{"id":3369,"date":"2017-08-04T11:18:46","date_gmt":"2017-08-04T11:18:46","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=3369"},"modified":"2017-08-04T11:19:53","modified_gmt":"2017-08-04T11:19:53","slug":"wirklich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=3369","title":{"rendered":"wirklich"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3370\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170804_130935-300x254.png\" alt=\"\" width=\"343\" height=\"290\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170804_130935-300x254.png 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170804_130935-768x651.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170804_130935-1024x867.png 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170804_130935.png 1203w\" sizes=\"auto, (max-width: 343px) 100vw, 343px\" \/><\/p>\n<h5>Neulich, als ich mal wieder Donald Trump in ein Gespr\u00e4ch einschleichen lie\u00df, habe ich bemerkt, wie unwohl mir wurde bei dem Gef\u00fchl, automatisch in die N\u00e4he von ununterbrochenem Kopfsch\u00fctteln zu kommen, wo man den grotesken Playern eine gewisse Macht zugesteht, einen mit ihrer Selbstdarstellungssucht permanent zu verbl\u00fcffen. Dass in solchen Zeiten die kom\u00f6dienhafte Betrachtung in Hochform ger\u00e4t, ist kein Wunder. Die Entlarvung des &#8222;B\u00f6sen&#8220; als ein geradezu unheimlich banaler Ausdruck einer Pers\u00f6nlichkeitsstruktur, wie wir es von Hannah Arendt gelernt haben, ist schon deshalb verst\u00f6rend, weil wir es nicht f\u00fcr m\u00f6glich halten, obwohl es offensichtlich ist. Sicherlich sind da auch im Hintergrund oft diesselben Triebkr\u00e4fte am Werk wie Unverfrorenheit, Habsucht, Unterw\u00fcrfigkeit usw, oder einfach Dummheit, die dem Sog des ihr jeweils Einleuchtenden folgt. Wenn dann mal wieder was ins Brodeln kommt wie die Russland-Aff\u00e4re oder der Eierskandal, wei\u00df man ja eh nicht, wie man sich das vorstellen soll: vermummte Fieslinge rotten sich zusammen, und das zB in Holland, dem Land von Milch und Honig, nicht wahr?, und tr\u00e4ufeln nachts bei ihren dunklen Treffen Gift in die Eier der V\u00f6lker. Wer hat hier alles mitgetr\u00e4ufelt? Nein! Das waren Rechtschaffene&#8230;wie? Gift? Wo? Millionen von Eiern werden vernichtet, leere Eierregale, weil zuf\u00e4llig jemand mal wieder was entdeckt hat. Die Chefetagebewohner in der Autoindustrie atmen ein bisschen auf: jetzt sind die Eier dran. Is ja schon gut, wir bauen ja um. Und f\u00fcr mich, die ich gar keine Eier esse, sind Eier nur ein Symbol: Ur-Ei undsoweiter, und Ich (I) und Eye (Auge), und was man so alles mit allem verbindet. Das sch\u00fctzt einen ja nicht. Morgen sind es die Gurken oder ein Taifun, der neuerdings auch uns wegen der globalen Missbrauchszusammenh\u00e4nge wegfegen kann. Und sollen wir die Tanne abs\u00e4gen, bevor sie auf unser Haus in irgendeiner Zukunft krachen k\u00f6nnte&#8230;? Leicht kann man den (roten) Faden verlieren und muss sich fragen, worum es einem geht. Ich gr\u00fcble zur Zeit an einer anderen Ersch\u00fctterung herum und sammle Kr\u00e4fte, damit sie ihre Wirkung entfalten kann. Dass der Gedanke des Weltgeschehens als einer gro\u00dfen und komplexen und st\u00e4ndig sich wandelnden Theaterauff\u00fchrung nichts Neues ist, ist klar. Es ist ein sich selbst organisierender Vorgang, egal, was die jeweiligen religi\u00f6sen Prediger vor sich hinmurmeln, um sich in fanatischer Selbst\u00fcberzeugung weiterbewegen zu k\u00f6nnen w\u00e4hrend des Mordens an Andersdenkenden. Wer will schon h\u00f6ren, wie es wirklich war, wenn man das Volk schon mal f\u00fcr die Gerechtigkeit der Steinigung erzogen hat? Das geht schnell, dass H\u00e4nde zu Steinen greifen. Und doch wird er eben nicht als Steinwerfer geboren, der Mensch, sondern es ist was mit ihm geschehen, das ihn aus der Bahn gebracht hat. Aus welcher Bahn? Gibt es eine Bahn? Das eben denke ich und frage ich mich: wo ist die Bahn? Jede\/r, der eigene Existenz erf\u00e4hrt, kann nicht leugnen, dass er oder sie da ist. Wie konstruiert sich dieses Dasein? Wie frei bin ich in meiner Gestaltung, egal, wo ich mich aufhalte. Wie fixiert bin ich auf meine Geschichte, sodass ich letztendlich denke: das bin ich. Wer bin ich? Wie definiert sich dieses Ich-sein? Wo ist die Quelle? Und hat sie einen Namen? Neulich habe ich einen Wissenschaftler, der sich mit k\u00fcnstlicher Intelligenz befasst, sagen h\u00f6ren, dass es keineswegs unm\u00f6glich ist f\u00fcr einen Computer, zu f\u00fchlen. Alles, was man tun muss ist, ihm die paar Gef\u00fchle einzuprogrammieren, die wir kennen, und er kann sich damit entwickeln und vielleicht ja eines Tages mehr f\u00fchlen als ein Mensch. Gibt es ihn schon? H\u00e4lt man so etwas f\u00fcr m\u00f6glich, schwinden die Barrieren des Menschseins, und wir n\u00e4hern uns einer weiteren uralten Frage, die nie eine Antwort gefunden hat (oder hat sie?): Wie wirklich ist eigentlich die Wirklichkeit?<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neulich, als ich mal wieder Donald Trump in ein Gespr\u00e4ch einschleichen lie\u00df, habe ich bemerkt, wie unwohl mir wurde bei dem Gef\u00fchl, automatisch in die N\u00e4he von ununterbrochenem Kopfsch\u00fctteln zu kommen, wo man den grotesken Playern eine gewisse Macht zugesteht, einen mit ihrer Selbstdarstellungssucht permanent zu verbl\u00fcffen. 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