{"id":3848,"date":"2018-01-10T04:22:23","date_gmt":"2018-01-10T04:22:23","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=3848"},"modified":"2018-01-10T04:22:23","modified_gmt":"2018-01-10T04:22:23","slug":"anbeten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=3848","title":{"rendered":"anbeten"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4375\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180108_182351-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"252\" height=\"142\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180108_182351-300x169.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180108_182351-768x432.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180108_182351-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 252px) 100vw, 252px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4376\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180110_072055-300x193.png\" alt=\"\" width=\"221\" height=\"142\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180110_072055-300x193.png 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180110_072055-768x494.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180110_072055-1024x658.png 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180110_072055.png 1052w\" sizes=\"auto, (max-width: 221px) 100vw, 221px\" \/><\/p>\n<h5>Auf den Bildern sieht man einmal eine Gruppe vor meinem Fenster am Abend, dann eine Gruppe am Tag. Sie werden belehrt \u00fcber das, was die amtierenden Brahmanen sich eingebleut haben vom Wesentlichen der Geschichte. Keiner ist besonders ber\u00fchrt oder beteiligt, und das Abendphoto habe ich vor allem deswegen gemacht, weil das permanente Aufblitzen der Smartphones gezeigt hat, was die Beteiligten wirklich besch\u00e4ftigt, und zwar die Dokumentation ihrer Existenz in allen Lebenslagen. Photographieren war unl\u00e4ngst am See noch verboten und hat nun alle Grenzen gesprengt und selbst den Priestern ihre Machtlosigkeit vorgef\u00fchrt, obwohl sie ihrer Meinung nach die Lieblingsgesch\u00f6pfe von Gott sind und sich angeblich pausenlos in seiner N\u00e4he aufhalten. Anbetung, &#8222;Bhakti&#8220; auf Hindi, ist die beliebteste Form der religi\u00f6sen Aus\u00fcbung und hat tausendf\u00e4ltige Formen, die keine eigenen Gedankeng\u00e4nge brauchen, sondern idealerweise eine hingegebene Einstellung an was und wen auch immer. Dieser Weg ist zwar von vielen Westlern, die vor Jahren haufenweise in Indien eintrafen, um entweder viel Dope zu rauchen oder aber in irgendwelchen Gruppierungen und Ashrams diese Hingabe zu erringen versuchten, h\u00e4ufig beschritten worden, was selten gelang. Meines Erachtens lag es u.a. daran, dass die meisten Westler (zum Gl\u00fcck) nicht gehorsamsf\u00e4hig waren, aber (leider) es immer weiter versuchten und die gegebenen Riten ausbauten, bis das sogenannte &#8222;Ego&#8220; wirklich da war und man es gut erkennen konnte. Es gab darum herum massive Missverst\u00e4ndnisse. Im Gegensatz zu den vielen Lehrern, die dachten, das viele Runterbeugen w\u00fcrde was knacken im westlichen Ich, gab es in vielen westlichen Menschen noch gar kein erkennbares Ich, das man knacken konnte, sondern eher gravierende Unsicherheiten und Schmerzprogramme, f\u00fcr die in dieser Form keiner hier geschult war. Auch durch freie Sexualit\u00e4t, wie es Osho in den Ashrams lehrte und dachte, irgendwann h\u00e4tte jeder mal genug vom Ganzen, h\u00f6rte es nie auf, und wurde ger\u00fcttelt und gesch\u00fcttelt, bis man h\u00f6rte, dass einige doch erwacht sind, wer wei\u00df wodurch. Vieles kann angebetet werden: der See, der Lichtschalter, der Phallus (Vorbild Shiva), der Ehemann, das Fernsehen und nat\u00fcrlich das Smartphone. Das Smartphone ist der Sieger im Anbetungsgerangel. Wow!, ahnt der\/die Selfistin und knipst noch ein paar bewundernde Extras.&#8220; Das bin ich! Das muss ich sein. Wer soll es sonst sein?&#8220; Gute Reise!, denn es ist sicherlich f\u00f6rderlich, sein Ich zu erkennen, und das eigene Ego einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, damit man von der Vorstellung loskommt, alle Anderen h\u00e4tten viel mehr oder viel weniger davon. Ich habe allerdings des \u00f6fteren schon eine tiefe Ruhe in der Aus\u00fcbung der Bhakti-Rituale beobachten k\u00f6nnen, eine schlichte Demut des gl\u00e4ubigen Vertrauens, die gro\u00dfe Sch\u00f6nheit hervorzaubern kann. Jetzt aber ist das Kollektiv, das solche Scheuheit sch\u00fctzte, von tiefer Unruhe durchdrungen. Es sind vor allem die neuen Medien, die das Individuum zur uralten Frage f\u00fchren: Wer bin ich, oder: wer bin ich wirklich (in Bezug zu mir und den Anderen)? Und gibt es eine wirkliche Wirklichkeit?<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den Bildern sieht man einmal eine Gruppe vor meinem Fenster am Abend, dann eine Gruppe am Tag. Sie werden belehrt \u00fcber das, was die amtierenden Brahmanen sich eingebleut haben vom Wesentlichen der Geschichte. 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