{"id":3300,"date":"2017-07-26T09:26:30","date_gmt":"2017-07-26T09:26:30","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=3300"},"modified":"2017-07-26T09:26:30","modified_gmt":"2017-07-26T09:26:30","slug":"monsoon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=3300","title":{"rendered":"Monsoon"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-3301\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170726_111142-277x300.jpg\" alt=\"\" width=\"329\" height=\"356\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170726_111142-277x300.jpg 277w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170726_111142-768x831.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170726_111142-946x1024.jpg 946w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170726_111142.jpg 1062w\" sizes=\"auto, (max-width: 329px) 100vw, 329px\" \/><\/p>\n<p>Es ist ja nicht nur so, dass nur was vom Okzident in den Orient schwappt\u00a0 durch die unz\u00e4hlbare Menge, die dort durchgewandert ist und weiterhin wandern wird, sondern es ist auch ganz sch\u00f6n viel her\u00fcbergeschwappt und hat hier Fu\u00df gefasst. Auch Yoga und Meditation erscheinen nicht zum ersten Mal im Westen. Ich habe ein Eranos-Jahrbuch aus dem Jahre 1933 von einer Tagung in Ascona, wo als damals gedankliche Koryph\u00e4en geltende Menschen ihren Beitrag gaben zum Thema &#8222;Yoga und Meditation im Osten und im Westen&#8220;. Man ist ja \u00f6fters mal konfrontiert mit dem Wunsch, Neues wahrzunehmen, dann sieht man: es ist nur ein anderes Kost\u00fcm&#8220;, von dem man sich hat beirren lassen, und vielleicht ist die Sucht nach dem Neuen selbst eine Art Kost\u00fcm, um eine der wesentlichen und unverr\u00fcckbaren Essenzen der Welterkenntnis immer mal wieder galant zu vermeiden, indem wir vermeiden, was wir alle niemals wissen k\u00f6nnen, n\u00e4mlich, warum wir da sind, und was wir hier tun. Nun ist also auch der Monsoon hierher gekommen einerseits, aber andrerseits etwas weiter so viele Waldbr\u00e4nde, und leider kann man die Wassermengen nicht hin\u00fcberleiten nach Portugal oder Frankreich, sondern muss sich mit dem eigenen Zustand w\u00e4hrend des Prasselns besch\u00e4ftigen. F\u00fcr einen richtigen Monsoon m\u00fcsste es ja viel hei\u00dfer sein. Statt dessen denkt man daran, die Heizung einzuschalten. Der gef\u00fcrchtete Gr\u00fcndlichkeitsanspruch der Deutschen kommt gewiss nicht von Mu\u00dfe und Sonnenschein, sondern vielleicht eher einem sonnenlosen Misstrauen, das wir dem eigenen Wesen gegen\u00fcber pflegen. Der Inder sitzt in seinem Monsoon herumgr\u00fcbelnd mit Anderen unter D\u00e4chern, die Deutsche (in dem Fall ich), sitzt allein vor den Tasten und tastet sich an die Befindlichkeit heran. Nein, nicht allein, was rede ich! Schon einen super guten Kaffee und ein Croissant liegen hinter mir und der Austausch mit den Menschen, mit denen ich lebe. Im Kontext einer gemeinsamen Arbeit, die uns zur Zeit besch\u00e4ftigt, tauchte nochmal eine von uns gedanklich erzeugte Situation auf, zum Beispiel ein Publikum und eine Moderatorin und ein Gast, in der man innerhalb von drei Minuten eine als Zettel gezogene Frage innerhalb von 3 Minuten spontan beantwortet. Diese Woche hatten wir bei dem Treffen entschieden, dass wir mit Fragen kommen, auf die man pers\u00f6nlich antworten muss, also nicht die M\u00f6glichkeit, aus einer Rolle heraus zu antworten, sondern aus sich selbst heraus als sich selbst. Es gab eine Situation, wo die Befragte auf die Frage &#8222;wie oder was (oder wer) bin ich ganz pers\u00f6nlich&#8220; nahezu die ganzen drei Minuten zwar mit den H\u00e4nden etwas im Ozean herumfischte, letztendlich aber keine Antwort fand. Das kam mir bedeutsam vor. Sind wir nicht letztendlich das ganz und gar Undeutbare, ein von der Sprache losgel\u00f6stes Potential, das durch die Sprache zwar erst Kenntnis von sich selbst erh\u00e4lt, aber stets geht es nur von dieser Quelle des Sprachlosen aus, diesem Ausgesetztsein in eine Ungewissheit, die nie ein Wissen ber\u00fchren oder ver\u00e4ndern kann. Diese &#8222;azurne Einsamkeit&#8220; kann nur durch\u00a0 Liebe, gepaart mit Freiheit, befl\u00fcgelt werden. Nicht, weil ich den oder die Andere\/n bei mir habe, sondern weil ich in der Liebe Menschen begegne, die meinem Sein als solch ein Ungewisses Raum geben k\u00f6nnen wie ich meinerseits dem Gegen\u00fcber. Dann erst die Worte. Ohne die Worte keine eigene erschaffene Wirklichkeit, und ohne diese individuelle Wirklichkeit keine Pr\u00e4senz, und dadurch kein Wohlgef\u00fchl in der Mitte von Welt und Gesellschaft. Das Mysterium des Menschseins balanciert geradezu auf diesem niemals zu leugnendem Ungewissen. Dass genau dieses tiefe Erkennen des Menschen von seinem Hineingeworfensein in das Spiel entweder zu der Sucht f\u00fchrt, sich bestimmen zu lassen von einer autorit\u00e4ren Struktur, die es anscheinend besser wissen soll als ich selbst, oder man ist bereits als Kind einer autorit\u00e4ren Struktur ausgeliefert, gegen die man erstmal keine Chance hat. Daher der zeitlose Hinweis auf das selbstst\u00e4ndige Denken, das einem u.a. erm\u00f6glicht, die eigene Wertelatte rechtzeitig aus dem Weg zu r\u00e4umen, damit der Blick auf die Welt nicht an Heiterkeit einb\u00fc\u00dft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist ja nicht nur so, dass nur was vom Okzident in den Orient schwappt\u00a0 durch die unz\u00e4hlbare Menge, die dort durchgewandert ist und weiterhin wandern wird, sondern es ist auch ganz sch\u00f6n viel her\u00fcbergeschwappt und hat hier Fu\u00df gefasst. Auch Yoga und Meditation erscheinen nicht zum ersten Mal im Westen. 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