{"id":4197,"date":"2017-12-15T05:32:45","date_gmt":"2017-12-15T05:32:45","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4197"},"modified":"2017-12-15T07:12:21","modified_gmt":"2017-12-15T07:12:21","slug":"bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=4197","title":{"rendered":"bleiben"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4199\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171214_111344-239x300.jpg\" alt=\"\" width=\"287\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171214_111344-239x300.jpg 239w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171214_111344-768x964.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171214_111344-815x1024.jpg 815w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171214_111344.jpg 1079w\" sizes=\"auto, (max-width: 287px) 100vw, 287px\" \/><\/p>\n<h5>Eine gute Dosis Fremdsein ist immer, das h\u00f6rt nie auf. Selbst wenn wir immer wiederk\u00e4men, es k\u00f6nnte nicht aufh\u00f6ren, es ist der Planet und seine Bedingungen. Was mich in der momentanen Erfahrung der Zeit betrifft, so sp\u00fcre ich gerade nichts von kosmischer Poesie am Nabel des Seins, eher die Freude an der Stockn\u00fcchternheit, wobei der Stock sich noch etwas wandeln k\u00f6nnte, vielleicht in die leichte Nadel eines Kompasses (Nadel-N\u00fcchternheit). Die Nadel des inneren Kompasses ist nerv\u00f6s und beweglich, wie es so ihre Art ist, also mal Osten, mal Westen (mal Norden, mal S\u00fcden), und nirgendwo kann sie beruhigt bleiben, weil auch die Richtungen neu geortet werden m\u00fcssen. Auch wenn man sich sehr lange in einer anderen Kultur aufgehalten hat, w\u00e4re es n\u00e4rrisch zu erwarten, dass die Fremdheit, oder das Anderssein \u00a0je ganz verschwindet. Warum auch. Als ich mitten im W\u00fcstensand mit Hilfe einer Bruderschaft einen Tempel gefunden hatte, f\u00fcr dessen Betrieb ich zwei Jahre lang verantwortlich war, war es meine Fremdheit, die das Ganze vertraut machte, meine westlichen Augen und Ohren, meine Begeisterung f\u00fcr eine Kultur, die ein solches Leben \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich machte. Die spannenden Pr\u00fcfungen des Andersseins bestehen ohne den Verlust des Vertrauens. Wir konnten diese Seinsweise eben gar nicht wirklich kopieren, sondern was sie da hatten, das gab es bei uns gar nicht, darauf konnte man sich nur einlassen. &#8222;Geh&#8216; zur\u00fcck in dein Land und mach&#8216; \u00a0dort deine Dhuni (der Ort, an dem das Feuer zu h\u00fcten ist), sagte mal ein Polizist zu mir, der wusste, dass mein Visa abgelaufen war. Da gab es hier noch kein Fernsehen, und die meisten hatten noch nie ein anderes Land gesehen. Eine wirkliche Fremdheit kommt aber erst jetzt auf, wenn das, was f\u00fcr uns so kostbar war, eben das Andere von ihnen, gar nicht mehr zu finden ist, vielleicht noch etwas an der Oberfl\u00e4che. Und das Verst\u00e4ndnis, das es aufzubringen gilt f\u00fcr das neue Habenwollen der nie gehabten G\u00fcter, die Logik im Rahmen des indischen, kollektiven Werdegangs, der gepr\u00e4gt ist, wie prophezeit von den Sehern, von der Gier nach den Dingen, die die neuen Seinsprogramme gestalten. Schablonenhaft legt sich das Vergessen \u00fcber den G\u00f6tterhimmel. Die Geborgenheitsschaukel \u00e4chzt in den Scharnieren. Das einst gerne reflektierte Selbst wird endg\u00fcltig verschachert als Ich. Na gut, aus &#8222;es&#8220; soll &#8222;ich&#8220; werden, zumindest eine Chance f\u00fcr Einzelne, Geist und Materie in Einklang zu bringen. Das wird dauern, genauso lange, wie das westliche Yoga braucht, um glaubw\u00fcrdig zu werden. Daher nehme ich nun Licht und Schatten widerstandslos mit an den See. Auch ich bin verwandelt. Will ich bleiben, weil es noch etwas zu tun gibt, was ich gut kann? Zum Beispiel unerm\u00fcdlich meine \u00dcberzeugung kundtun \u00fcber Wert und Substanz dieses Daseins, und dass ich (u.a.) auch hier unter ihnen als Frau meine eigenen Wege gegangen bin und immer noch gehe, und meine Gedanken, geschult von Systemen, ja, aber dann doch aus der eigenen und direkten Erfahrung kommend. D a b e i bleiben.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine gute Dosis Fremdsein ist immer, das h\u00f6rt nie auf. Selbst wenn wir immer wiederk\u00e4men, es k\u00f6nnte nicht aufh\u00f6ren, es ist der Planet und seine Bedingungen. 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