{"id":3661,"date":"2017-09-15T08:18:24","date_gmt":"2017-09-15T08:18:24","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=3661"},"modified":"2017-09-15T08:23:54","modified_gmt":"2017-09-15T08:23:54","slug":"umgehen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=3661","title":{"rendered":"umgehen"},"content":{"rendered":"<h5><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3662\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170915_100603-288x300.png\" alt=\"\" width=\"288\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170915_100603-288x300.png 288w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170915_100603.png 623w\" sizes=\"auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/h5>\n<h5>Interessant, dass das Wort &#8222;Umgang&#8220; sich noch besch\u00e4ftigt mit dem Anwesenden, &#8222;umgehen&#8220; aber schon eine Distanz ausdr\u00fcckt. Wir alle sind gefordert,\u00a0 uns einen entsprechenden Umgang mit Dingen und Menschen und Tieren usw. anzueignen, und wir k\u00f6nnen auch auf Distanz gehen, wenn das Vorgefundene unserer Befindlichkeit nicht entspricht. Sp\u00e4testens hier w\u00fcrde es in einem gemeinsamen Gespr\u00e4ch zu sehr unterschiedlichen \u00c4u\u00dferungen kommen. Das sogenannte Wissen \u00fcber das Menschsein ist jederzeit zug\u00e4nglich, sodass auch die Vorstellung verbreitet ist, man w\u00fcsste automatisch, was man h\u00f6rt oder liest oder sagt. Auch wenn mein Blick zuweilen \u00fcber meine kleine, exzellente Ansammlung von B\u00fcchern mit gut durchdachtem Gedankenwerk schweift, w\u00fcrde es mir schwerfallen, zu sagen, was davon in meinem eigenen Gehirn so eine Tiefenwirkung ausgel\u00f6st hat, dass sich etwas davon, wenn auch in hom\u00f6opathischer Dosis, in meinem Leben umgesetzt hat. Au\u00dferdem wird man meist von dem angesprochen, was einem zusagt und einem entspricht, wobei es dann zu weiteren Feldern kommt, wo man lernen muss, mit dem umzugehen, was einem gedanklich und wesentlich gar nicht entspricht. Mir wird immer wieder mal vermittelt, es g\u00e4be so wenige Menschen, die sich tief und ernsthaft um die eigene Seinsweise k\u00fcmmern, mit der sie sich als Mensch unter Menschen komfortabel f\u00fchlen. Dann wiederum dauert es so lange, bis der Komfort im eigenen inneren Wohnbereich als komfortabler Raum empfunden werden kann, ein sehr anregender Zeitvertreib, sich die Architektur des pers\u00f6nlichen Wesens einmal auszumalen. Ist es hell oder eher halbdunkel belichtet, sind die R\u00e4ume offen oder verschlossen, gibt es Stockwerke und Ebenen, auf denen man herumwandern kann und vielleicht finden, was der Vorstellungskraft verwehrt war? Immer wieder gab und gibt es Meister dieser Innendehnungen, die den Beobachtern des Seins eine M\u00f6glichkeit schenken, den Blick zu weiten in das uns selbst Unvorstellbare, wie zum Beipiel Escher oder Borges. Lehnt man sich allerdings zu weit hinaus auf Galerien, die man nicht sorgf\u00e4ltig gebaut hat, kann es zu Unf\u00e4llen und Abst\u00fcrzen kommen. Wir alle konstruieren unsere Welt, bewusst oder unbewusst, und sind entweder im flie\u00dfenden Strom beheimatet oder vom Zugzwang der Geschehnisse gepr\u00e4gt. Meist kennen wir beides. Oder man trabt mal eine Zeitl\u00e4nge auf einem verlockenden Pfad entlang, den man f\u00fcr den Pfad der Pfade h\u00e4lt. Und wann und wodurch gurgelt das erl\u00f6sende Lachen hervor? Alle Menschen, denen wir begegnen, sind ein gigantisches Programm an inneren Vorg\u00e4ngen, die oft erst durch gesuchte Hilfe oder Hinweise entheddert werden k\u00f6nnen, beziehungsweise bewusst gemacht. Alles, was innerhalb des pers\u00f6nlichen architektonischen Stils beobachtet und bewusst gemacht wurde, greift nicht mehr aus nach uns mit den Krakenarmen. Wer soll unsere Systeme entst\u00f6ren? Auch von Freud wird berichtet, dass er von gesunden Menschen ausging. Hat er sie gefunden, oder ist es eher so, dass wir ausziehen in die Forschungsgebiete des menschlichen Universums, weil wir nach der Entst\u00f6rungstechnik suchen, die dieses Phantom der Gesundung als Wegweiser hat. Immer ist alles da, auch der gesunde Menschenverstand, auch die F\u00e4higkeit, sich selbst zu erkennen und zu verstehen. Ich selbst fand die Kulturen immer bemerkenswert, die das menschliche Verhalten und den Umgang mit dem Vorgefundenen als einen Blick auf den Tod empfohlen haben, auch wenn ich selber auf die Idee des Weiterlebens keinerlei ausschlie\u00dfenden Wert mehr lege. Die Einstellung, einen guten Tod erleben zu k\u00f6nnen, muss auch nicht zu einer Todeskarotte mutieren, aber ich eigne mir hier das heutige Bild an, das mir mal als Vision weitergegeben wurde, und mache mein eigenes draus: man sieht also eine Terasse, die mit ihren schlichten S\u00e4ulen den Rand des Horizonts streift. Darauf erscheint irgendwo eine dem\/der Dahingehenden entsprechende Ausblicks -und Lagerm\u00f6glichkeit, und die dazugeh\u00f6rige Stimme sagt herzlich: sch\u00f6n war&#8217;s, und jetzt ist es Zeit zu gehen. Ich w\u00fcnsche allen Anwesenden weiterhin gutes Gelingen. F\u00fcr diesen schlichten Moment ackert man sich letztendlich durch die Daseinsfelder.<\/h5>\n<p>Bild: die kleine Figur in dem Rot ist eine Arbeit und ein Geschenk von Alfred Bast.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interessant, dass das Wort &#8222;Umgang&#8220; sich noch besch\u00e4ftigt mit dem Anwesenden, &#8222;umgehen&#8220; aber schon eine Distanz ausdr\u00fcckt. Wir alle sind gefordert,\u00a0 uns einen entsprechenden Umgang mit Dingen und Menschen und Tieren usw. anzueignen, und wir k\u00f6nnen auch auf Distanz gehen, wenn das Vorgefundene unserer Befindlichkeit nicht entspricht. Sp\u00e4testens hier w\u00fcrde es in einem gemeinsamen Gespr\u00e4ch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3661","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3661","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3661"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3661\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3666,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3661\/revisions\/3666"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3661"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3661"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3661"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}