen f\u00fcr sie, er, der H\u00fcter der Herden. Doch auch der oder die, die\/der das Schafsein nicht kann, will beh\u00fctet sein und gesch\u00fctzt vor dem Zugriff des Schicksals. Das Schicksal aber, was auch immer es sei, \u00a0nimmt den Einen mit, und den Anderen l\u00e4sst es liegen. Der Mutter der Zwillinge, berichtet mir Dipu, hat die Familie noch nicht mitgeteilt, dass ihr Kind tot ist. Sie ist wohl mal in den Brutkasten-Raum gegangen und meinte, beide ihrer S\u00f6hne dort zu sehen, aber da war er schon gar nicht mehr da. Sie m\u00f6chten das andere Kind noch eine Weile sch\u00fctzen vor ihrem Schmerz.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alles ist gleichzeitig mit der vorhandenen Kraft so zerbrechlich, so angreifbar, so zart. 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