{"id":3545,"date":"2017-08-30T08:47:52","date_gmt":"2017-08-30T08:47:52","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=3545"},"modified":"2017-08-30T08:57:29","modified_gmt":"2017-08-30T08:57:29","slug":"vollkommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=3545","title":{"rendered":"vollkommen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3546\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170830_075844-235x300.jpg\" alt=\"\" width=\"283\" height=\"362\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170830_075844-235x300.jpg 235w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170830_075844-768x981.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170830_075844-802x1024.jpg 802w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170830_075844.jpg 1072w\" sizes=\"auto, (max-width: 283px) 100vw, 283px\" \/><\/p>\n<h5>In einem gestrigen Telefongespr\u00e4ch mit einer jungen Frau, die ich in Indien kennen gelernt und befreundet habe und die in Berlin nach viel Ausbildung kompetenten Yogaunterricht gibt, kam es auch zu dem Austausch \u00fcber die Idee, wie viel Ausbildung man eigentlich braucht, um sich &#8222;kompetent&#8220; genug zu f\u00fchlen, den eigenen Weg zuversichtlich zu gestalten. Nat\u00fcrlich ist auch die Yoga-Ausbildung keineswegs eine Ausnahme bei dem, was wir von Luhmann \u00fcber Systeme vermittelt bekommen haben, z.B. dass eben jedes System sich nur selbst verstehen kann. Meine pers\u00f6nliche Erfahrung dazu ist auch, dass ein System umso z\u00e4her jemanden der darin \u00dcbenden entl\u00e4sst, je religi\u00f6ser es geb\u00fcndelt ist.\u00a0 Meist f\u00e4ngt sowas ja ganz harmlos an, und wenn es vielen guttut, was angeboten wird, wer k\u00f6nnte sich dann erm\u00e4chtigt f\u00fchlen, so ein Programm ganz zu verlassen, auch wenn es viel an Glaubw\u00fcrdigkeit verloren hat. Alle Systeme m\u00fcssen doch letztendlich an Glaubw\u00fcrdigkeit verlieren, da sie todsicher ihren anf\u00e4nglichen Anspruch nicht aufrechterhalten k\u00f6nnen. Was ist so ein Anspruch. Die Freundin aus Berlin, hellwach und erfolgreich in ihrer Arbeit, aber regelm\u00e4\u00dfig von Zweifeln an dem eigenen K\u00f6nnen gepackt, erz\u00e4hlte mir dann, dass sie an einer Ausbildung teilgenommen hat, wo der Lehrer gerne wiederholt seinen Sch\u00fclerInnen klar machte, dass es, offensichtlich seiner Meinung nach, keine Vollkommenheit ohne Spagat geben k\u00f6nne. Das ist ein sch\u00f6nes Beispiel. Liebe Kinder, ohne Spagat werdet ihr ein Nichts sein! Eine andere Frau, die auch (leider wahrscheinlich zu lange) auch in so einem Unterricht war und der der Spagat qu\u00e4lend schwer zu erreichen schien, fragte dann mal nach, ob, sollte sie je einst die Spagatit\u00e4tsf\u00e4higkeit besitzen und damit vielleicht einen kleinen Vollkommenheitsstempel unter ihre Slits-Papers (Spagat-Papiere) mit den ausgef\u00fcllten Formularen unter Beifall der noch Spagatunf\u00e4higen bekommen, ja dann, wollte sie wissen, was sie denn im Leben noch so damit anfangen k\u00f6nne? Eine Frage, die schwierig zu beantworten ist. Alle in diesen Schulungssystemen, ich spreche auch aus einer Erfahrung der ehemals meinigen, haben nat\u00fcrlich die n\u00f6tigen Anekdoten parat, alle mehr oder wenig abgehoben, auf jeden Fall in der N\u00e4he g\u00f6ttlichen Einwirkens angesiedelt. Wenn einmal bei Erfolg der Schulung Tausende von Menschen von diesen immer fixierteren Geschichten, die ja, meist in Indien verwurzelt, vor allem f\u00fcr Westler einen Hauch Hand und Fu\u00df haben m\u00fcssen, und\u00a0 der als &#8222;unfehlbar&#8220; deklarierte Antwortgebenm\u00fcsser kann hier viel \u00fcber sich lernen. Gerade westliche Menschen, die ja immer noch scharenweise in indische Ashrams pilgern und oft in psychischen Kellern nach Laternen suchen, sind sehr geeignet f\u00fcr das Licht, das sie durch ihr Interesse am jeweiligen Wissen der Lehrenden oft erst entfachen, wenn auf die endlosen Fragen geantwortet werden muss. Der ganze geistige Schulungsapparat hatte zweifellos seine Berechtigung in einer bestimmten Zeit. In meiner Schule zum Beispiel gab es uneingeschr\u00e4nkte M\u00f6glichkeiten, in wirklich sch\u00f6nen, lichten R\u00e4umen still zu sitzen, sprich: zu sich zu kommen, wann immer man wollte. \u00dcberall gibt es \u00e4hnliche Symbolik und Ausrichtungen, aber das Gedankengut steht im Weg. Um etwas besonders zu machen, braucht es allerlei, was sich nicht unentwegt halten kann. Geistige Lehrer mit hohen Anspr\u00fcchen, ohne die es ja kaum geht, werden oft h\u00f6llisch gepeinigt von dem, was sie anderen als &#8222;schlimm&#8220; verboten haben. Wenn die Stories, die alles zusammenhalten, dann vor aller Augen zerbr\u00f6ckeln, was bleibt dann? Viele bleiben, andere gehen \u00fcberall hin, denn wenn der eigene Hunger nicht gestillt werden konnte, muss der hungrige Geist immer Nahrung von au\u00dfen haben, die er oder sie sich einverleibt f\u00fcr einen fl\u00fcchtigen Nu der Zufriedenheit. Nat\u00fcrlich gilt auch der Wert f\u00f6rderlicher oder notwendiger Weiterbildung. Das ist ja auch nicht, was ich meine. Ich meinte eher die Gefahr des Hungry-Ghost-Syndroms, das vor lauter Hunger-Hecheln keine Substanz ansammeln kann. Und dass man jedes System, vor allem das eigene, durchleuchten kann auf seine Glaubw\u00fcrdigkeit, und &#8222;last not least&#8220;: kein Spagat-Zwang! (Sieht nat\u00fcrlich toll aus, wenn&#8217;s jemand kann &#8211; \u00a7%?=:).!<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das wunderbare kleine Spagat-Wesen im Bild ist ein Objekt von Henrike Robert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem gestrigen Telefongespr\u00e4ch mit einer jungen Frau, die ich in Indien kennen gelernt und befreundet habe und die in Berlin nach viel Ausbildung kompetenten Yogaunterricht gibt, kam es auch zu dem Austausch \u00fcber die Idee, wie viel Ausbildung man eigentlich braucht, um sich &#8222;kompetent&#8220; genug zu f\u00fchlen, den eigenen Weg zuversichtlich zu gestalten. 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