{"id":3618,"date":"2017-09-09T08:34:02","date_gmt":"2017-09-09T08:34:02","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=3618"},"modified":"2017-09-09T08:47:09","modified_gmt":"2017-09-09T08:47:09","slug":"spaltkunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=3618","title":{"rendered":"Spaltkunst"},"content":{"rendered":"<h5><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3619\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170909_091608-48x300.jpg\" alt=\"\" width=\"48\" height=\"300\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3621\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170909_101051-91x300.jpg\" alt=\"\" width=\"91\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170909_101051-91x300.jpg 91w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170909_101051-312x1024.jpg 312w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170909_101051.jpg 581w\" sizes=\"auto, (max-width: 91px) 100vw, 91px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3620\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170909_092056-92x300.png\" alt=\"\" width=\"92\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170909_092056-92x300.png 92w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170909_092056-315x1024.png 315w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170909_092056.png 533w\" sizes=\"auto, (max-width: 92px) 100vw, 92px\" \/><\/h5>\n<h5>Eigentlich ist es ganz sch\u00f6n, mit tropfendem Regen zu erwachen, es kommt auf die innere Befindlichkeit an. Die Spalt-Photos zeigen die ersten Tropfen, die vor meinen Augen herumhingen, und man sp\u00fcrt die N\u00fcstern der kollektiven Aufatmer, wenn es doch vielleicht noch ein Rasenm\u00e4htag werden will. Die drei Minuten Nachrichten, die ich mir morgens beim Schminken g\u00f6nne, waren auch nicht wasserfrei, im Gegenteil waren sie voller Wasserunheil und voll von fliehenden Menschen, die ihre Haut ins Trockene bringen, aber nicht wissen, ob sie ihre H\u00e4user wieder vorfinden, wenn das Vorhergewarnte tats\u00e4chlich eintrifft. Daf\u00fcr, dass die Erde manchmal als so klitzeklein im All herumschwebend beschrieben wird, sind auf ihr doch Unmengen von Menschen gerade auf der Flucht. Die einen fliehen vor dem Feuer, die anderen vor kranken Gehirnen, die n\u00e4chsten vor Wasser. Wo kann man das alles unterbringen. Man kann es eben nicht, und man muss auch nicht alles in sich beherbergen, so als h\u00e4tte man die Galaxien als Stauraum gemietet. Dabei ist der Samstag, nein, nicht wie in Indien dem d\u00fcsteren Saturngott gewidmet, sondern mein Samstagmorgen ist dem lockeren Marktl\u00fcckenprodukterfindungstag gewidmet, an dem ich mich f\u00fcr das kaum Machbare einsetze, mit dem man ein Goldesel werden kann. Ich lasse also meine Gehirnwindungen und die Synapsen und alles, was da oben so unglaublich wichtig scheint, ein paar Lockerungs\u00fcbungen machen. Als Abschluss davon erzeuge ich sehr kurz einen Altar, auf dem eine Minitomatenabspaltung (siehe oben im Bild) zum Symbol meines Erfindungsreichtums wird, der sich nirgendwo beweisen muss. Gut. Dann lasse ich die Idee sich entfalten. Heute ist es ein unglaublich feines Instrument, sagen wir mal die H\u00e4lfte einer Rasierklingenbreite, und am besten setzt man dieses Wunderwerk ein in eine Silberfassung, damit es handhabbar wird. Dann macht man sich an die m\u00fchselige Arbeit der Leaflets, so an die 100 000 St\u00fcck f\u00fcr`s Erste, und aquiriert sich dusselig, bis eine angemessene Kundschaft erzeugt ist. Denn hier kommt der erste perfekte Haarspalter auf den Weltmarkt!!! Das leuchtet sofort einem millionenschweren Kundenkreis ein. Wer kennt nicht den besorgten Blick, vor allem der Frauen, auf das an den Spitzen gespaltene Haar, das sich trotz aller biologischen Nachsp\u00fcllotions partout nicht zusammenf\u00fcgen will. Genau da setzt die (psychologische) Wirkung des Produkts ein. &#8222;Die verbl\u00fcffende Kunst des Haarespaltens&#8220; steht nun an den Fenstern der profittr\u00e4chtigen Salons. Teuer, aber beeindruckend. Indem man statt hilflosem Zusammenf\u00fcgenwollen einmal alle Haare kunstvoll gespaltet hat, hat man ganz nebenher aus einer Br\u00fcchigkeit einen doppelten Gewinn gemacht. Da die Haarspalterei zeitaufwendig ist, kann man w\u00e4hrend des Prozesses im Haarspaltsessel entspannt reflektieren, wie aus Zwei selten Eins wird, egal, wie viele Hilfen daf\u00fcr eingespannt werden. Das gespaltene Haar, um das sich nun gek\u00fcmmert wird, f\u00fchrt m\u00fchelos zur gespaltenen Psyche, um die sich noch gek\u00fcmmert werden muss. Hat man sie alleine, oder ist sie eine Volkserscheinung!? Sind Gut und B\u00f6se etwas nicht gleichm\u00e4\u00dfig bedacht worden, und einem davon wird immer Vorrang gegeben? Denkt man von sich als richtig lieb, f\u00fchrt es zur Spaltung, oder man denkt sich richtig b\u00f6s zurecht, f\u00fchrt es auch zur Spaltung. Nun hat man sich aber g\u00fcnstigerweise zur totalen Haarspaltung entschieden. Wenn diese die Haarwurzeln erreicht und man das ganze Ausma\u00df des Vorgangs begreift, kann es einem durchaus besser gehen. In immer gr\u00f6\u00dfer werdenden esoterischen oder sogenannten spirituellen Verb\u00e4nden kann man das Produkt auch &#8222;Die tantrische Klinge&#8220; nennen. Na, wenn das nicht z\u00fcndet! Man k\u00f6nnte da auch noch ein Mantra dazubasteln. Ich gebe gern ein Beispiel aus meiner eigenen Zauberkiste:<\/h5>\n<h5>OM! Shrim! Plem! Plem!<br \/>\nFrage:<br \/>\nWas spinnst du, was spinnst du,<br \/>\nwas spinnst du da so alleine?<br \/>\nAntwort:<br \/>\nAus meinem Faden rinnen Spielwiesen,<br \/>\ndie fangen den schlafenden Riesen ein.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich ist es ganz sch\u00f6n, mit tropfendem Regen zu erwachen, es kommt auf die innere Befindlichkeit an. Die Spalt-Photos zeigen die ersten Tropfen, die vor meinen Augen herumhingen, und man sp\u00fcrt die N\u00fcstern der kollektiven Aufatmer, wenn es doch vielleicht noch ein Rasenm\u00e4htag werden will. 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