{"id":3756,"date":"2017-09-30T10:19:28","date_gmt":"2017-09-30T10:19:28","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=3756"},"modified":"2017-10-01T08:33:52","modified_gmt":"2017-10-01T08:33:52","slug":"fabrizieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=3756","title":{"rendered":"fabrizieren"},"content":{"rendered":"<div class=\"irc_mimg irc_hic i5jkcMro1V8g-lvVgf-rIiHk\">\n<div class=\"irc_mimg irc_hic i5jkcMro1V8g-lvVgf-rIiHk\"><a class=\"irc_mil i3597 i5jkcMro1V8g-zixyDjKkw5M\" tabindex=\"0\" href=\"http:\/\/www.bbc.com\/news\/entertainment-arts-30445884\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-noload=\"\" data-ved=\"0ahUKEwio77_qzczWAhWDbFAKHYVDBEYQjRwIBw\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"irc_mi\" src=\"https:\/\/ichef-1.bbci.co.uk\/news\/624\/media\/images\/79687000\/jpg\/_79687917_4446.factory-building.jpg\" alt=\"Bildergebnis f\u00fcr David lynch Art\" width=\"427\" height=\"293\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3762\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170930_124513-204x300.jpg\" alt=\"\" width=\"197\" height=\"290\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170930_124513-204x300.jpg 204w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170930_124513-768x1129.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170930_124513-696x1024.jpg 696w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170930_124513.jpg 920w\" sizes=\"auto, (max-width: 197px) 100vw, 197px\" \/><\/a><\/div>\n<h5>Herbstregen&#8230;wie geschaffen daf\u00fcr, sich dem Versuch zu widmen, mich an sinnfreiem Denken zu erfreuen. Was hei\u00dft hier &#8222;sinnfrei&#8220;. Ich meine damit, dass es nirgendwo ankommen muss, keinen n\u00fctzlichen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten folgen, und wenn mir jetzt noch was Drittes einf\u00e4llt, habe ich bereits einen neuen Sinn-Baustein erschaffen. Das ist wie das Anarchische, das die Ordnungen hervorruft, und das Abstrakte, das ohne Form nicht wahrgenommen werden kann. Deswegen geht&#8217;s auch samstags hier vor allem um Zaster, und wie man so m\u00fchelos wie m\u00f6glich einen Goldtrog heranschafft. Jede\/r wei\u00df, dass da, wo was herauskommen soll, auch was investiert werden muss. Und der Weg zum Trog muss gegangen werden, und mit dem fangen wir heute an und lassen den geisterhaften Genius f\u00fcr sich reden. Was f\u00fcr das Leuchten der brillianten Idee, die nun heranw\u00e4chst, vonn\u00f6ten ist, ist einfach. Man mietet einen passablen Raum und bietet Wochenendausbildungsseminarzusammenk\u00fcnfte an. Auf den 100 000 Flyern hat man zuvor schon das Verlockende angeboten, dem mit Sicherheit mindestens 500 Menschen nicht widerstehen k\u00f6nnen. Es wird auch Absagen geben m\u00fcssen, denn der Saal fasst nur 500. Sie alle wissen, dass man in diesen kommenden Stunden&#8230;nein! nicht von der Ameise zum Adler geschleudert wird, sondern es wird nicht nur angeboten, dass man vom Bedeutungslosen sachte in die Tiefen eigener Deutung eingef\u00fchrt wird, sondern am Ende dieser Durchf\u00fchrung wird jede\/r TeilnehmerIn geadelt werden durch ein Dokument, das best\u00e4tigt, dass man auf geradezu geheimnisvolle Weise zu einer Deutungs-Hoheit geworden ist, und nun in der Welt mit einem beeindruckenden Folder unterwegs sein kann. In dieser Mappe liegt nat\u00fcrlich die ganze Investitionskohle, die aber keineswegs verloren geht, nein!, sondern der Preis f\u00fcr diese Auszeichnung ist nicht gering. Schlie\u00dflich hat man nun das Recht auf Deutung erhalten und