{"id":3512,"date":"2017-08-26T07:34:23","date_gmt":"2017-08-26T07:34:23","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=3512"},"modified":"2017-08-26T07:39:47","modified_gmt":"2017-08-26T07:39:47","slug":"goldgrube","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=3512","title":{"rendered":"Goldgrube"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3514\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170825_165924-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170825_165924-169x300.jpg 169w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170825_165924-768x1365.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170825_165924-576x1024.jpg 576w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170825_165924.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3513\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170825_165240-161x300.jpg\" alt=\"\" width=\"161\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170825_165240-161x300.jpg 161w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170825_165240-768x1429.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170825_165240-550x1024.jpg 550w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170825_165240.jpg 1031w\" sizes=\"auto, (max-width: 161px) 100vw, 161px\" \/><\/p>\n<h5>Morgens kam ich zum Fr\u00fchst\u00fcck hinunter und entdeckte schon beim Hinausgehen, dass ich mein Kleid seitenverkehrt anhatte, also mit den N\u00e4hten nach au\u00dfen, an der Seite ein kleines Nahtf\u00e4hnchen h\u00e4ngend: das Etikett (100% cotton-Made in India). Als Marktl\u00fccken-Expertin wei\u00df ich Marktl\u00fcckenblitze zu sch\u00e4tzen, und wer will nicht mal eine Goldgrube erschlie\u00dfen. Ich fand in gro\u00dfen Zeitabst\u00e4nden\u00a0 den Gedanken unterhaltend, eine Idee in die Welt zu setzen und zu beobachten, wie sie sich entwickelt und was aus ihr wird. Es muss eine harmlose Idee sein, die wenig Missbrauchspotential bietet, aber sich trotzdem durchsetzen kann. Ich nehme also die Idee mit der Naht. Wie, sie tragen ihre N\u00e4hte noch innen? Und was wird dann mit den neuen goldenen Fl\u00fcgeln, die nun an der Stelle der Etikette herauswinken!? Man tr\u00e4gt sie doch jetzt au\u00dfen! Ich wei\u00df, Sie kommen nicht alle nach Indien, wo schon der gr\u00f6\u00dfte Teil der Bev\u00f6lkerung das Nahtlose hinter sich gelassen hat. Nahtlos ist Geschichte! Planetarier tragen jetzt Naht. Alles ist nat\u00fcrlich schon da, aber die Nahttragung, die hier angepriesen wird, ist nicht irgendeine Naht, sondern nach den T\u00e4towierungstr\u00e4gern, die ja nun auch auf der eigenen Haut eine Grenze entdecken mussten, und den teuer zerschlissenen Bluejeans kommt anstelle des gro\u00dfen G\u00e4hnens nun das gro\u00dfe Nahttragen. Niemand muss mehr aus den N\u00e4hten platzen, denn die N\u00e4hte sind ja jetzt sichtbar und dehnbar. Es ist dir doch wichtig, nicht? Ich als Ideen-Hineinputterin muss jetzt Ausschau halten nach ein paar Leuten, die Twitter-oder Facebook-oder Instagram Accounts haben und die ich begeistern kann, an der Nahttragrevolution mitzuwirken. Es m\u00fcsste, um m\u00f6glichst viele zu erreichen, eine globale Message sein wie &#8222;Menschen zeigen wieder Naht! Oder &#8222;Die Welt bejaht Naht! Oder noch k\u00fchner: &#8222;Das Nahtlose kann nur erreicht werden, wenn die Naht sichtbar wird&#8220;. Oder: &#8222;Sei auf Draht mit Naht!&#8220; Da setzt man schon voraus, dass Kunde und Kundin wissen, dass N\u00e4hte nur noch au\u00dfen getragen werden. Aber hier geht es ja vor allem um die Idee. Ein spielerischer Gedanke, der ohne Kundschaft leben kann. Nur so ein kurzer Funkel-Nu durch die Vorstellung, wie aus einem fr\u00fchmorgendlichen Aufmerksamkeitsfehler eine Bewegung werden k\u00f6nnte, die zuletzt, wenn durchlebt und durchschaut, zu einer Gegenbewegung f\u00fchren w\u00fcrden k\u00f6nnte, n\u00e4mlich dem Suchen und dem Finden der verlorenen Nahtlosigkeit, in vielen guten Kolumnen herauskristallisert als philosophisches Gut. Gut w\u00e4re nat\u00fcrlich auch, eine Art Role-Model einzuf\u00fchren, vielleicht mit einer mysteri\u00f6s aufgetauchten Kurzbiografie \u00fcber &#8222;Katharina die Nahtlose&#8220;, oder einem\u00a0 Hinweis auf einen der \u00fcblichen historischen Schreibfehler, die aus einer Gruppe von Eremiten in Indien, die einst die Nahts hie\u00dfen (verbindliche Nahtf\u00e4higkeit), Naths machte, was &#8222;Herren&#8220; hei\u00dft. Denn immer schon war es das Nahtlose, das die Naht braucht und selbst naht, um zu sein. Na bitte. Die Idee ist \u00fcbrigens kostenlos. Ich brauche ja immer wieder Frei-Raum, damit sich was melden kann.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Morgens kam ich zum Fr\u00fchst\u00fcck hinunter und entdeckte schon beim Hinausgehen, dass ich mein Kleid seitenverkehrt anhatte, also mit den N\u00e4hten nach au\u00dfen, an der Seite ein kleines Nahtf\u00e4hnchen h\u00e4ngend: das Etikett (100% cotton-Made in India). 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