{"id":4125,"date":"2017-12-04T04:22:05","date_gmt":"2017-12-04T04:22:05","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4125"},"modified":"2017-12-04T04:25:46","modified_gmt":"2017-12-04T04:25:46","slug":"purnima","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=4125","title":{"rendered":"Purnima"},"content":{"rendered":"<h5><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4126\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171203_190730-208x300.jpg\" alt=\"\" width=\"208\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171203_190730-208x300.jpg 208w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171203_190730-768x1106.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171203_190730-711x1024.jpg 711w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171203_190730.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 208px) 100vw, 208px\" \/><\/h5>\n<h5>Eigentlich wollte ich den Vollmond aufnehmen, aber er kam von meiner kleinen Terrasse aus gesehen direkt neben schrillen Lichterketten hoch, die nun so beliebt sind an Hotels und Restaurants, und wild und irritierend vor sich hinblinken, so als wollten sie dringend herausfinden, wer sie wirklich braucht, nun ja, vielleicht brauche nur ich sie nicht. Der Mond selbst war hinter Dunstschleiern versteckt, so entdeckte ich genau darunter meine Nachbarschaft im Abendlicht, so h\u00fcbsch und gleichzeitig geisterhaft, da das &#8222;heilige&#8220; Baden im See vorbei ist und das menschliche Treiben im Bazaar stattfindet. Auch die Brahmanen h\u00e4ngen nicht mehr traubenweise auf den Pl\u00e4tzen herum, bis zuhause serviert wird, denn es wird kalt. Dazwischen gibt es immer wieder kurze Zeitr\u00e4ume, wo die Temperaturen angenehm sind. Gerade haben sie die enorme Hitze hinter sich gelassen, die seit Jahren nicht mehr durch den Monsoon erleichtert wird, denn es regnet kaum mehr, und das Wasser, das zum Geldverdienen mit den Pilgern dringend n\u00f6tig ist, wird aus der nahe gelegenen muslimischen Stadt hergeleitet. Die Inder waren Meister der g\u00f6ttlichen Zusammenh\u00e4nge, und unter dem leidenschaftlichen Glanz ihrer Glaubensformen brach (und bricht immer noch) jede westliche Vernunft zusammen. Die indische Intelligenz aber fand ihre Zweitgeburt in der Technik. Wie sich das in ihren Gehirnen eingerichtet hat, ist schleierhaft geblieben, aber es muss von den strikten G\u00f6tterordnungen herr\u00fchren, dass ihr Genius sich hier niederlassen konnte. Im Smartphone st\u00f6\u00dft das Ganze nun auf die Weltader. Der phallische Halt war genau das Richtige in einem permanent abst\u00fcrzenden Strudel, in dem keiner mehr die Richtung angibt. Das Resultat k\u00f6nnte durchaus aufbauend sein. Doch es scheint eher ein innerer Kampf gegen die Menschenerm\u00fcdung zu sein. Vielleicht bewegt sich auch was. Lali, die mich gestern zu gemeinsamem Espressotrunk besucht hat, hat mir erz\u00e4hlt, dass es nach Asaram Babu, einem inhaftierten, einst ger\u00fchmten Guru, der sich kleine M\u00e4dchen bringen lie\u00df, dass es also nach ihm noch eine ganze Reihe von Guruverhaftungen gab mit lebenslangen Haftstrafen wegen Vergewaltigungen und Morden an Frauen und M\u00e4dchen, wenn sie drohten, alles zu erz\u00e4hlen. Ich fragte sie, ob es im Volk auch Gespr\u00e4che dar\u00fcber gibt, und sie meinte, vor allem die Frauen seien aufgewacht und verlieren jeden Respekt vor diesem tausende von Jahren sich fest etabliert habendem Zirkus. Vielmehr wei\u00df man ja oft nicht, wann der Zirkus wirklich begonnen hat, das ist doch in allen Religionen so, wenn keiner mehr kritisieren darf oder klar sehen, was da wirklich ist, und wer kann schon wie von Jesus behauptet wird, durch die Tempel toben und tacheles reden. Im WDR5 gibt es ja auch diese paar Minuten &#8222;Religion&#8220; vor den Nachrichten um 7 Uhr, da wird mir auch schwummrig bei diesen Stimmen, die einem irgendwas eins\u00e4useln wollen, was nicht mehr zur Debatte steht. Sicherlich ist es sch\u00f6n f\u00fcr ein Kind, einen Papa zu haben, aber der Erwachsene muss zumindest eine klare Wahl treffen k\u00f6nnen, wie und wo er den Papa (und die Mama) haben will. Prakash wiederum, den ich vorgestern besucht habe, will durch hektisch durchgef\u00fchrtes Pranayam zu den ewig Junggebliebenen geh\u00f6ren, das fand ich auch ein bisschen ersch\u00fctternd, er ist bald 50. Wir konnten nicht wirklich einen gemeinsamen Faden finden, weil er derart &#8222;stoned&#8220; war an Bang, dass ich schon vom Anblick etwas &#8222;high&#8220; wurde, so viel zum alten Sprachschatz. Heute auf dem R\u00fcckweg habe ich eine Vogelfeder auf dem Boden liegen sehen, die war \u00fcber die H\u00e4lfte ganz schwarz, dann oben wei\u00df. So kommt es mir auch ein bisschen vor, dass ich mich vom Dunkel ins Hell durcharbeute, vielleicht t\u00e4glich, um dem Gef\u00fcge irgendwie gerecht zu werden. Vielleicht auch, weil ich selbst als ein Gl\u00fcckskeks mit dem Schl\u00fcssel meinen burg\u00e4hnlichen Wohnort aufschlie\u00dfen kann und, wenn ich m\u00f6chte, die T\u00fcren hinter mir schlie\u00dfen, so muss ich doch auch mit der Ohnmacht umgehen, dass mir so wenig einf\u00e4llt, was helfen k\u00f6nnte. Vorbei die philosophischen Schulen, die Religionen, die Ashrams. Man kann sie bereits als leere H\u00fcllen sehen. Man will es den Menschen zutrauen k\u00f6nnen, sich selbst zu erziehen. Vertrauen erschaffen in Inseln und Oasen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte ich den Vollmond aufnehmen, aber er kam von meiner kleinen Terrasse aus gesehen direkt neben schrillen Lichterketten hoch, die nun so beliebt sind an Hotels und Restaurants, und wild und irritierend vor sich hinblinken, so als wollten sie dringend herausfinden, wer sie wirklich braucht, nun ja, vielleicht brauche nur ich sie nicht. Der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4125","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4125","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4125"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4125\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4130,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4125\/revisions\/4130"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4125"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4125"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4125"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}