{"id":3611,"date":"2017-09-08T08:13:53","date_gmt":"2017-09-08T08:13:53","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=3611"},"modified":"2017-09-08T08:21:42","modified_gmt":"2017-09-08T08:21:42","slug":"versichern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=3611","title":{"rendered":"versichern"},"content":{"rendered":"<h5>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3613\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170908_095554-209x300.png\" alt=\"\" width=\"298\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170908_095554-209x300.png 209w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170908_095554-768x1100.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170908_095554-715x1024.png 715w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170908_095554.png 959w\" sizes=\"auto, (max-width: 298px) 100vw, 298px\" \/><\/h5>\n<h5>Mir kommt es irgendwie absurd vor, dass gerade in einer Gesellschaft, wo es eigentlich den meisten ziemlich gut geht, Versicherungen aller Art eine heimliche, unm\u00e4\u00dfige Rolle spielen. Verst\u00e4ndlich, dass das Erworbene abgesichert sein m\u00f6chte und soll, und ich bin auch froh, dass unser Haus versichert ist, denn in der Tat k\u00f6nnen immer ungeahnte St\u00fcrme \u00fcbers Land fegen, und das beruhigt und besch\u00e4ftigt einen ja nicht t\u00e4glich. Und ja, gut, eine Krankenversicherung, das musste ich dann doch, wenn auch sp\u00e4t, einsehen. Ich bin aber zum Beispiel nie auf die Idee gekommen, in eine Lebensversicherung einzuzahlen. Mein Leben versichern? Ach so? Wie soll das denn gehen, und wer erk\u00fchnt sich hier, daf\u00fcr eine Verantwortung anzubieten!? Der Ausl\u00f6ser f\u00fcr diese Gedanken war, dass ich geh\u00f6rt habe, es g\u00e4be eine Arbeitsunf\u00e4higkeitsversicherung, in die man schon ganz jung einzahlen sollte, sagte die Expertenfrau. Das w\u00e4re zwar was teuer, aber aber&#8230;was aber? Ja, sagte sie, wenn man dann irgendwann mal arbeitsunf\u00e4hig geworden sein w\u00fcrde, was ja passieren k\u00f6nnte, dann hat man sie, obwohl, sagte sie, das auch sehr kompliziert sei und von allem M\u00f6glichen abh\u00e4ngig, f\u00fcr das man dann in dieser eh schon tristen Situation die \u00fcblichen \u00c4mter abklappern muss, ob man daf\u00fcr \u00fcberhaupt in Frage kommt. Das Absurde hat Methode. Es wird einem eingefl\u00f6\u00dft bald nach der Muttermilch, dass was Uns\u00e4gliches passieren kann, jaja, da sollte man rechtzeitig vorsorgen. Vor-sorgen, auch so ein schw\u00e4chelndes Wort, das mit dem Zeigefinger in vorgefertigte Wege weist: Ja, du auch, du wirst schon sehen, wenn du nicht vorher schon Sorge tr\u00e4gst, bevor irgendwas kommt, das dich daran erinnern wird, dass du was nicht richtig gemacht hast, n\u00e4mlich vorgesorgt. Aus der Schufterei der Vorsorge entstehen dann Erb (s\u00fcnden, h\u00e4tte ich beinahe gesagt), nein, Erbschaften, die ganz schnell ungl\u00fccklich verlaufen k\u00f6nnen, weil hier in einem Volk schon Millionen derart vorversorgt sind, dass sie gar nicht mehr zu selbstbestimmtem Denken kommen. Nicht, dass jeder so ein Denken m\u00f6chten m\u00fcsste, aber es wird auch durch Versichertes leicht verhindert. Mir geht&#8217;s ja oft um Wurzeln und Hintergr\u00fcnde, und nicht wegen L\u00f6sungsorientierung, sondern es fasziniert mich, wie oft das Absurde als normal deklariert wird, sodass die ber\u00fchmte &#8222;Menge&#8220; Menschen gar nicht angeregt wird, mal genauer hin zu schauen, was da eigentlich mit ihnen gemacht wird. Ein Leben kann man nicht versichern, denn egal, wie man es lebt, es bleibt im besten Fall ein Abenteuer im Ungewissen. Genau dieses Ungewisse, was immer da ist, macht es m\u00f6glich, den Menschen alles, was sie dagegen tun k\u00f6nnen, zu suggerieren, und damit Kohle zu scheffeln. Wie, du kannst nicht gut schlafen? Nimm doch Rexodron (erfunden), das wirkt rasch und l\u00e4sst dich entspannt an den Meeren der gro\u00dfen Welt wandern, sagt etwa das Bild der lockeren Frau an einem Strand, den es nirgendwo mehr gibt: leer und sauber. Die Arbeitsunf\u00e4higkeitsexpertin wies noch darauf hin, dass drei von sechs arbeitenden Frauen vor allem wegen Depressionen fr\u00fchzeitig arbeitsunf\u00e4hig werden, da ist es schon ratsam, dass man, am besten als Kleinkind, eine Versicherung abschlie\u00dft. Wenn es da nun einen riesigen Vorhang g\u00e4be, den man l\u00fcften k\u00f6nnte, um dahinter zu schauen, dann w\u00fcrde man ein erschreckendes Zittern und Zaudern und Zagen vorfinden, das mit geisterhafter Macht die versicherten Wesen verbindet, denn da herrscht die totale Verunsicherung. Menschen werden krank von dem, was sie erschaffen haben, denn Versicherung hat nicht nur die Kraft, zu beruhigen, sondern sie ist ein nagender Zahn am eh Verg\u00e4nglichen und Unabwendbaren. Und was, wenn es gar nicht kommt, das Erwartete!? Dann f\u00fchlt man sich betrogen wegen dem Preis, der daran hing. Vielleicht hat Indien ein paar Jahre daf\u00fcr gedient, dass die, die das Ungewisse gelockt hat und die es haben aushalten k\u00f6nnen, dort lernen konnten, wie das geht. Ich erinnere mich an ein Ehepaar aus Deutschland, das auf der Suche nach der Tochter im Dorf ankam und ich zuf\u00e4llig mit ihnen ins Gespr\u00e4ch kam. Fassungslos fragten sie mich, wie das zu erkl\u00e4ren sei, dass ihre Tochter zuhause alles habe, und nun sitzt sie auf dem Boden und \u00fcbt das Chapati-Machen auf einem Lehmherd und behauptet, das mache sie gl\u00fccklich. Die meisten von uns gehen ja dann wieder zur\u00fcck in ihr Land, denn man sch\u00e4tzt seinen Pass und macht gern auch Anderes als das \u00dcberleben in einer grandiosen Anarchie. Aber man hat auch was Bleibendes verstanden vom Leben und von dem, was auch m\u00f6glich ist. Zum Beispiel das Zutrauen in die eigene Wahrnehmung, ohne dass sie immer wieder dadurch ins Wanken ger\u00e4t, dass man Anderen \u00fcberl\u00e4sst zu wissen, was f\u00fcr einen selbst gut ist. Wei\u00df man das aber einmal, kann man sich auch Anderen wieder aufmerksam zuwenden.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Bild ist von Magritte<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Mir kommt es irgendwie absurd vor, dass gerade in einer Gesellschaft, wo es eigentlich den meisten ziemlich gut geht, Versicherungen aller Art eine heimliche, unm\u00e4\u00dfige Rolle spielen. 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