{"id":3165,"date":"2017-07-10T07:44:13","date_gmt":"2017-07-10T07:44:13","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=3165"},"modified":"2017-07-10T08:22:58","modified_gmt":"2017-07-10T08:22:58","slug":"senf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=3165","title":{"rendered":"Senf"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3131\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170624_211712-166x300.jpg\" alt=\"\" width=\"166\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170624_211712-166x300.jpg 166w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170624_211712-768x1384.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170624_211712-568x1024.jpg 568w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170624_211712.jpg 906w\" sizes=\"auto, (max-width: 166px) 100vw, 166px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3166\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170709_180721-230x300.jpg\" alt=\"\" width=\"230\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170709_180721-230x300.jpg 230w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170709_180721-768x1002.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170709_180721.jpg 780w\" sizes=\"auto, (max-width: 230px) 100vw, 230px\" \/><\/p>\n<div class=\"calendar-image\">\n<h4>Manchmal kommt am Wochenende eine FAZ in unser Haus, immer eine angenehme Abwechslung zur &#8222;Zeit&#8220;, die zum Gl\u00fcck nur einmal in der Woche erscheint und schon genug M\u00fche macht. Man kann ja nicht immer gleich das Feuilleton und das Zeitmagazin herausfischen und so tun, als g\u00e4be es den Rest nicht. Viel kluges Zeug, meine G\u00fcte! Und wer will nicht durch sorgsames Lesen z.B. erfahren, welche Sprache ein Anderer oder eine Andere f\u00fcr die Sprachlosigkeit gefunden hat. Dann gibt es in der FAZ am Wochenende die Ecke mit den Gedichten. Sofort konzentriert sich mein Blick und will h\u00f6ren und hofft, dass was innen sich regt. Unter &#8222;Frankfurter Anthologie&#8220; gibt es zum Gedicht eine Erl\u00e4uterung, die man \u00f6fters gerne als das Gedicht selbst gelten lassen w\u00fcrde, denn da m\u00fcht sich jemand souver\u00e4n, Licht ins Dunkel zu bringen. Joseph von Eichendorff!!! Schon darf man eigentlich nichts mehr sagen, weil es ja Eichendorff ist. Wei\u00df man \u00fcberhaupt was von ihm? Hat man nach der Schule mal wieder was von ihm gelesen? Null Erinnerung. Bleibt die Erfrischung (der Erinnerung) durch das Lesen. Also Josephs Liebste (in: &#8222;Das zerbrochene Ringlein&#8220;), ist von dort verschwunden, wo sie gewohnet hat, und dadurch brach sein Ringlein entzwei. Ich habe diesen Beitrag von mir &#8222;Senf&#8220; genannt, weil ich meinen Senf zu den 3 letzten Strophen des Gedichtes geben m\u00f6chte. Joseph m\u00f6chte also als Spielmann reisen in die weite Welt hinaus : (ja, dann lebwohl!?). und er m\u00f6chte seine Weisen von Haus zu Haus gehend singen (was soll das denn!, und wenn es so dringlich ist, was h\u00e4lt ihn ab??) Dann will er aber auch als Reiter in die blut&#8217;ge Schlacht ziehen (h\u00e4tte er sich dunklen Horden angeschlossen?, und gab es die damals nicht??). und stille Feuer will er legen im Feld bei dunkler Nacht (!!!!!!?????) (Schade, dass man ihn nicht fragen kann, was er damit gemeint hat). Dann wei\u00df er gar nicht mehr, was er will, sondern m\u00f6cht&#8216; am liebsten sterben, weil&#8217;s dann auf einmal still w\u00e4r!