{"id":3849,"date":"2017-10-13T09:10:04","date_gmt":"2017-10-13T09:10:04","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=3849"},"modified":"2017-10-13T09:36:39","modified_gmt":"2017-10-13T09:36:39","slug":"3849","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=3849","title":{"rendered":"arm?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3851\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/20171013_110422-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/20171013_110422-169x300.jpg 169w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/20171013_110422-768x1365.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/20171013_110422-576x1024.jpg 576w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/20171013_110422.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><\/p>\n<h5>In den Gesellschaften der Welt gibt es Einstellungen, die wirklich f\u00fcr niemanden hilfreich sind. Eine davon ist das \u00c4lter-und Altwerden. In Indien habe ich noch die letzte Spur eines Verstehens dar\u00fcber erlebt, dass Alter durchaus als etwas gesehen werden kann und wird, was mit souver\u00e4ner Gelassenheit die Br\u00fccke zu neuen Vorg\u00e4ngen auf der Erde bauen kann, wenn es denn gesellschaftlich auch so gesehen und ermutigt wird. Die Botschaft wurde durch alle Zeiten elegant zusammengefasst mit &#8222;einfach leben &#8211; hoch denken&#8220;, eine denkw\u00fcrdige Aussage f\u00fcr so ziemlich alle Alter. Nun sind wir alle auch durch die Jugend gegangen und wissen, dass die Dinge ihre Zeit und ihre dazugeh\u00f6rigen Bedingungen haben. Nicht, dass ein lieber Gott uns das erkl\u00e4ren muss, dass vieles Erleben einfach den daf\u00fcr vorgesehenen nat\u00fcrlichen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten folgt. Dann gibt es noch das indische Sprichwort &#8222;old is gold&#8220;, und wenn ich es h\u00f6re, f\u00fcge ich immer gerne hinzu: &#8222;aber nicht automatisch.&#8220; Nichts wird automatisch zu Gold, und selbst Rumpelstilzchen brauchte noch was Lebendiges dazu, obwohl leider nie erkl\u00e4rt wurde, warum ihm das bei der Goldmacherei gefehlt hat, und was er mit dem Kind gemacht h\u00e4tte. Aber gut. Auch in den Altersheimen, gener\u00f6s \u00fcbers Land verstreut, kann man sich nicht vorstellen, dass Gold gesponnen wird, eher geistt\u00f6tende Beruhigungsmittel verteilt, damit die \u00fcberforderten Pflegekr\u00e4fte dem noch vorhandenen Lebensimpuls einen Bann entgegensetzen k\u00f6nnen. Das ist ja nicht verwunderlich, dass Angst vor dem Alter eingefl\u00f6\u00dft wird mit ohoh!, die Altersarmut, und achach, die Demenz und Alzheimer, so als m\u00fcsste sich schon jeder darauf vorbereiten, dass ihn oder sie das weniger Lebenswerte trifft, die Armut oder der Schlag. Und da eh so viele, wenn sie nicht mehr geachtet und beachtet werden, dem, wenn ich&#8217;s mal modern ausdr\u00fccken darf, &#8222;binge-glotzing&#8220;(uneingeschr\u00e4nktes Fernsehen) verfallen sind, wundert nicht, dass Jahre von Fremdschaltung im Alter nicht zu eigenem Denken, oder was man auch immer dann noch gerne tun w\u00fcrde, f\u00fchrt. Es gibt aber auch immer diejenigen, die man vom Volk aus gerne als Randfiguren oder Grenzg\u00e4nger oder Tut-nicht-genuge bezeichnet hat, die aber ihr eigenes Leben erschaffen haben und ihre eigene Zeit. Denen geht es meist ganz gut, denn es gibt keinen Herrn, der sie bestimmt, auch wenn der Preis manchmal ganz sch\u00f6n hoch ist. Der letzte Teil des Lebens ist der Glanz, der irgendwann auf der Strecke zu leuchten beginnt. Es scheint nicht wirklich eine Grenze zu geben von den Ebenen, die sich weiterhin auftun k\u00f6nnen. Der Blick, gen\u00e4hrt von den eigenen Archiven, in denen das Reflektierte aufbewahrt wird, lernt etwas, das vorher nicht m\u00f6glich war: das gelassene Schweifen \u00fcber das Gelebte und \u00fcber das Seiende. Die Starrheiten von Meinungen und Projektionen l\u00f6sen sich auf. Da steckt oft noch sehr viel Arbeit drin, aber es ist spannend. Neue Zusammenh\u00e4nge werden sichtbar. Man selbst ist wie eine locker angelegte, bewegliche Sph\u00e4re, \u00e4hnlich den Gestirnen, und obwohl man in den vorhandenen Konstellationen nur den eigenen Standort hat, ist er doch einzigartig und muss und kann nur von sich selbst erfasst werden. Warum sollte das auf einmal aufh\u00f6ren? Gut, das muss noch gelebt werden, wie man es denkt. Aber wenn man es nicht denkt, kann es auch nicht gelebt werden. Und was &#8222;l&#8217;amour&#8220; (z.B. bei Haneke) f\u00fcr jeden war und ist und sein wird, bleibt das zu l\u00f6sende R\u00e4tsel, in dem man zusammen mit Anderen gewohnt hat, und auch allein damit war und ist.<\/h5>\n<p>Bild: Stein auf kinetischem Sand<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Gesellschaften der Welt gibt es Einstellungen, die wirklich f\u00fcr niemanden hilfreich sind. Eine davon ist das \u00c4lter-und Altwerden. 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