{"id":3325,"date":"2017-07-29T08:33:51","date_gmt":"2017-07-29T08:33:51","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=3325"},"modified":"2017-07-29T08:33:51","modified_gmt":"2017-07-29T08:33:51","slug":"fremd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=3325","title":{"rendered":"fremd"},"content":{"rendered":"<h5>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-3328\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170729_101903-300x283.jpg\" alt=\"\" width=\"349\" height=\"329\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170729_101903-300x283.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170729_101903-768x725.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170729_101903-1024x966.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170729_101903.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 349px) 100vw, 349px\" \/><\/h5>\n<h5>Mal wieder durch &#8218;reinen Zufall&#8216; habe ich ein Gedicht entdeckt, das morgen hier erscheinen wird und das &#8222;fremd&#8220; hei\u00dft. Da fiel mir auf, dass mir das Wort so vertraut ist. Nicht im Sinne von isolierend, oder mit Trauer behangen, oder mit Sorge befangen, sondern ich sehe mich tats\u00e4chlich gerne als eine Fremde. Etwas in mir war immer bereit, Fremde zu sein auf dieser Reise. F\u00fcr mich sind auch die Anderen Fremde, vielleicht finde ich es deshalb so sch\u00f6n, mit Fremden in Kontakt zu kommen, das Wunder der N\u00e4he zu genie\u00dfen, gemeinsam das Erstaunliche des Weltendaseins zu bedenken und sich einzusetzen f\u00fcr das, was man als wesentlich erachtet. Auch in der Liebe ist doch das Fremde das Begl\u00fcckende, auch das Nachlassen von Fremdheit in einem Raum des Vertrauens. Erfahrung wird dann erm\u00f6glicht, wenn jemand klar aussagt \u00fcber sich und die jeweiligen Befindlichkeiten und Gedanken, und wir erhalten Einblick in die inneren Welten eines\/r Anderen, wo so vieles sich erahnen l\u00e4sst, da man es vielleicht \u00e4hnlich sieht oder denkt, dann aber doch zulassen muss und auch kann, dass der\/die Andere das einzigartige Wesen bleibt, das nur sich selbst erkennen kann wie ich mich selbst. Und was bedeutet schon &#8222;erkennen&#8220;? Ist es nicht eher die Fremdheit, die wir erkennen an uns, aus Mangel an \u00fcberzeugendem Verst\u00e4ndnis dar\u00fcber, was Menschen hier tun und lassen, nur dem eigenen Gef\u00fchl und Geist auf der Spur, die uns belehren, dass es die unvorstellbaren Grenzen tats\u00e4chlich gibt, und dass uns die hellsten Momente sehr wohl aufkl\u00e4ren, dass alles Gedachte und Behauptete unbedingtes Konstrukt bleiben muss, sei es auch noch so flei\u00dfig und flie\u00dfend dargebracht. Es bleibt Fakt, dass ich Reisende bin, Fremdling, unterwegs auf einem Planeten, der f\u00fcr alle Anwesenden etwas anderes bedeutet, f\u00fcr manche ein Garten mit Freunden, f\u00fcr andere ein Schlachtfeld mit Toten. Und ein kollektives Bewusstsein existiert \u00fcber all dieses Geschehen, das hervorbl\u00fcht aus den Gehirnen, den toten und den lebenden, unserem, f\u00fcr das wir Verantwortung \u00fcbernehmen, weil es sonst keiner tut und auch keiner tun kann, da es unsere eigene Zeit ist auf der Erde, mit der wir so wissensvoll umgehen m\u00fcssen, wie es uns m\u00f6glich und auch erm\u00f6glicht ist. Manchmal ber\u00fchrt uns die Not der Frauen, manchmal die Not der M\u00e4nner, manchmal die Not der Transvestiten, dann die der Tiere, dann das Sterben der W\u00e4lder, dann die unermessliche Not der Kinder. Beim Reisen auf dem Planeten haben wir Zeit, ber\u00fchrt zu werden. Wir haben ja Zeit f\u00fcr das, was wir sind. Wir k\u00f6nnen sagen, was wir als st\u00f6rend empfinden, und wir k\u00f6nnen zuh\u00f6ren, wenn sich jemand \u00fcber unser Benehmen beklagt. Immer ist Freiheit, auch wenn ich nicht wei\u00df, ob ich heldenhaft sterben k\u00f6nnte, wenn mein Leben bedroht wird. Vielleicht gibt es &#8218;freie&#8216; Frauen unter den Burkas. Ich habe sie leider noch nicht getroffen. Asib, der afghanische Ehemann meiner Freundin Atiyeh, hat mir bei unserem Besuch erz\u00e4hlt, wie es war f\u00fcr ihn, als er mit vier schon fr\u00fchmorgens zur Moschee gehen musste in Kabul, und beten, und lernen, dass es ein Verdienst ist, wenn Ungl\u00e4ubige durch seine H\u00e4nde sterben. Was soll ich dazu sagen? So ein Gl\u00fcck, fremde Freunde, dass ihr die H\u00f6lle verlassen konntet, die kein guter Ort ist f\u00fcr Menschen. Nur wir Fremden sind hier auf dem gro\u00dffl\u00e4chigen Raumschiff, w\u00e4hrend die Uhr l\u00e4uft und es nur f\u00fcr liebevolles Beisammensein keine Grenzen gibt. Wie gut kann es tun, wenn man mal eigene Tugendlatten lockert und ja sagt zu etwas, was dem Eigenen nicht gleich entspricht oder auch nein danke! zu dem, was einem nicht bekommt. Das schlie\u00dft doch die Freude nicht aus. Ich bin in der Fremde zu Hause. Setzt mich ab im Irgendwo, und ich werde einen Weg zu euch finden. Und zu dir, die du mir N\u00e4he schenkst und Teilhabe durch dich am Einzigartigen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Mal wieder durch &#8218;reinen Zufall&#8216; habe ich ein Gedicht entdeckt, das morgen hier erscheinen wird und das &#8222;fremd&#8220; hei\u00dft. Da fiel mir auf, dass mir das Wort so vertraut ist. Nicht im Sinne von isolierend, oder mit Trauer behangen, oder mit Sorge befangen, sondern ich sehe mich tats\u00e4chlich gerne als eine Fremde. 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