&#8230;&#8230;Ist Joseph nun ein hoffnungsloser Romantiker oder ein Gef\u00e4hrder!? Oder ist er so aus der Zeit gefallen, dass man ihn gr\u00fcndlich missverstehen muss!? Was, wenn eines Tages ein junger moderner Mensch, der Eichendorff in der Schule auswendig lernen musste, sp\u00e4ter behauptet, der wollte doch auch in die blutige Schlacht ziehen oder ein Feuer legen im Feld bei dunkler Nacht, na sowas! Das ganze Gedicht hei\u00dft also, wie erw\u00e4hnt, &#8222;Das zerbrochene Ringlein&#8220; und kann sicher m\u00fchelos im Netz gefunden werden. In derselben Ausgabe der Zeitung (bzw. zwei Bl\u00e4ttern des Feuilletons) gab es noch ein paar sch\u00f6ne Titel, zB &#8222;Hinter tausend Gesichtern kein Mensch&#8220;, oder &#8222;Befreiung des Denkens&#8220;, oder &#8222;Der heilige Geist ist gegen ein Rauchverbot&#8220;, oder eben &#8222;Grundbuch des Liebesverlusts&#8220;, der Titel der Erl\u00e4uterung von Joseph von Eichendorffs Gedicht. Vielleicht \u00e4ndert sich ja auch mit der Zeit die Sprache der Grundb\u00fccher. Wenn man mal Senf dazugeben m\u00f6chte, soll man nicht allzu tief gr\u00fcbeln, weil es dann irgendwann kein Senf mehr sein kann. Dann gab es noch auf diesen Seiten der FAZ ein Bildchen, das mir gut gefallen hat, ein &#8222;Trompe l&#8217;OEil, ein Augent\u00e4uscherlein, also tats\u00e4chlich mit \u00d6l gemalt von einem Gaspard Greslys, nie geh\u00f6rt (18. Jahrhundert). Kostet im Moment 10 000 Euro. Da sehe ich auch einen Schuss Eichendorff drin, und jetzt ist Schluss, sage ich mir. Immerhin l\u00e4chle ich vor mich hin. Das Greslys Bild kann man oben bewundern. Links davon ist das Photo einer Schublade, das ich in Portugal gemacht habe.<\/h4>\n<\/div>\n<h4 class=\"irc_mimg irc_hic iEr6KCbtTLlE-lvVgf-rIiHk\"><a class=\"irc_mil i3597 iEr6KCbtTLlE-zixyDjKkw5M\" tabindex=\"0\" href=\"http:\/\/www.luechow-dannenberg.de\/desktopdefault.aspx\/tabid-5460\/2357_read-38059\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-noload=\"\" data-ved=\"0ahUKEwjI36rQmP7UAhXMZFAKHVi4AO4QjRwIBw\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"irc_mi\" src=\"http:\/\/www.luechow-dannenberg.de\/Portaldata\/2\/Resources\/kld_dateien\/museumsverbund\/fotos_-_nichtsaisonal\/mittlere_Aufloesung\/Senf-Illustration_ma.jpg\" alt=\"Bildergebnis f\u00fcr senf dazugeben\" width=\"250\" height=\"186\" \/><\/a><\/h4>\n<div class=\"irc_mimg irc_hic iEr6KCbtTLlE-lvVgf-rIiHk\">Wenn also Senf-dazu-geben einer heiteren Entscheidung entspringt, kann es durchaus einen Nu lang vergn\u00fcglich machen. Man wei\u00df, wie hier f\u00fcr mich mit Eichendorff, dass ich eigentlich keinen blassen Schimmer von Eichendorff habe und gewiss kein Recht beanspruche, ihn im poetischen Elysium zu st\u00fcrzen, aber ich kann mich sehr wohl mal dar\u00fcber wundern, was ein verehrter Dichter schon mal so alles vor sich hingeschwafelt hat. Zum Gl\u00fcck gibt es auf dieser Ebene wenig Shitstorms.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal kommt am Wochenende eine FAZ in unser Haus, immer eine angenehme Abwechslung zur &#8222;Zeit&#8220;, die zum Gl\u00fcck nur einmal in der Woche erscheint und schon genug M\u00fche macht. Man kann ja nicht immer gleich das Feuilleton und das Zeitmagazin herausfischen und so tun, als g\u00e4be es den Rest nicht. Viel kluges Zeug, meine G\u00fcte! 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