{"id":4135,"date":"2017-12-05T04:18:45","date_gmt":"2017-12-05T04:18:45","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4135"},"modified":"2017-12-05T04:22:02","modified_gmt":"2017-12-05T04:22:02","slug":"freundlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=4135","title":{"rendered":"freundlich"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4136\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171205_073203-168x300.png\" alt=\"\" width=\"168\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171205_073203-168x300.png 168w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171205_073203-768x1369.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171205_073203-575x1024.png 575w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171205_073203.png 1073w\" sizes=\"auto, (max-width: 168px) 100vw, 168px\" \/><\/p>\n<h5>Diesen Lichtspalt bzw. Lichtfleck habe ich gestern am Boden vor einer der T\u00fcren des Hauses gesehen mit dem Gedanken, dass es gerade so aussieht zwischen mir und der indischen Kultur, oder vielmehr wie ich sie wahrnehme. Da ist ein Lichtspalt zwischen uns, der auf beiden Seiten M\u00f6glichkeiten zul\u00e4sst und auch Licht, aber ziemlich gefiltert, muss ich schon sagen. Interessant dabei finde ich, dass ich mich vollkommen aufgehoben f\u00fchle und pers\u00f6nlich absolut nichts zu klagen habe. R\u00fcckblickend \u00a0sehe ich, dass die teilweise schon ganz sch\u00f6n massiven Anstrengungen, mich hier als Frau ohne Bestimmer, und als Fremde, die ihren eigenen Weg gestaltet, auch wenn sie sich einige Formen und einiges Gedankengut gerne angeeignet hat, mich also hier durchzusetzen mit meiner eigenen Freiheit und Bestimmung, das ist gut gelaufen. Ich k\u00f6nnte auch sagen, dass die stete Bem\u00fchung um freundlichen Umgang mit allen wider alle Hindernisse und Widrigkeiten eine sehr f\u00f6rderliche Wirkung hat, da weiterhin alles offen bleibt, um den Moment nach bester Einsch\u00e4tzung zu gestalten. Weiterhin zu gestalten nach bestem Ermessen, wie wir es in unserer eigenen kulturellen Umgebung ja auch tun. Das ferienlose Dasein in bestm\u00f6glicher Verfassung, die t\u00e4gliche \u00dcbung, der Mensch zu sein, der man nicht nur sein m\u00f6chte, sondern auch sein kann. Aber da gibt es auch sehr helle und sehr dunkle \u00c4hnlichkeiten\u00a0zwischen Deutschland und Indien, und das arische Gedankentum hat hier in Indien noch nicht seinen Abgrund erreicht, ist aber lebendig. Vielleicht komme ich durch die Entwicklungen in eine M\u00f6glichkeit der Erfahrung, wie es gewesen sein muss, als die Deutschen sich noch als Volk der Dichter und Denker begreifen konnten mit hohen, moralischen Latten, bevor sie, immerhin eine gro\u00dfe Masse, mehr oder minder bereitwillig auf die niedrigste Stufe des Menschseins herabgesunken sind. Als ich aus Indien nach Jahren zur\u00fcckkam, konnte ich in einem Verlag, in dem ich zu arbeiten anfing, ein paar der B\u00fccher lesen, die vor Hitlers Anmarsch geschrieben wurden und noch keine Samen der Zukunft in sich trugen. Oder vielleicht doch. Wer wei\u00df schon, was in den inneren Welten der Anderen vor sich geht, wenn sie einem nicht enth\u00fcllt und verst\u00e4ndlich gemacht werden? Ja, diese B\u00fccher, die waren von klarem Denken gepr\u00e4gt, das einem ein Wohlgef\u00fchl bereiten kann. Das \u00e4hnelt sehr dem Denken indischer Philosophen, denen es nicht vor allem ums sogenannte Heilige geht und ging, sondern um das authentische Erfassen des eigenen Blicks auf die Welt, der durch andere Blicke geschult wurde, die das Feuer im Herzen wach halten konnten. Aber hier scheint sich ein Ungeheuer im Dunklen geformt zu haben, das geht um und keiner kann es bek\u00e4mpfen und besiegen. Es wurde zu lange nicht beachtet, denn es frisst vor allem Frauen und Kinder. Da mangelte es wohl an der Schulung der Gefahrenerkenntnis, bis die Frauen in einigen Gebieten anfingen zu fehlen. Nun gibt es auch &#8222;bei uns&#8220; das Darknet, und man will nicht wirklich hinein, und man muss auch nicht, denn es dringt un\u00fcberh\u00f6rbar hinaus. Ich komme hier in Indien mit Frauen in Kontakt, die alle keine Wahl haben, keinen Pass, keine M\u00f6glichkeiten f\u00fcr ein selbstgestaltetes Leben. Man muss einmal sehr tief und in vollem Bewusstsein der Tatsachen dar\u00fcber nachdenken, \u00fcberhaupt schauen, wie man dar\u00fcber denkt, am besten, zusammen mit M\u00e4nnern dar\u00fcber nachdenken, was keine leichte Aufgabe ist. Als Plato Diotima als philosophischen Kunstgriff f\u00fcr ihren Dialog mit Sokrates einf\u00fchrte, ging es um Liebe, die man Diotima erkl\u00e4ren lie\u00df. Um Liebe geht es immer noch, es geht immer um Liebe, aber es geht auch um das Verm\u00f6gen, tiefstes Erschrecken zuzulassen und eine berechtigte Angst um den Verlust menschlicher W\u00fcrde, die nun so antastbar scheint.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesen Lichtspalt bzw. Lichtfleck habe ich gestern am Boden vor einer der T\u00fcren des Hauses gesehen mit dem Gedanken, dass es gerade so aussieht zwischen mir und der indischen Kultur, oder vielmehr wie ich sie wahrnehme. 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