{"id":3194,"date":"2017-07-13T09:01:28","date_gmt":"2017-07-13T09:01:28","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=3194"},"modified":"2017-07-13T10:53:52","modified_gmt":"2017-07-13T10:53:52","slug":"tote-ecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=3194","title":{"rendered":"tote Ecken"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3196\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170711_110543-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"533\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170711_110543-300x169.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170711_110543-768x432.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170711_110543-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 533px) 100vw, 533px\" \/><\/p>\n<p>Tote Ecken kennt man ja auf verschiedenste Arten und Weisen. Die einfachste Variante ist wahrscheinlich das Staubsaugen, wenn man hofft, dass das Ger\u00e4t auch da herauspustet und an sich nimmt, was nur durch sehr viel Aufwand zu erreichen w\u00e4re, zu dem man nicht immer bereit ist. Oder die toten Ecken in den B\u00fccher-und Kleiderschr\u00e4nken, wo sich lange nichts mehr bewegt hat, aber wo man immer wieder zul\u00e4sst, dass etwas aus dem lebendigen Gebrauch f\u00e4llt, was dann mit der Zeit eine gewisse Schwere an sich haften hat, da es nur noch aus Haftung besteht. Dann gibt es die toten Ecken in der Geschichte, und auf einmal, wenn sich wieder etwas bewegt, f\u00e4llt Licht auf die Ecke, und wenn da dann was lange Verborgenes herumliegt, kann es auch ziemlich erschreckend sein, wie die Filmrollen zum Beispiel, die man aus dem Warschauer Ghetto gefunden hat und verstanden, dass das Entsetzen\u00a0 selbst sich in die Ecke fl\u00fcchtet und sich tot stellt. Oder man erf\u00e4hrt durch Belichtung einer toten Geschichtsecke, dass in Wirklichkeit alles ganz anders war, als viele dachten oder hofften.. Oder Dinge nisten sich ein und versuchen, das zu beleben, was man nicht totglauben kann wie zB. die mir neu vorkommende Nachricht, dass Luther an Hexenverfolgungen beteiligt war, der Gute. Wie geht das? Irgendwann merkt man dann, dass das Staubsaugerrohr eben nicht in alle Ecken kommt, man muss r\u00fccken und genau hinschauen, wo sich das Ganze festgesetzt hat, was man zu \u00fcbersehen neigt. Oder die Maus setzt ihren Cursor ein und wittert und beschnuppert das Material auf seine Verwertbarkeit. Ist also zB der Besuch von Donald Trump jun. bei der russischen Anw\u00e4ltin ein toter Winkel, in dem der gro\u00dfe Happen nicht zu finden war, oder n\u00e4hrt sich hier bereits die Substanz der Amtsenthebung? Und in den eigenen psychischen Aufenthaltsorten kennt man doch selbst das Totgeschwiegene, von dem man nicht wei\u00df, ob es noch Worte braucht, damit es in den lebendigen Strom einflie\u00dfen kann. Leichen haben bekanntlich beachtliches Gewicht. Nat\u00fcrlich gibt es auch kein Gesetz und keinen Diktator, der einem befehlen kann, die toten Ecken ans Licht zu bringen, damit ersichtlich wird, was drinsteckt. Aber ich denke, dass sich mit der Zeit alles meldet, was sichtbar werden will, und dann muss man schauen, ob man die Kraft und die Reife hat, es zulassen zu k\u00f6nnen. Es gibt ja auch die lebendigen Felder wie die Himbeerfelder, die gerade drau\u00dfen im Wald in voller und einladender Frucht stehen. Auch hier sieht das Auge hinter der F\u00fclle noch mehr F\u00fclle, in die der menschliche Fu\u00df ungern vorst\u00f6\u00dft, weil sich Zecken und Dornen im Geb\u00fcsch tummeln. Oder man sieht vom Flugzeugfenster aus mit tiefer Beruhigung, dass es noch Gebiete gibt, zu denen kein Mensch vordringen kann. Aber vielleicht ist auch das eine Illusion. Dann kann man sich immer noch an den Wolken erfreuen, wenn sie dicht und geheimnisbeladen vor\u00fcberziehen, bis der innere Gong wieder zur\u00fcckholt in die\u00a0 Korridore.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tote Ecken kennt man ja auf verschiedenste Arten und Weisen. Die einfachste Variante ist wahrscheinlich das Staubsaugen, wenn man hofft, dass das Ger\u00e4t auch da herauspustet und an sich nimmt, was nur durch sehr viel Aufwand zu erreichen w\u00e4re, zu dem man nicht immer bereit ist. 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