kann deuten, so viel man will. Ob man das nach diesen Seminaren allerdings noch will, ist genau die Frage. Man setzt also das Wochenende mit jeweils 10 Stunden am Tag an, wo gedeutet wird. Die Themen sind eigentlich ziemlich egal. Man kann auch malen lassen oder die politischen Bewegungen deuten lassen. Oder man macht es sich noch einfacher und regt an mit vielen Bl\u00e4ttern und Stiften, sich mal selbst zu deuten, bis einem nichts mehr einf\u00e4llt. Ja von wegen! Es f\u00e4llt immer mehr ein, und wenn es kein Papier mehr gibt in der dritten Woche, weil sie alle zugedeutet sind, dann kann man den \u00dcberflu\u00df auch tanzen. Der letzte Workshop k\u00f6nnte hei\u00dfen &#8222;Das gedeutete Ich&#8220;. Es passiert nat\u00fcrlich wahnsinnig viel, denn der Deutungs-Hoheits-Leiter setzt keinerlei Grenzen.\u00a0\u00a0 Es geht bei diesem neuen Weg darum, die totale Deutungsersch\u00f6pfung zu erreichen. Wer nicht deutungsersch\u00f6pft ist, kann die Edel-Auszeichnung f\u00fcr sich nicht beanspruchen. Wie, Sie wollen weiterdeuten!!? Dann sind Sie noch nicht reif daf\u00fcr, so etwas Kostbares zu besitzen. Die Krone der Deutungs-Hoheit ist die authentische Ersch\u00f6pfung. Und nur von der eigenen Deutungssucht kann man wirklich lernen, wie schwer sich S\u00fcchte abbauen lassen. In den Workshops lernt man also, sich rigoros mit dem Deuten zu besch\u00e4ftigen. Man erkl\u00e4rt, man interpretiert, man legt alles aus, was einem in den Sinn kommt, man kommentiert einfach alles und sagt mal so richtig die Meinung. F\u00fcr all diejenigen, die das noch nicht k\u00f6nnen, kann der engagierte Deutungs-Leiter eine kleine Deutungsfabrik errichten ( wie es oben von David Lynch im Bild und dem Entwurf von H.R. daneben sehr h\u00fcbsch dargestellt ist, nat\u00fcrlich in meiner eigenen Deutung), wo man unter Gleichgesinnten in den wahren Genuss der Deutungssucht kommt. Dann wird man langsam aber sicher reif f\u00fcr die Ersch\u00f6pfung. Ist dieser Punkt erreicht, kann man sich f\u00fcr die Hoheits-Mappe bewerben. Es wird gepr\u00fcft, ob noch eine Deutungsregung vorhanden ist und ob die finanzielle Lage des Mappenerwerbers so einen Besitz erm\u00f6glicht. In diesem Fall wird die Anbringung eines Haus-Safes geraten. Auch hier bahnt sich f\u00fcr den Coach ein lukrativer Nebenverdienst an, denn er bekommt von den Safeverk\u00e4ufen Prozente. So wirkt alles mit allem zusammen und jeder hat was davon. F\u00fcr die, die jetzt denken, das sei zu elit\u00e4r, ja gut, sage ich dann, so what? Und wer deutet denn am meisten hier herum? Man bekommt ja die Mappe nicht f\u00fcr gutes Deuten, sondern durch das Erringen und Erreichen des Deutungslosen \u00fcber das nat\u00fcrliche Mittel der Ersch\u00f6pfung. Gerade dieser Zustand erm\u00f6glicht jedem eine funktionierende Herabschraubung der Anspr\u00fcche an sich selbst und andere, und bevor der Deutungs-Hoheits-Folder auf der eigenen Hand und im eigenen Safe liegt, hat man wie nebenher gelernt, einfache Dinge wieder zu sch\u00e4tzen: Herbstlaub&#8230;Bettdecke&#8230;undsoweiter.<\/h5>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herbstregen&#8230;wie geschaffen daf\u00fcr, sich dem Versuch zu widmen, mich an sinnfreiem Denken zu erfreuen. Was hei\u00dft hier &#8222;sinnfrei&#8220;. Ich meine damit, dass es nirgendwo ankommen muss, keinen n\u00fctzlichen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten folgen, und wenn mir jetzt noch was Drittes einf\u00e4llt, habe ich bereits einen neuen Sinn-Baustein erschaffen. 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