{"id":3452,"date":"2017-08-16T09:08:26","date_gmt":"2017-08-16T09:08:26","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=3452"},"modified":"2017-08-16T11:48:18","modified_gmt":"2017-08-16T11:48:18","slug":"passt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=3452","title":{"rendered":"passt"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3453\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170816_105424-300x131.jpg\" alt=\"\" width=\"447\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170816_105424-300x131.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170816_105424-768x335.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170816_105424-1024x447.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170816_105424.jpg 1853w\" sizes=\"auto, (max-width: 447px) 100vw, 447px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3454\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170816_105535-122x300.png\" alt=\"\" width=\"80\" height=\"197\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170816_105535-122x300.png 122w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170816_105535-415x1024.png 415w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170816_105535.png 696w\" sizes=\"auto, (max-width: 80px) 100vw, 80px\" \/><\/p>\n<h5>Worte k\u00f6nnen auch geistern, ja, sind oft wie Geister, die in mehr oder weniger klaren Formen auftreten und ihre Wirkung entfalten Was hat man nicht alles von ihnen gesagt! Sie kommen hervor, sie ziehen sich zur\u00fcck, sie k\u00f6nnen z\u00e4rtlich sein, sie k\u00f6nnen t\u00f6ten. Wo kommen sie her? Wie sind sie entstanden. \u00dcber das Erscheinen des Wortes &#8222;Selfie&#8220; wei\u00df man, dass es nicht nur auf einmal da war, sondern dass genug Menschen es \u00fcberall in der Welt aufgegriffen und benutzt haben, sodass es nun in der hehren Gruppe der Duden-Bewohner aufgenommen wurde. Werden musste, weil es nicht mehr wegzudenken ist. Selfie ist da, ob man will oder nicht. Die Worte selbst erscheinen ja auch erst einmal jung und frisch, bis die, die in der Masse landen, dem Volk auch zum Opfer werden k\u00f6nnen oder von ihm missbraucht werden. Und es entstehen Obsessionen und Krankheiten, von denen man dann spricht, als handle es sich um eine geschichtliche \u00c4ra: vor und nach dem Selfie zum Beispiel. Die beiden Worte &#8222;Alles gut!&#8220; waren sicher auch einmal bei ihrer Geburt gut gemeint, jetzt k\u00f6nnen sie als subtile Waffe eingesetzt werden, die mir den Anderen vom Leib h\u00e4lt. St\u00f6r mich blo\u00df nicht! Alles gut! Ach ja? Alles gut? Alles ist schon viel, aber &#8222;alles gut&#8220; ist das perfekte R\u00fcstzeug, um genau das zu vermeiden, was eigentlich gar nicht gut ist. Und wann war schon mal alles gut? Der selige Traum vom diamantenen Hafen der Einheit, des Zustandes der Einheit, kann sich sicher durch das duale Prinzip nicht wirklich umsetzen, und \u00fcberhaupt die Frage: wie sieht das aus, wenn &#8222;alles&#8220; &#8222;gut&#8220; ist. Gewichtige Worte auch im Paradies: &#8222;wehe wehe ihr esst von der Frucht (des Wissens), dann aber&#8230;Menschen erschaffen sich Lichtgestalten und geben ihnen Namen. Und ich pers\u00f6nlich kann nicht behaupten, dass ich es in bestimmten Zeiten nicht f\u00f6rderlich fand, durch ein Wasauchimmer in die Vertikale gezogen zu werden, damit das dunkel Bewusste sich selbst belichten kann. Und was geistert da immer noch herum aus der Antike? Wer hat&#8217;s zuerst gedacht, wer eingemei\u00dfelt in die Menschheitspsyche, damit auch das Wissen zug\u00e4nglich wird, wie man aus dem leidvollen Schlamassel des Menschseins einen Weg herausknobelt, und ob es den \u00fcberhaupt gibt. Das Orakel von Delphi mit der mysteri\u00f6sen Botschaft bzw. dem wohlgemeinten Hinweis, der Mensch soll die M\u00f6glichkeit und das Angebot, sich selbst erkennen zu k\u00f6nnen, wahrnehmen und nutzen, damit durch wissensvollen Umgang mit dem Schicksal die Freude am Abenteuer nicht fl\u00f6ten geht. (fl\u00f6ten?) Und dann der Schrecken der Worte. Welches Wort hat den Befehl zur Ausl\u00f6sung der Atombombe \u00fcber Hiroshima ausgel\u00f6st, oder waren es nur Zahlen? Und &#8222;Heil&#8220;? Was hei\u00dft das? Wie war das gemeint? Das wissen sicherlich welche, aber ich wei\u00df es nicht. War der Heiland gemeint oder das Heilen? Heil Hitler? Wie kam es zu dieser unseligen Form, die so viele so \u00fcberzeugend fanden: die straff ausgestreckte Hand zum Heilsversprecher hin.? Kein mulmiges Gef\u00fchl, als es anfing? Keine Fragen? Wortlos im Unsereins. Worte sind Kr\u00e4fte. Seit alle redend im Netz unterwegs sind, sind Worte auch Freiwild. Wir Wortwertsch\u00e4tzerInnen haben das nicht so gern Unsere eigengeborenen Worte laufen schon Gefahr, in und mit den Handschriften verloren zu gehen, das Gef\u00fchl f\u00fcr Papier. Ich schreibe auch manchmal Worte auf, die ich noch nie geh\u00f6rt habe und bewahren m\u00f6chte und damit meinen eigenen Schatz erweitern. Es kommt selten zur Nutzung, aber die Freude ist dennoch da. So. Heute schlie\u00dfe ich mal ab mit einem Worteraub, oder vielmehr ist es ein ganzer Satz, den ich kurz mal raube und wieder loslasse. Er kommt aus einer Ohrwurm-Werbung, und jede\/r kennt ihn. Er ist genial, denn l\u00e4sst man das Produkt weg, f\u00fcr das er wirbt, kann man ihn nahezu grenzenlos einsetzen. Also sozusagen ein illegaler Akt vor aller Augen: &#8222;Bei allem, was dir wichtig ist, machst du keine halben Sachen: Wortschatz, wenn&#8217;s gut werden soll&#8220;. Passt doch!<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Worte k\u00f6nnen auch geistern, ja, sind oft wie Geister, die in mehr oder weniger klaren Formen auftreten und ihre Wirkung entfalten Was hat man nicht alles von ihnen gesagt! Sie kommen hervor, sie ziehen sich zur\u00fcck, sie k\u00f6nnen z\u00e4rtlich sein, sie k\u00f6nnen t\u00f6ten. Wo kommen sie her? 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